Weil ihr uns die Freiheit klaut!

sah. Gegen das trendige Erstarken des Antifeminismus auf die Strasse: Aktivist*innen setzten in Bern Ende Oktober ein Zeichen gegen das Patriarchat mit einer Demonstration, die Lust auf mehr machte. Fazit: Queerfeministische Kämpfe sollen gelebt und organisiert werden!

Trotz Regen sammeln sich die Demoteilnehmer*innen in den Lauben der Altstadt in Bern. Als eine grössere Gruppe beisammen ist, gerät die nun zusammengekommene Demo langsam in Bewegung. Vorne ein farbiges Transparent und auch auf den Seiten und am Schluss sind auf den Stoffbahnen Parolen und Forderungen zu lesen. Musik dröhnt aus Boxen, die Aktivist*innen mit einem Handwagen mitführen.

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Frauenarbeit im Kapitalismus

Anaïs Timofte. Die Vorstellung, dass Frauen bloss als Nebenverdienst arbeiten würden, hat beträchtliche Auswirkungen auf die Arbeitsstrukturen: Auf dem Arbeitsmarkt werden Frauen anders behandelt als Männer – sie sind zweitrangig. Die Hälfte der Frauen arbeitet hierzulande Teilzeit.

In unserer kapitalistischen Gesellschaft ist die wirtschaftliche Ungleichheit, die Frauen im Vergleich zu Männern erleben, offensichtlich: Weniger hohe Renten, ungleiche Löhne, Hürden bei der Stellensuche, die gläserne Decke auf der Karriereleiter, die Armut von alleinerziehenden Frauen, mehrheitlich Frauen in Branchen mit Tieflöhnen … Die Liste ist lang.

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Zeichne mal eine Klitoris!

Huguette Junod. Die Klitoris, die grosse Vergessene, erregt noch immer die Gemüter. In der Schweiz wurden zwei Feministinnen gebüsst, weil sie sie in der Öffentlichkeit gezeichnet hatten. In den Ländern des Südens ist die Amputation der Klitoris noch immer ein ernstes Problem.

Vor einiger Zeit war in der «Tribune de Genève» zu lesen, dass zwei Feministinnen gebüsst worden waren, jede mit 100 Franken, weil sie in einem Park auf dem Asphalt eine Klitoris gezeichnet hatten.

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Unzufrieden mit der Gleichstellung

Shimbun Akahata. Japan bildet vielfach ein Schlusslicht bezüglich der Gleichstellung im internationalen Vergleich. In der Politik sind Frauen in extremen Ausmass untervertreten. Die Kommunistische Partei Japans fordert eine Änderung des Wahlsystems, um dagegen anzukämpfen.

Ein Gesetz zur Förderung von Gleichstellung der Geschlechter in der Politik wurde im vergangenen Monat in Japan eingeführt. Es verlangt, dass politische Parteien und Gruppierungen eine gleiche Anzahl an männlichen und weiblichen KandidatInnen bei lokalen und nationalen Wahlen anstreben sollen.

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Abtreibung: SPD kuscht vor der CDU

Barbara Kuprat. Die erneute Abtreibungsdebatte in Deutschland ins Rollen brachte die Verurteilung einer Ärztin, die Abtreibungen als Teil ihrer Leistungen angab. Tragisch, dass die Sozialdemokraten in Deutschland jetzt den Schwanz einziehen.

«Zwei Abtreibungen zum Preis von einer» oder «Frühjahrsangebot – 10 Prozent Rabatt pro Abtreibung»! Geschmacklose und schrille Werbung für Abtreibung, ist so etwas vorstellbar? In der Debatte um die Aufhebung des Strafgesetzbuch-Paragraphen 219 a, der Werbung und damit verbundene Informationen zur Schwangerschaftsunterbrechung unter Strafe stellt, wird ein beängstigendes Szenario entwickelt.

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«Keine falschen Versprechen!»

Joël Depommier. In Genf stehen kantonale Wahlen bevor. Im Gespräch mit der kämpferischen Spitzenkandidatin der PdA für die Kantonsregierung, Salika Wenger, erklärt sie, welche Visionen sie für den Kanton hat und was momentan schief läuft.

Am 15. April finden im Kanton Genf die Wahlen für den Grossen Rat (Parlament) und für den Staatsrat (Regierung) statt. Im Rennen um die Regierungsposten haben sich 31 KandidatInnen aufgestellt. Linksaussen präsentiert das Wahlbündnis Ensemble à Gauche aus der PdA, der trotzkistischen Solidarités und der linksradikalen DAL drei KandidatInnen, darunter die bisherige Grossrätin Salika Wenger von der Partei der Arbeit.

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Sexuelle Selbstbestimmung verteidigen!

Frauen-Café Winterthur. Seit den voranschreitenden Wahlsiegen von rechten, meist fundamentalistisch-christlichen Parteien in Europa und anderen Teilen der Welt, nehmen die Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung (nicht nur) gegen Frauen zu. In vielen Ländern sind Frauen gezwungen, Verteidigungskämpfe für den Zugang zu sexueller Bildung, Verhütung und die Entscheidung über Fortpflanzung zu führen. Frauen sehen sich mit Angriffen konfrontiert, die sehr akut ihre Gesund¬heit gefährden und ihr Leben einschränken sollen.

Weltweit werden jährlich circa 56 Millionen Abtreibungen durchgeführt, davon werden laut Weltgesundheitsorganisation fast die Hälfte – 25,5 Millionen – mit unsicheren Methoden gemacht. Fast alle unsicheren Schwangerschaftsabbrüche werden in Afrika, Asien und Lateinamerika durchgeführt. In vielen ehemaligen Kolonien wurden durch europäische Herrscher unter Einfluss der Kirchen restriktivste Abtreibungsverbote festgeschrieben, die bis heute überdauern. 30 000 bis 70 000 Frauen sterben jedes Jahr durch unsichere Abtreibungen, bis zu fünf Millionen werden in der Folge lebenslang behindert. » Weiterlesen

Luchar es vencer

Maria Bernasconi. Seit September 2017 ist Nekane aus dem Knast. Ich habe mit ihr über ihre Zeit in Haft und über ihre neue Freiheit geredet. Im langen Gespräch geht Nekane unter anderem auf die Zustände im Gefängnis ein, warum dort die Frauen doppelt, dreifach ja gar vierfach unterdrückt werden. Und dann in der Freiheit wartet eine andere Art von Gefängnis.

Welche Erfahrungen waren für dich besonders wertvoll für deinen politischen Kampf während deiner langen Haft in Zürich und in Dielsdorf?

Im Gefängnis zu sein, bedeutete für mich die Fortführung meines Kampfes. Mit der vielfältigen und breiten Solidarität auf der Strasse haben wir den Knast ein bisschen zu unserem Kampffeld gemacht. Die Gefängnismauern haben mich eingeschränkt, aber es war mein politischer Ort, wo ich meinen ideologischen Kampf weiterführte. Für mich war es wichtig, den Kampf auf der Strasse mit meinem Kampf drinnen zu vernetzen, und ich denke, das ha­ben wir erreicht. Wir haben das zusammengebracht, die Strasse und den Knast. Ich habe eine sehr vielfältige Solidarität erfah­ren. Egal wie klein, wie winzig die Zeichen waren. Aber sie waren jeden Tag da. Am ersten Tag und am nächsten und nächsten. » Weiterlesen

Feminismus und Schwarze Superheld*innen

Frida Frey. Am 4. März findet die 90. Verleihung des weltweit wichtigsten Filmpreises statt: Die Oscars. Ein Anlass, die Filmbranche auf ihr emanzipatorisches Potenzial abzuklopfen. Ist Hollywood zu wenig divers, was #OscarsSoWhite suggeriert? Werden Frauen in der Schweizer Filmförderung diskriminiert? Und wann haben wir zum letzten Mal eine Schwarze Superheldin gesehen?

«Ich schaue halt Filme und Serien zur Unterhaltung und wenn da manchmal übertrieben oder stereotypisiert wird – das muss man halt differenzieren können», kommentieren auch viele Linksradikale ihren Netflix-Konsum. Das mag stimmen, wenn Kultur eine abgeschlossene und rational erfassbare Blase wäre, die uns nur dann beeinflusst, wenn wir vor dem TV etwas den Kopf ausschalten möchten.

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Gegen die Instrumentalisierung von feministischen Kämpfen!

BFS Frauen Zürich. Neuerdings geben sich konservative und rechte Parteien den Anschein, als würden sie sich um die Anliegen von Frauen* kümmern. Dabei ist diese pseudofeministische Rhetorik hauptsächlich rassistisch motiviert und verschleiert permanente Angriffe auf emanzipatorische Errungenschaften.

Die widerwärtige Propaganda der deutschen «Identitären», einer faschistoiden Gruppierung, ist ein aktuelles Beispiel dafür. Unter dem Slogan «Love Blowjobs – hate Antifa» verbreiten sie rassistische Hetze, indem sie vorgeben, deutsche Frauen vor Ge­flüchteten schützen zu müssen. Wie antifeministisch gesinnt diese Rassist*innen sind, wird bei der Be­trachtung der begleitenden Abbildung offensichtlich: Eine weisse Frau mit blondem Zopf blickt unterwür­fig von der Höhe des Hosenschlitzes aus an einem nackten Männerkörper hinauf.

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«Meine Dinger, mein Ding» ?

Frauenstruktur des Revolutionären Aufbaus Zürich. Als Antwort auf das Erstarken der Rechten und Angriffe auf das Abtreibungs­recht kommt wieder mehr Bewegung in den Frauenkampf. Die Forderung nach Selbstbestimmung ist in diesem Kontext zentral. Unter demselben Label werden uns aber auch die neuen Techniken der Reproduktionsmedizin verkauft. Höchste Zeit, den Begriff der Selbstbestimmung gegen kapitalistische Vereinnahmung zu verteidigen.

Gegen patriarchale Strukturen zu kämpfen be­deutet, für Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit von Frauen einzustehen. Zum Beispiel im Kampf für das Recht auf Abtreibung – auch in Zürich, wo 2014 ein riesiges Transparent mit «My Body, My Choice» über der Kalkbreite-Genossenschaft flatterte. Damit wur­de gegen den (M)arsch fürs Läbe mobilisiert.

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Mehr Squats für Zureich!

Squatter*innen. Bald ist es ein Jahr her, seit wir im zureichen Seefeld ein Haus an der Freiestrasse besetzt haben – und viel ist passiert in diesem queerfeministischen Squat.

Lange blieb der Anspruch, uns auch innerhalb unserer Wohnstrukturen möglichst fern von patri­archalen Strukturen zu organisieren, ein einfacher Gedanke. Wir besetzten nur mit Männern*, lange mit dem unausgesprochenen Gefühl, uns mit ihnen sicherer zu fühlen. Obwohl patriarchale Verhältnisse auch gemeinsam mit Männern angegriffen werden können und sollen, setzen diese sich doch unbe­wusst und teils unreflektiert in unserer alltäglichen (Wohn)praxis fort.

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Unbequem, kritisch und präsent!

Maria Bernasconi. In Solothurn fanden in jüngster Zeit Auseinandersetzungen und Diskussionen über feministische Ideen und Inhalte statt. Wer und welche Überlegungen stehen hinter dem feministischen Themenmonat im Solothurner Infoladen Cigno Nero?

Wer seid ihr und wie seid ihr entstanden?
Wir sind eine lose, unhierarchische Gruppe. Aktuell bestehen wir aus sieben Frauen*, die der Wunsch, im Raum Solothurn das Thema ‹Feminis­mus› zur Diskussion zu bringen, zusammengeführt hat. Aus vorgängiger persönlicher Auseinanderset­zung mit der Thematik und im Gruppenprozess ist der Themenmonat im Infoladen entstanden.

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Mut tut gut – 30 Jahre Wen-Do Zürich

Wen-Do Zürich. 1988 wurde Wen-Do Zürich gegründet. Die in der autonomen Frauenbewegung entwickelte feministische Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungspraxis Wen-Do hat – nicht nur in Zürich – viel bewirkt und entwickelt sich mit dem gesellschaftlichen Wandel kontinuierlich weiter. Immer wieder erhält Wen-Do neuen Aufschwung und befähigt Mädchen* und Frauen*, sich zu behaupten und zu wehren.

Ihren Anfang nahm die feministische Selbst­verteidigung «Wen–Do» im Kanada der 1970er Jahre. Von dort aus verbreitete sie sich in der autonomen Frauenbewegung in den USA und Europa sowie in einigen Ländern Asiens und Südamerikas. Aus Diskussionen, Kampagnen, Demos und (militan­ten) Aktionen gegen Gewalt an Frauen entwickelte sich ein feministisches Verständnis von Selbstver­teidigung.

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Gegen Rückschritte, Sexismus und Transphobie

Annick sitzt für die PdA im Genfer Stadtparlament

PdA Genf. Seit November 2017 hat die Partei der Arbeit Genf eine neue Gemeinderätin: Annick Ecuyer (41) trat die Nachfolge einer langjährigen PdA-Vertreterin an. Sie ist die erste Transfrau überhaupt mit einem Sitz in einem Genfer Parlament und kämpft dort für ihre spezifischen sowie ihre Klasseninteressen.

Du bist Gemeinderätin in der Stadt Genf innerhalb der parlamentarischen Gruppe Ensemble à Gauche. Die Kompetenzen auf kommunaler Ebene sind in Genf ziemlich eingeschränkt. Die rechte Mehrheit im Gemeinderat verringert den Handlungsspielraum noch zusätzlich. Wie verstehst du die Rolle einer PdA-Vertreterin im Gemeinderat? Wie siehst du den politischen Kampf für die Prinzipien und Ziele unserer Partei?
Auch wenn die Mehrheitsverhältnisse ungünstig sind, folgen uns bestimmte Gruppen bei Themen, die weniger rechts-links polarisiert sind. Auch sind die Debatten in den Kommissionen sehr viel offener als bei den Sitzungen im Plenum. Der ausserparlamentarische Kampf ergibt sich teilweise aus dem, was dort entschieden wird. Aufmerksam sein, reagieren, wenn es nötig ist, Vorschläge machen und mit unseren BündnispartnerInnen zusammenzuarbeiten, um vorwärts zu kommen, dies bildet die Basis der parlamentarischen Arbeit. Klar, als Vertreterin der Partei der Arbeit und meiner gesellschaftlichen Klasse sind meine Erfahrung und Vision notwendigerweise verschieden, sogar von unseren nächsten Verbündeten. Deshalb ist es Teil meiner Arbeit, gewisse Aspekte hervorzuheben, die ihnen entgehen. » Weiterlesen

Das Schweigen brechen

sah. Dank dem Hashtag #metoo ist in kurzer Zeit eine Protestbewegung gegen sexuelle Übergriffe entstanden. Gewalt an Frauen betrifft nicht nur Hollywood und Weinstein, sondern ist auch in der Schweiz ein Problem und für viele Frauen bitterer Alltag.

Eine Sekunde lang zögerte Laurie Penny, als sie am 26. Oktober 2017 im Frauenraum zum Reitschuljubiläum zusammen mit dem Publikum über die aktuelle Lage des Feminismus debattierte. Eine männliche Person aus der Masse hatte die Frage gestellt: «Was hältst du davon, dass zig UserInnen im Internet den ‹Gefällt-mir›-Button drücken, wenn ein neuer Beitrag mit Berichten über Geschehnisse auf #metoo erscheint?»

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«Sie sehen Frauen nicht als Menschen»

Andreas Boueke. Die Umweltingenieurin Maria del Carmen Pu (37) stammt aus dem Volk der Maya-Ki’che. Als Mitarbeiterin der Stiftung FEP-Maya begleitet und unterstützt sie junge Mayafrauen auf ihrem Bildungsweg bis zum Universitätsabschluss. Ein Gespräch.

In Europa und Nordamerika wird zur Zeit heftig über Sexismus debattiert. Welche Rolle spielt das Thema für Frauen der indigenen Bevölkerung Mittelamerikas?
Maria del Carmen Pu: Hier sprechen wir vom Machismo, einem Männlichkeitswahn, der schon seit sehr langer Zeit in dieser Region existiert. Doch nur wenige Frauen trauen sich, den Machismo zu thematisieren. Die meisten ziehen es vor, ihn als normal anzusehen. Sie denken: «Es ist normal, dass ich als Frau geschlagen werde. Es ist normal, wenn ein Mann mich anschreit. Es ist normal, dass ich eine unterwürfige Haltung gegenüber Männern einnehme.» » Weiterlesen

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