Aktionen on- und offline zum 14.Juni

sah. Ein wichtiger Meilenstein der feministischen Bewegung war der Frauen*streik 2019 mit der grossen dezentralen Mobilisierung. Dieses Jahr müssen wegen den Massnahmen rund um den Coronavirus neue Möglichkeiten des Protests gefunden werden. Ein Überblick über die geplanten Aktionen.

Schweizweit rufen feministische Streikkollektive alle Frauen*, Trans-*, Inter-* und genderqueere* (FTIQ*) Personen auf, sich am Sonntag 14.Juni 2020 unter dem Motto «fraulenzen und queerstellen» von den erschöpfenden Zuständen und Arbeiten protestreich zu erholen. » Weiterlesen

Das kapitalistische Patriarchat

dab. Neandertaler, Germanen, Russen und Moslems werden als finstere Machos dargestellt, die westliche Gesellschaft dagegen als weitgehend patriarchatsfreier Raum. Dabei werden eigene Patriarchatsprobleme, direkte und strukturelle Gewalt ignoriert und in der Familie privatisiert und endgelagert.

Machos, Kinderschänder und Frauenzüchtiger betrachtet die bürgerliche Ideologie als Ausländer und als charakterschwache, geistesgestörte einheimische Ausnahmefälle. Das ernst zu nehmende gesellschaftliche Problem wird privatisiert und auf andere abgeschoben, die man als minderwertig betrachtet.

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Frauen*kämpfe um Walpurgisnacht

sah. Trotz Corona-Krise bleiben feministische Aktivist*innen kämpferisch. Es erfolgten Farbanschläge auf das Pornokino «Cine Mascotte» und den Verband Zürcher Krankenhäuser. Und zur «Entglasung» des Parteilokals der SVP Basel-Stadt kam es wegen der Heuchelei der Partei. Ein Rückblick.

Die Walpurgisnacht jeweils am 30.April ist sinnbildlich für den Widerstand gegen die jahrhundertelange Verfolgung von Hexen. FLINT*-Menschen wurden früher der «Hexerei» angeklagt,systematisch unterdrückt und ermordet.

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Rettet das Gosteli-Archiv!

sah. Das Gosteli-Archiv vor den Toren Berns ist der zentrale Dokumentations- und Forschungsort der Schweizer Frauen*- und Geschlechtergeschichte. Es steht vor dem Aus. Die Stiftung, die sich um das Archiv kümmert, finanziert sich derzeit mit den letzten Franken von Marthe Gostelis Vermögen. Gegen die Schliessung regt sich Widerstand.

Seit 1982 sind in den Beständen der Gosteli-Stiftung bedeutende Quellen zur Frauen*geschichte archiviert. Hier finden sich Archivalien von Frau-en*organisationen, Frauen*verbänden und einzelnen Frauen*, welche Politik, Wirtschaft, Bildung, Kultur, Gesellschaft und Familien in der Schweiz wesentlich geprägt haben.

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Schneemanns künstlerisches Erbe

sah. Das «Muzeum Susch» im Unterengadin ist momentan geschlossen. Zu sehen wäre eine Ausstellung zur Auseinandersetzung Kunstschaffender mit dem Erbe der US-amerikanischen Künstlerin Carolee Schneemann. Ein Nichtbesuch.

«Up to and Including Limits: After Carolee Schneemann». So heisst der Titel der aktuellen Austellung im «Muzeum Susch» im Unterengadin. Jetzt sind die Werke der Künstlerin nicht zu sehen, was ursprünglich für den Zeitraum vom 29. Dezember 2019 bis am 28. Juni 2020 geplant war.

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Frauenfeindliche Vandalen am Werk

sah. Immer wieder wird in Genf das Strassenbild «feminisiert». Dies stösst aber auch auf Widerstand: Unbekannte beschädigten Anfang März Strassenschilder mit Frauen*namen und zeigten damit auf, dass es weiterhin eine Notwendigkeit ist, gegen Diskriminierung zu kämpfen.

Im Frauen*streikjahr 2019 wurden bei Aktionen bestehende Schilder von Strassen mit «Männernamen» ausgetauscht und Strassenschilder «feminisiert». Sichtbar waren Frauen*namen. Als erste Stadt in der Schweiz nahm Genf diese Ideen aktiv auf und gestaltet jetzt ihr Strassenbild neu.

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Schulter an Schulter mit Ivana

sah. Vor fünf Jahren starb die deutsche Internationalistin Ivana Hoffmann im Kampf in Kurdistan gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) in Til Temir in Syrien. Die deutsche Genossin aus Duisburg entschied sich sehr früh in ihrem Leben für den bewaffneten Kampf. Warum wir Ivana nicht vergessen dürfen.

«Ivana trägt die Revolution, die unsere Genossinnen und Genossen in Kurdistan Tag für Tag erkämpfen, zu uns nach Europa. In Ivana lebt der Internationalismus, der Frauenbefreiungskampf, die Militanz, die Vielseitigkeit, der Antifaschismus.» Das schreibt der Kommunistische Aufbau (aufbau.org) im August 2019 auf seiner Website. Ivana Hoffmann ist damals schon tot – und irgendwie doch nicht.

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Erfolgreich ans Bein pissen

sah. Leicht einzuordnen ist die Künstlerin Princess Nokia nicht. Als afro-indigene Frau in Sparten wie Hip-Hop, Pop oder Rap sticht sie nicht nur aus dem Musikmainstream heraus, sondern sie ist Mitbegründerin eines neuen Genres: Queer Rap. Höchste Zeit, sie kennenzulernen.

Alle Leben beginnen mit der Geburt: Die Kinderjahre verbrachte Destiny Frasqueri auch in der Bronx New Yorks. Das Leben der nigerianischen und puerto-ricanischen Einwandererfamilie änderte sich grundlegend, als die Mutter an Aids starb. Die spätere Princess Nokia wurde danach in verschiedenen Pflegefamilien untergebracht, wo sie oft misshandelt wurde.

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Putzarbeit für Nazi-Tätowiererin

sah. Am 13.Januar 2020 machte eine Fantifa-Aktion auf das Tattoo-Studio «Into the Light» in Lörrach aufmerksam. Statt mit Stechen von Runenschriftzügen waren die Tätowiererinnen aus der Nazi-Szene an diesem Tag mit Putzarbeiten beschäftigt. Wohl oder übel wird das Tattoo-Studio aber leider weiterhin offen bleiben können.

Mitte Januar 2020 wurde das Tattoo-Studio «Into the Light» an der Freiburger Strasse im Stadtteil Tumringen in Lörrach neu eröffnet.

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Feministischer Streik am 8. März

Anlässlich des internationalen Frauenkampftags am 8. März ruft das Feministische Streikkollektiv Zürich zum Streik auf und organisiert gemeinsam mit vielen anderen Gruppen einen kämpferischen Aktionstag. Im Fokus steht dabei bezahlte und unbezahlte Arbeit am vermeintlichen «Ruhetag», die zu einem Grossteil von Frauen geleistet wird.

Der feministische Streik am 14. Juni 2019 hat in seinem Mobilisierungspotenzial alle Erwartungen übertroffen – schauen wir als Aktivistinnen auf die realen Veränderungen hinterlässt er aber auch Wut und Frustration: Nach wie vor wird in der Schweiz jede zweite Woche ein Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet, homo- und transfeindlichkeit Angriffe nehmen wieder zu, die AHV-Reform 21 verschärft die öokonomische Benachteiligung von Frauen weiter.

Doch der Streik hat uns bestärkt: Eine bunte, kämperische und gut vernetze feministische Bewegung ist entstanden, die ihre Forderungen ungebrochen in die Öffentlichkeit tragen wird.

Dass gesellschaftliche und politische Veränderungen einen langen Atem brauchen, wissen Feminist*innen nicht seit gestern. Darum wird am 8. März wieder gestreikt – ja, am Sonntag!

In diesem Jahr fällt der 8. März auf einen Sonntag, doch ist das wirklich ein „Ruhetag“? Gerade in Berufen, in denen vorwiegend Frauen arbeiten ist der Sonntag oftmals kein freier Tag, z.B. in der Pflege, der Reinigung, im Verkauf und der Gastronomie. Dass diese Arbeit oft von Migrant*innen erledigt wird, ist ebenfalls kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Und auch Zuhause leisten vor allem Frauen Sonntags Haus- und Sorgearbeit – und das unbezahlt, nicht wertgeschätzt und „unsichtbar“. Am 8. März machen wir diese versteckte häusliche Arbeit darum sichtbar – Symbol für diesen Tag ist das Geschirrtuch, halten Sie also die Augen offen!

Höhepunkt des Aktionstages ist der gemeinsame Moment um 15 Uhr auf dem Sechseläutenplatz.

Informationen zu geplanten Aktionen finden Sie hier https://frauenstreikzuerich.ch/aktionen-8-maerz/

Gemeinsames Agieren

Anna Spillmann. Nelly Wicky, ab 1971 eine der ersten Nationalrätinnen nach der Einführung des Frauenstimmrechts, starb am 27.Januar 2020. Sie setzte sich nachhaltig ein für die Rechte der Frauen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und in ihrer Partei, der Partei der Arbeit.

Geboren 1923, war sie das zweite Kind von Robert und Hélène Rosset. Sie bewunderte ihren Vater, den SBB-Angestellten und überzeugten Sozialisten. Unter den Jungen, die Kontakt mit den Rossets hatten, war auch der Sanitärinstallateur-Lehrling Robert Wicky, Nelly studierte Pädagogik. » Weiterlesen

Von der Diakonin bis zur Päpstin!

SKF- Katholische Frauen: Pink-Power in Liestal. Bild: SKF

Sarah Paciarelli. Missbrauchsskandale, mangelnde Transparenz in der Aufarbeitung, Klerikalismus sowie patriarchal-hierarchische Strukturen haben zu einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust in der römisch-katholischen Kirche geführt. Katholische Frauendachverbände aus dem deutschsprachigen Raum fordern Veränderungen.

Bei ihrem Treffen im deutschen Rastatt im Februar 2020 verständigten sich die Vorstände des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Südtirol, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) mit dem Papier «bleiben und erneuern!» auf einen gemeinsamen Kurs zum Thema Frauen in der katholischen Kirche. Die katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) trägt das Papier mit.

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Frauen*: weltweit Opfer von Gewalt

sah. Am 25. November hiess es wieder: «Ni una menos – Nicht eine weniger!». Trotz der Istanbul-Konvention, die seit 2018 in der Schweiz in Kraft ist, hat sich zu wenig geändert. Alle 14 Tage wird ein Femizid begangen. So muss die Prävention weiter gefördert werden, anstatt Symptome zu bekämpfen.

12 Frauen* waren am Mitbring-Themenbrunch am Sonntag, 17.November 2019 im neuen feministischen Streikhaus in Zürich mit dabei. Inhalt war die Weiterarbeit zur Kampagne «Ni una menos» und die Vorbereitung der Aktion zum 25.November. «Es gab einen Input zu Frauenhäusern in der Schweiz. In einem ersten Abschnitt wurden die Zahlen verdeutlicht. 35 Prozent aller Frauen* weltweit werden Opfer von Gewalt – die meisten von einem Familienmitglied oder einem Ex-Partner. In der Schweiz wird alle 14 Tage ein Femizid begangen.

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Der Streik der Steingeissen

Frauenstreik Alexandraplatz Chur. Foto: Patrick-Cavelti

Barbara Rimml. Eine überwältigende Stimmung, vielfältige und kreative Aktionen in allen drei Sprachregionen und Tausende Frauen, die sich am Frauenstreik vom 14.Juni beteiligten. Frauen* bewegten Graubünden – und bewegten einiges: Ein Aktionsplan Gleichstellung für die kantonale Verwaltung und eine neue Nationalrätin aus dem Frauen*streikkollektiv.

Angefangen hatte alles im Januar mit der Gründung des Frauen*Kollektivs unter der Federführung des kantonalen Gewerkschaftsbundes. Mit dabei waren nebst Gewerkschaften wie Unia und VPOD und Berufsverbänden wie Lehrpersonen Graubünden oder Berufsverband der Pflegefachpersonen auch die Frauenzentrale, das Frauenhaus, der Katholische Frauenbund sowie SP und Juso Graubünden. Das Logo: Eine sich aufbäumende Steingeiss mit dem Frauen*kampfzeichen in den Hufen.

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Quartierhaus wird zum Streikhaus

Am 7. Dezember findet das Eröffnungsfest des feministischen Streikhaus in Zürich statt.

Verein Feministisches Streikhaus. Die Vernetzung nach dem Frauen*streik geht weiter: Gruppen finden sich, Projekte werden ins Leben gerufen. Der Raum wird eng und so muss ein weiterer Treffpunkt her. Das Quartierhaus im Kreis 5 wurde in den letzten Wochen zum feministischen Streikhaus umgebaut – am 7.Dezember findet das Eröffnungsfest statt.

Am 14.Juni 2019 nahmen in Zürich über 100 000 Menschen am feministischen Streik teil. Doch dieser Streik war erst der Anfang. Das feministische Streikkollektiv oder Frauen*streik-Kollektiv in Zürich trifft sich seitdem regelmässig und die feministische Vernetzung geht weiter. Seit dem 14. Juni hat die Bewegung weiteren Zulauf erhalten – neue Gruppen finden sich, neue Projekte werden ins Leben gerufen. » Weiterlesen

Feminisierte Schreibweise ist Kosmetik

Die Sprache alleine wird kaum zu Veränderungen führen. Nötig ist der Druck von der Strasse, so wie am 14. Juni 2019.

sah. Sprache spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse und Unterdrückungsformen wider: Dazu gehören Sexismus und die erzwungene Binarität der Geschlechter. Spätestens seit dem Frauen*streik wird mit unterschiedlichen Schreibweisen experimentiert. Kann eine Feminisierung der Sprache zur Emanzipation der Frauen* beitragen?

Kürzlich wurde auf der Infoplattform «Barrikade» die Übersetzung des Textes «Befreit die Feminisierung die Frauen?» von Maria Desmers heiss diskutiert. Desmers hinterfragt, ob die Herrschaft des Maskulinums in der Sprache in einem derart direkten Verhältnis mit der «Männerherrschaft» im realen Leben steht.

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Antifeminismus mittet Ideologien ein

sah. Antifeminismus wie auch Anti-Gender-Rhetoriken spielen eine wichtige Rolle bei der Normalisierung rechter Ideologien. Menschenfeindliche Denkweisen werden Mainstream, ohne dass deren rechte Setzung erkannt wird. An einer Veranstaltung in Bern stellte Franziska Schutzbach ihre Arbeit dazu vor.

Zwar ging es bei der Veranstaltung vom 14.November 2019 im Frauenraum in Bern um die Lage der Gender Studies in Europa, doch durch die Referentin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach gab es eine aktuelle Einschätzung zur feministischen Bewegung und deren Gegnern aus dem rechten Lager.

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Giftiger Corpsgeist

sah. Immer wieder wurde während des Frauen*streikjahres über den Begriff «toxische Männlichkeit» als schädliche bis tödliche Verhaltensweisen für Mitmenschen wie auch für sich selbst gesprochen. Was bedeutet dieses «Arschlochverhalten», das oft mit der Evolution gerechtfertigt wird, heute? Mit Kommentaren von Franziska Stier.

In Bern wurde am 14.Juni am Frauen*streik die Broschüre «Nebenwidersprüche. Anarcha Feministisches Fanzine» zum Selbstkostenpreis verkauft. Hier wird in über 100 Seiten auf die toxische Männlichkeit eingegangen und verschiedene Unterthemen wie Lebenserwartung, Männerschaften oder Kastrationsangst beschrieben.

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