Wieder auf die lange Bank?

sah. Der 12.Mai ist der internationale Tag der Pflege und zugleich auch ein Aktionstag, damit gute Arbeitsbedingungen endlich Realität werden! Dieses Jahr steht die Umsetzung der Pflegeinitiative im Fokus, die vom Bundesrat nur zögerlich umgesetzt wird. So braucht es Druck von unten.

Im November 2021 wurde die Pflegeinitiative, welche die Situation in der Pflege verbessern will, mit einem Ja-Anteil von 61 Prozent und von fast allen Kantonen angenommen. Ziel ist es nun, die Pflege als wichtigen Bestandteil der Gesundheitsver-sorgung anzuerkennen und zu fördern. Pflege von hoher Qualität soll für alle Menschen garantiert sein. Dafür braucht es genügend diplomierte Pflegefachpersonen.

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SGB fordert mehr Lohn!

sit. Wegen der Teuerung droht vielen Familien ein Kaufkraftverlust von bis zu 3500 Franken im Jahr. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund fordert daher eine generelle Reallohnerhöhung und Gegenmassnahmen zu den wieder explodierenden Krankenkassenprämien.

«Die aktuelle Teuerung von über zwei Prozent und ein Prämienschock bei den Krankenkassen belasten die Kaufkraft der Berufstätigen massiv. Ohne Teuerungsausgleich drohen für Familien Reallohneinbussen von 2200 Franken und ein zusätzlicher Kaufkraftverlust von 1100 Franken durch die steigenden Krankenkassen-Prämien», schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in seiner Medienmitteilung vom 20.April. Angesichts des drohenden Kaufkraftver-lusts für Abertausende von Lohnabhängigen stellt der SGB klare Forderungen: Erstens generelle Lohnerhöhungen mit Teuerungsausgleich und einem Reallohnzuwachs als Beteiligung an der guten Wirtschaftsentwicklung. Zweitens einen Mindestlohn von 4000 Franken im Monat inklusive 13.Monatslohn. Und drittens soll niemand mehr als zehn Prozent des Einkommens für die Prämien der Krankenkasse bezahlen.

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Eine Stadt für alle

lmt. Mitte Mai wird in der Stadt Zürich über die Einführung eines städtischen Ausweises abgestimmt. Dieses könnte das Leben von mehreren Tausenden Sans-Papiers verbessern. Doch die Gegener*innen versuchen mit haltlosen, angstmachenden Argumenten das Vorhaben zu kippen.

Am 15.Mai haben die Stadtzürcher*in-nen die Möglichkeit einen heroischen Entscheid zu treffen. Die grösste Stadt der Schweiz kann mit einem Ja an der Urne einen wichtigen Schritt in Richtung einer gerechten Gesellschaft für alle machen. Es wäre auch ein Zeichen der Solidarität mit den schätzungsweise 10000 Sans-Papiers, die hier in der Limmatstadt leben und jeden Tag systemrelevante Arbeit leisten. Mit der Einführung der Züri City Card, einem städtischen Ausweis für alle wohnhaften Personen in der Stadt Zürich, könnte diesen Menschen einen Teil ihrer Grundrechte zurückgegeben werden.

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Die neuen Diener*innen

Immer mehr unbequeme Arbeiten werden ausgelagert – und das hat Folgen. Bild: zVg

Klaus Petrus. Wir delegieren immer mehr Arbeiten – Arbeiten, die uns lästig sind, für die wir zu bequem sind oder die uns Zeit wegfressen, die wir für angeblich Wichtigeres brauchen. Was sind das für Menschen, die für andere diese Arbeiten verrichten? Wer lässt sich bedienen und warum? Und was heisst das für uns alle: Entsteht da gerade eine neue Klassengesellschaft? Ein Gespräch mit der deutschen Soziologin Nicole Mayer-Ahuja.

Frau Mayer-Ahuja, immer mehr Menschen lagern Tätigkeiten an andere aus – vor allem Arbeiten, die ihnen lästig sind. Entsteht da gerade eine neo-feudale Gesellschaft mit Heerscharen an Diener*innen?
Es gab seit jeher Menschen, die es sich leisten können, gewisse Arbeiten nicht selbst zu verrichten. Das sind typischerweise Tätigkeiten, die unter die Haus- und Familienarbeit fallen, wie Putzen, Einkaufen, die Betreuung der Kinder oder älterer Familienmitglieder. Nur muss man auch sehen: Immer mehr Menschen können nicht anders, sie müssen sich eine solche Auslagerung leisten.

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«Wir müssen die Gewerkschaften stärken»

Andy Snoddy, Leiter der Abteilung für Organisierung bei Uni Global. Bild: zVg

Balmain Badel. Andy Snoddy ist Leiter der Abteilung für Organisierung bei Uni Global, einem globalen Gewerkschaftsverband im Dienstleistungssektor mit Sitz in Nyon. Ein Gespräch über die gewerkschaftliche Organisation und Tätigkeiten auf internationaler Ebene in einer Zeit von Pandemien, Krisen und Kriegen.

Was ist Ihre Rolle bei UNI Global und was sind Ihre aktuellen Kampagnen?
Meine Aufgabe ist es, Gewerkschaften auf der ganzen Welt dabei zu helfen, sich zu organisieren und mit multinationalen Unternehmen zu verhandeln. 70 sogenannte Organisator*innen wie ich einer bin, arbeiten daran, Arbeitnehmer*innen multinationaler Unternehmen in Südamerika, Afrika, Asien und Europa gewerkschaftlich zu organisieren. Unsere aktuellen Grosskampagnen richten sich gegen drei multinationale Unternehmen. Die erste betrifft Amazon. Bei der zweiten handelt es sich um Teleperformance, ein grosses französisches Unternehmen für Kontaktzentren – die neue Bezeichnung für Callcenter -, über das kaum jemand spricht. Es beschäftigt über 400000 Menschen in 80 Ländern und arbeitet mit allen grossen Tech-Unternehmen zusammen. Und unsere dritte grosse Kampagne befasst sich mit Fresenius, einem deutschen Unternehmen, das weltweit im Gesundheitswesen tätig ist. Neben diesen grossen Herausforderungen haben wir noch viele weitere Kampagnen.

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Arbeitskampf bei DPD

«Angesichts des systematischen Missbrauchs in der Schweiz: DPD muss verhandeln!» Die Aktion in Paris. Bild: Unia

sit. Anfang 2022 wurden im Tessin fünf DPD-Fahrer entlassen, weil sie sich gewerkschaftlich organisierten und sich so für bessere Arbeitsbedingungen beim internationalen Paketdienstleister einsetzten. Ihr Kampf auch nach ihrer Entlassung verdient Solidarität und Unterstützung.

«Die Geschäftsleitung von DPD Schweiz begeht einen schweren Fehler, wenn sie versucht, die Beschäftigten zum Schweigen zu bringen», ist auf der Website des internationalen Gewerkschaftsverbands Uni Global zu lesen.
Mit einem Protestbrief, der im Sinne einer Petition unterzeichnet werden kann, erhöht der globale Gewerkschaftsverband Uni Global den Druck auf DPD, dem international tätigen Paketdienstleister. Das Protestschreiben richtet sich an die zuständigen Manager von DPD Schweiz und von La Poste, der französischen Muttergesellschaft. Uni Global weiter: «Diese Solidaritätsaktion ist unerlässlich, um zu erwirken, dass Danilo, Abdulhamid, Davide, Gianluca und Samuele wieder eingestellt werden. Die Forderung, dass Gewerkschaftsrechte bei DPD Schweiz und seinen Subunternehmern respektiert werden, ist von entscheidender Bedeutung.»

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Das Überleben aller

Die Politikwissenschaftlerin und Germanistin Anne Jung ist die diesjährige Hauptrednerin des Zürcher 1.Mai-Komitees. Seit 2014 ist die Referentin für globale Gesundheit bei medico, seit 2016 leitet sie darüber hinaus die Öffentlichkeitsabteilung von medico international. Ihre Reisen der letzten Jahre führten sie vor allem in afrikanische Länder, darunter Kenia, Südafrika, Sierra Leone und Simbabwe. Bild: 1.Mai.ch

Redaktion. Um Covid-19 erfolgreich entgegenzutreten, braucht die Welt Solidarität, die ihren Namen verdient. Eine globale Sozialpolitik, die auch die indirekten Folgen der Pandemie abfedert und damit Armut und Ausgrenzung entgegenwirkt. Doch genau das Gegenteil wird getan. Wir veröffentlichen in gekürzter Fassung den Text von Anne Jung.

Das Virus traf auf Weltverhältnisse, die aus einer Pandemie eine Polypandemie machten. Monate bevor das Virus die ersten Länder des globalen Südens erreichte, verloren Millionen Menschen ihre Jobs und stürzten in Armut. H&M, Mango und Co. kündigten Lieferverträge und holten – als hier die Läden schlossen – nicht einmal mehr bereits bestellte Waren ab. In Bangladesch und Pakistan standen die Näher*innen vor verschlossenen Fabriktoren, ohne Sozialversicherung, ohne Rücklagen und oftmals ohne ausreichende Mittel, um die Heimreise in ihre Dörfer anzutreten. Weltweit leiden heute 800 Millionen Menschen an chronischem Hunger. Durch den Krieg in der Ukraine wird sich die Lage weiter zuspitzen, denn Russland und die Ukraine sind die weltweit wichtigsten Weizenexporteure, auch für das World Food Programme.

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NoFrontex-Demo!

NoFrontex sowie über 80 unterstützende Basisgruppen und Bewegungen rufen für den 23. April um 14.00 Uhr in Bern zu einer gemeinsamen Demonstration gegen das europäische Grenzregime und die tödliche Abschottungspolitik der Schweiz auf.

Gewalt, Elend und Tod sind an den Aussengrenzen Europas Alltag geworden. Flüchtende und Migrierende werden entrechtet, geprügelt und abgeschoben. Das dürfen wir nicht akzeptieren: Wenn im Mittelmeer Zehntausende ertrinken, dann ist es kein Unglück, sondern politisch gewollter Mord! Als europäische Grenz- und Küstenwache ist Frontex mitverantwortlich. Frontex ist intransparent. Frontex schaut weg. Frontex beteiligt sich an illegalen «Pushbacks». Frontex ist Komplizin bei Menschenrechtsverletzungen. Trotzdem wird Frontex europaweit massiv ausgebaut.

22 Tage vor der Abstimmung über den Ausbau der Finanzierung und personellen Unterstützung von Frontex tragen Basisgruppen, Bewegungen, Organisationen, Kirchen und Parteien NoFrontex auf die Strasse. Gehört werden sollen am Samstag vor allem die Stimmen von Personen, die Erfahrungen mit dem europäischen Grenzregime gemacht haben. Dies wird anhand unterschiedlicher Redebeträge oder Audioaufnahmen geschehen – z.B. zur Zusammenarbeit zwischen Frontex und der libyschen Küstenwache und deren Auswirkung auf die Situation von Menschen auf der Flucht in Libyen. Oder durch Audioaufnahmen von Personen, die sich im polnisch-belarussischen Grenzgebiet befinden und ihre Erfahrungen mit Frontex teilen.

Ja zu grenzenloser Solidarität heisst Nein zur rassistischen Ungleichbe-handlung: An der Grenze zur Ukraine betreiben Frontex und lokale Grenzpolizist:innen Racial Profiling. Ukrainische Flüchtende empfangen sie solidarisch, während sie Menschen aus anderen Ländern blockieren. Wir brauchen offene und sichere Migrationsrouten für alle statt Abschottung, eine Gesellschaft der Solidarität statt Militarisierung, Rettungsboote statt Frontex. Deshalb wird sich die Demo an die Akteur*innen richten, die im Inneren der Schweiz bewusste Entscheidungen für diese tödliche Migrationsabwehr treffen. NoFrontex zeigt den wachsenden und internationalen Widerstand gegen das politisch gewollte Sterbenlassen an den Aussengrenzen, der auch in der Schweiz zunimmt und Ausdruck finden.

Quelle: Medienmitteilung No Frontex

Weniger ist mehr

lmt. Am Samstag, 9.April geht es mit der Forderung einer radikalen Arbeitszeitreduktion in der ganzen Schweiz auf die Strasse. Der Strike for Future, ein breites Bündnis, ruft zu diesem Aktionstag auf. Mit dieser Forderung werden konkrete Visionen für eine ökologische und soziale Zukunft frei.

Das Ziel: Der Wandel zu einer ökologischen und sozial gerechten Gesellschaft anhand einer konkreten Forderung anzustossen. Und die heisst: radikale Arbeitszeitverkürzung. «Wir sehen die radikale Arbeitszeitreduktion als gemeinsamen Ansporn zur Organisierung, weil sie als Massnahme die Relevanz und Vorteile der Verbindung verschiedener Kämpfe deutlich zeigt», erklärt Anna vom Strike for Future auf Anfrage des vorwärts. Damit bringt sie es bestens auf den Punkt. Denn das Spannende und Überzeugende an der Forderung ist, dass sie Kämpfe verbindet, weil sie eine Lösung auf verschiedene Probleme unserer Gesellschaft bietet.

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Ist sich der Bundesrat bewusst?

PdA-Nationalrat Denis de la Reussille. Bild: vorwärts-Archiv

sit. Vom 28.Februar bis zum 18.März fand in Bern die Frühlingssession des Parlaments statt. PdA-Nationalrat Denis de la Reussille stellte mit Interpellationen wichtige und unbequeme Fragen an den Bundesrat. Unter anderem zu einer verbotenen Software und zur zunehmenden Spielsucht.

«Die Session im März wurde weitgehend vom Krieg in der Ukraine beeinflusst, auch weil nach der Dringlichkeitsdebatte eine Resolution des Nationalrats angenommen wurde, die den Angriffskrieg Russlands verurteilt. Ich habe dieser Resolution auch zugestimmt», erklärt der PdA-Nationalrat Denis de la Reussille auf Anfrage des vorwärts. Der Genosse erwähnt weiter, dass die ausführliche Stellungnahme seiner Partei zur Situation in der Ukraine (siehe Seite 8) auch seine persönliche Analyse gut widerspiegele. Denis fasst es so zusammen: «In der Tat darf man nicht vergessen, dass Putins Russland vor allem nationalistisch und ultraliberal geworden ist, was natürlich nicht verhindert, dass ich die Rolle der Nato in dieser Krise sehr kritisch sehe.»

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Ja zum Filmgesetz

Wer über hoch lukrative Streamingplattformen sowie ausländische Fernsehsender Filme und Serien in der Schweiz zeigt, soll auch in der Schweiz investieren: Das ist der Sinn des neuen Filmgesetzes.

Bereits heute sind die Schweizer Fernsehsender verpflichtet, vier Prozent ihrer Einnahmen in Schweizer Filme und Serien zu investieren. Dies stellt einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Finanzierung der inländischen audiovisuellen Industrie dar und trägt zur Qualität und Sichtbarkeit der inländischen Werke bei. Nun sollen künftig auch internationale Streamingplattformen und ausländische Werbefenster in der Schweiz investieren – und zwar auch vier Prozent ihrer Einnahmen. So sieht es das Gesetz vor, das von National- und Ständerat beschlossen wurde und am 15.Mai zur Abstimmung kommt
Die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) ruft aus verschiedenen Gründen auf, mit Ja zu stimmen. » Weiterlesen

Arbeitskampf auf dem Bau

Marius Käch. Der Landesmantelvertrag (LMV) der über 80000 Bauleute läuft dieses Jahr aus. Es drohen massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Dagegen formiert sich der Widerstand.

«Wenn wir diesen Kampf verlieren, dann verlieren wir alles», sagte Xhafer, Bauarbeiter und Baupräsident der Unia Zürich-Schaffhausen, an der kantonalen Bauversammlung. Er trifft damit den Nagel voll auf den Kopf. Es geht um den Landesmantelvertrag des Bauhauptgewerbes (LMV), dem Gesamtarbeitsvertrag zwischen Gewerkschaften und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV). Dem LMV, der Ende Jahr ausläuft, unterstehen rund 80 000 Arbeiter*innen. Der Vertrag regelt unter anderem die Mindestlöhne, der 13.Monatslohn und die gute Krankentaggeldversicherung. Dazu kommen auch Aspekte der Gesundheit, wie die Toilettenzahl pro Arbeiter*in, oder die Planbarkeit des Privatlebens mit dem Arbeitszeitkalender. Dank dem hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad erfolgte durch den Bundesrat die sogenannte Allgemeinverbindlichkeitserklärung des LMV. Dies bedeutet, dass das Regelwerk für alle Firmen verpflichtend ist, die auf Schweizer Baustellen tätig sind. Es ist somit auch ein konkreter Schutz gegen das Lohndumping.

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Nicht mit uns!

lmt. Über 150000 Unterschriften wurden gegen die AHV21-Reform eingereicht. Das ist ein starkes Zeichen des Widerstands. Doch der Kampf geht weiter. Denn es steht ein schwerer Abstimmungskampf bevor. Stoppen wir gemeinsam den Rentenabbau auf dem Buckel der Frauen*!

«Frauen* brauchen höhere Renten statt ein höheres Rentenalter!», betonte Unia-Präsidentin Vania Alleva an der Übergabe der Unterschriften vor der Bundeskanzlei. Am 25.März konnte das breite Referendumsbündnis 151782 Unterschriften gegen die geplante AHV 21 einreichen. Eine massive Mobilisierung im ganzen Land machte es möglich, noch vor Fristablauf dreimal mehr Unterschriften als nötig zu sammeln. Damit setzt das breite Bündnis ein starkes Zeichen gegen eine Abbauvorlage, die auf dem Rücken der Frauen* rund zehn Milliarden einsparen will.

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Solidarische Asylpolitik für alle!

Redaktion. Die Partei der Arbeit Bern fordert mit der Freien Fraktion (AL/PdA) Solidarität mit allen geflüchteten Menschen und eine Kommission «Rassismus, Migration und Flucht» im Berner Stadtrat. Wir veröffentlichen leicht gekürzt die Medienmitteilung der Berner Genoss*innen.

Während die Schweiz geflüchtete Menschen aus der Ukraine willkommen heisst und sich im Berner Stadtrat mittlerweile jede Partei solidarisch mit den ukrainischen Geflüchteten gezeigt hat, stecken andere in einem unmenschlichen und repressiven Asylregime fest. Diese krasse und rassistisch motivierte Ungleichbehandlung muss thematisiert und angegangen werden. Deshalb hat die PdA mit der Freien Fraktion AL/PdA an der Stadtratssitzung in Bern vom 31.März gleich vier Vorstösse eingereicht.

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Betreuungsplatz für jedes Kind

sah. Bezahlbare Kita-Plätze schaffen und die Arbeitsbedingungen für Kita-Angestellte verbessern – das will die neue Kita-Initiative. Denn gute Kinderbetreuung ist eine wesentliche Voraussetzung für Gleichstellung. Jetzt ist die Kita-Initiative lanciert und die Unterschriftensammlung hat begonnen.

Familienergänzende Kinderbetreuung muss für alle Familien in der Schweiz zugänglich und zahlbar sein. Das ist ein Anliegen der Kita-Initiative. Realität ist aber, dass es für einige Familien schwierig ist, einen bezahlbaren Kita-Platz zu finden. Eltern können sich keine familienergänzende Kinderbetreuung leisten. Ob sich eine passende Kita finden lässt, ist heute stark vom Wohnort abhängig. Folge davon ist, dass meistens die Frauen* ihre Erwerbsarbeit zugunsten der Kinderbetreuung reduzieren oder aufgeben. Das heisst für die Frauen* konkret: tiefere Löhne und Renten.

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Aufklärung in Kleinstschritten

sah. Noch immer werden in der Schweiz Femizide als solche nicht statistisch erfasst. Die Anzahl der Gewalttaten bleibt damit im Dunkeln. Was es braucht, ist eine präzisere Erfassung der Femizide, um die Entwicklung festhalten zu können. Und erfreulicherweise tut sich in diese Richtung etwas.

Die Nichtregierungsorganisation Brava (ehemals Terre des Femmes Schweiz) informierte im März 2022 zur neu veröffentlichten Kriminalstatistik 2021. Ein Blick in die Daten zeigt, dass es schweizweit viele Tötungsdelikte gibt. So schreibt Brava in ihrer Medienmitteilung: «30 Menschen überlebten 2021 einen versuchten Femizid. Mindestens 17 Menschen wurden Opfer eines Femizids». Doch die Kriminalstatistik täuscht.

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