Quartierhaus wird zum Streikhaus

Am 7. Dezember findet das Eröffnungsfest des feministischen Streikhaus in Zürich statt.

Verein Feministisches Streikhaus. Die Vernetzung nach dem Frauen*streik geht weiter: Gruppen finden sich, Projekte werden ins Leben gerufen. Der Raum wird eng und so muss ein weiterer Treffpunkt her. Das Quartierhaus im Kreis 5 wurde in den letzten Wochen zum feministischen Streikhaus umgebaut – am 7.Dezember findet das Eröffnungsfest statt.

Am 14.Juni 2019 nahmen in Zürich über 100 000 Menschen am feministischen Streik teil. Doch dieser Streik war erst der Anfang. Das feministische Streikkollektiv oder Frauen*streik-Kollektiv in Zürich trifft sich seitdem regelmässig und die feministische Vernetzung geht weiter. Seit dem 14. Juni hat die Bewegung weiteren Zulauf erhalten – neue Gruppen finden sich, neue Projekte werden ins Leben gerufen. » Weiterlesen

Feminisierte Schreibweise ist Kosmetik

Die Sprache alleine wird kaum zu Veränderungen führen. Nötig ist der Druck von der Strasse, so wie am 14. Juni 2019.

sah. Sprache spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse und Unterdrückungsformen wider: Dazu gehören Sexismus und die erzwungene Binarität der Geschlechter. Spätestens seit dem Frauen*streik wird mit unterschiedlichen Schreibweisen experimentiert. Kann eine Feminisierung der Sprache zur Emanzipation der Frauen* beitragen?

Kürzlich wurde auf der Infoplattform «Barrikade» die Übersetzung des Textes «Befreit die Feminisierung die Frauen?» von Maria Desmers heiss diskutiert. Desmers hinterfragt, ob die Herrschaft des Maskulinums in der Sprache in einem derart direkten Verhältnis mit der «Männerherrschaft» im realen Leben steht.

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Antifeminismus mittet Ideologien ein

sah. Antifeminismus wie auch Anti-Gender-Rhetoriken spielen eine wichtige Rolle bei der Normalisierung rechter Ideologien. Menschenfeindliche Denkweisen werden Mainstream, ohne dass deren rechte Setzung erkannt wird. An einer Veranstaltung in Bern stellte Franziska Schutzbach ihre Arbeit dazu vor.

Zwar ging es bei der Veranstaltung vom 14.November 2019 im Frauenraum in Bern um die Lage der Gender Studies in Europa, doch durch die Referentin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach gab es eine aktuelle Einschätzung zur feministischen Bewegung und deren Gegnern aus dem rechten Lager.

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Giftiger Corpsgeist

sah. Immer wieder wurde während des Frauen*streikjahres über den Begriff «toxische Männlichkeit» als schädliche bis tödliche Verhaltensweisen für Mitmenschen wie auch für sich selbst gesprochen. Was bedeutet dieses «Arschlochverhalten», das oft mit der Evolution gerechtfertigt wird, heute? Mit Kommentaren von Franziska Stier.

In Bern wurde am 14.Juni am Frauen*streik die Broschüre «Nebenwidersprüche. Anarcha Feministisches Fanzine» zum Selbstkostenpreis verkauft. Hier wird in über 100 Seiten auf die toxische Männlichkeit eingegangen und verschiedene Unterthemen wie Lebenserwartung, Männerschaften oder Kastrationsangst beschrieben.

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Alte Ordnung geht in Rauch auf

sah. Am 15.Oktober war der internationale Tag der Landfrauen*. Die Aktivist*innen nutzen den Anlass, um auf fehlende Rechte hinzuweisen und gleichzeitig den «Bäuerinnen-Appell» für besseren sozialen Schutz zu thematisieren. Ein Rückblick auf die Proteste der Bäuer*innen der Schweiz.

Die Frauen*bewegung war dieses Jahr nicht nur in den Städten und Agglomeration präsent, sondern auch auf dem Land und in den Bergregionen. Bäuer*innen, Landfrauen* und Dorfbewohner*innen organisierten eigene Aktionen, und wurden dadurch Teil der Bewegung. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der spezifischen Situation der Menschen auf dem Land, riefen Aktivist*innen dazu auf, Höhenfeuer auf Hügeln zu entfachen und so starke Zeichen zu setzen. » Weiterlesen

Notwendigkeit der Einheit

sah. Auch Frauen*streikkollektive berufen sich auf die Intersektionalitätstheorie, bei der die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen bei Menschen im Fokus sind. Dies überzeugt aber nicht alle: Eine Reflexion aus marxistischer Perspektive.

Die Krise des Kapitalismus hat weltweit dazu geführt, dass Menschen das System hinterfragen und sich als Folge davon in Massenbewegungen organisieren. Teil dieser Stimmung waren auch Bewegungen, die gegen unterschiedliche Unterdrückungsformen ankämpften, die verschiedene Schichten der Arbeiterklasse im Kapitalismus erfahren müssen. Beispiele dafür sind «Black Lives Matter» oder die «Anti-Trump Bewegung».

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Der lange Weg zur Urne

sah. Das Jubiläum des Schweizer Frauen*stimmrechts steht vor der Tür. Wir feiern 2021, was Aktivist*innen vor 50 Jahren erstritten haben. Dieser Anlass bietet eine Plattform, um über den aktuellen Zustand unserer Demokratie nachzudenken und das Wahl- und Stimmrecht mit Aktivitäten zu feiern.

Tausende von Frauen* forderten am 1. März 1969 vor dem Bundeshaus die Einführung des Frauen*stimmrechts. Aufgerufen zum «Marsch auf Bern» ohne Demonstrationsbewilligung hatte der Zürcher Stimmrechtsverein. Aber längst nicht alle Frauen* beteiligten sich an der Kundgebung, weil sie durch diesen öffentlichen Auftritt Ausschreitungen oder Einbussen von Stimmen bei der späteren Abstimmung fürchteten. «Bundesrat, uf zur Tat» soll die Aktivistin und spätere Politikerin Emilie Lieberherr gerufen haben. » Weiterlesen

Ab heute Feierabend!

sah. Arbeitende Frauen* verdienen durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer*. So gesehen arbeitet ab dem 21. Oktober die Frau* gratis! Grund genug, um ab dann bis Ende Jahr Feierabend zu machen. Schweizweit gab es dazu symbolische Aktionen.

Ab 17 Uhr war in Zürich Feierabend: «Bringt Becher für den Prosecco mit, Stühle zum drauf ausruhen, Transpis für die öffentliche Aufmerksamkeit und eure Kolleg*innen aus Solidarität!» So lautete hier der Aufruf zu #feierabend2019. Langsam füllte sich der Paradeplatz, Frauen* brachten Liegestühle mit, breiteten Decken aus und bedienten sich aus Getränkeboxen.

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Ich wollte ein Fenster aufstossen

sah. Aktivist*innen des Frauen*streiks 2019 bezogen sich auf feministische Autor*innen – von Laurie Penny, über Margarete Stokowski bis zu Simone de Beauvoir. Etwas vergessen gegangen ist Iris von Roten, die ein schweizerische Version zu «Das andere Geschlecht» geschrieben hat. Das Buch hat bis heute kaum an Aktualität verloren.

«Hier ist das Buch, das ich mit zwanzig Jahren gerne gelesen hätte, aber nicht fand», so beginnt das Buch «Frauen im Laufgitter – offene Worte zur Stellung der Frau» von Iris von Roten. Die 5 Kapitel und rund 600 Seiten umfassende Schrift analysiert nicht nur die Situation der Frau in der Gesellschaft, sondern fordert gleichzeitig rechtliche, wirtschaftliche, soziale und politische Gleichstellung der Geschlechter, sowie persönliche und sexuelle Selbstbestimmung der Frau*.

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Kita-Mitarbeiter*innen trotzen weiter!

sah. Die Regelung der Arbeitsbedingungen soll zu den Bewilligungsvoraussetzungen für Kitas gehören – das will die Tr?tzphase. Es braucht einen Gesamtarbeitsvertrag , der unter anderem auch Regelungen zur Vor- und Nachbereitungszeit enthält. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Kinder gut betreut werden.

«Frauenberufe» sind nach wie vor all-gemein weniger anerkannt und schlech-ter bezahlt. So fand am 14. Juni 2019 ein landesweiter Frauen*streik- und Aktionstag statt.

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Frauen* kämpfen gegen Brandstiftung

Lina Ratzfatz. Grosse Krisen in der Geschichte der Menschheit haben das Potential für eine soziale Revolution: Historische Frauen*mobilisierung in Brasilien gegen die Hasspolemik Bolsonaros, dessen Verbündete aus der Agrarlobby und die im Amazonasbecken stattfindende Brandstiftung.

In Brasilien findet gegenwärtig eine historische Frauen*mobilisierung statt, die es verdient, internatio-nal gehört zu werden. Die Journalistin Karla Mendes schreibt dazu im Artikel Resisting to exist: «Indigene Frauen* sind jetzt mutig ins politische Rampenlicht getreten. Sie protestieren gegen die Regierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro sowie gegen neue politische Massnahmen, die die indigenen Rechte bedrohen. Diese werden durch die Verfassung des Landes von 1988 garantiert und durch internationale Verträge anerkannt.

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Abtreibungsfrage als Deckmantel

sah. Und wieder sind sie da: der «Marsch fürs Läbe» findet nach drei Jahren Abwesenheit in Zürich statt. Mit immer gleichen Inhalten wie Abtreibungsverbot und verachtenden Menschenbildern nehmen sich rechte Christ*innen ihren Raum. Warum es auch heute Widerstand dagegen braucht.

Am 14.September 2019 kamen rechte Christ*innen nach einer Pause mit dem «Marsch fürs Läbe» zurück nach Zürich, um zum zehnten Mal gegen das Recht auf Abtreibung und damit gleichzeitig indirekt gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau* zu demonstrieren.

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Die GrossmütterRevolution

Marie-Louise Barben setzt sich für ein würdiges Leben im Alter ein.

sah. Auch die Generation im Pensionsalter bleibt nicht still. Grossmammas, also Frauen* im vierten Lebensabschnitt, organisieren sich, führen Anlässe durch und erstellen wichtiges Informationsmaterial. Sie wollen ein neues Altersbild
schaffen und ein Sprachrohr sein. Wichtigstes Ziel ist ein gutes Alter für alle.

Marie-Louise Barben steht im Innenhof des Berner Generationenhauses. Als Teil des Motors der Bewegung «GrossmütterRevolution» spricht sie hier am 17.September im Rahmen der Ausstellung «forever young».

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Neu in Zürich: Ni-una-menos-Platz

sah. So wie es Demos für’s Klima gibt, wird es Demos gegen Gewalt an Frauen* geben. In Zürich treffen sich Aktivist*innen neu bei jedem in der Schweiz verübten Morde an Frauen (Femizide) am Ni-una-menos-Platz. Ein Protest, um die strukturelle patriarchale Gewalt zu benennen.

Am 21.August wurde der Helvetia-platz in Zürich von Aktivist*innen des Frauen*streikkollektivs Zürich in den «Ni-una-menos-Platz» umbenannt. «Ni una menos» ist der Name einer feministischen Bewegung in Argentinien, die sich in ganz Lateinamerika und mittlerweile darüber hinaus verbreitet hat.

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Linke Räume sind nicht immer frei von Diskriminierung

sah. Um Kämpfe gegen Sexismus in der kapitalistischen Gesellschaft im Frauen*streikjahr führen zu können, müssen Aktivist*innen sich zuerst mit dem Sexismus in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Es geht hier weniger um Anklage, sondern darum, gemeinsam Handlungsstrategie zu entwerfen.

Immer wieder wird es erwähnt: Sexismus und Diskriminierung findet auch in den eigenen Reihen in der linken Szene statt. Gerade wenn sich jetzt 2019 Gruppen, Organisationen oder Netzwerke treffen, um Aktionen für das Jahr vorzubereiten, ist eine Sensibilisierung dazu hilfreich.

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Massive Proteste gegen den reaktionären «Marsch fürs Läbe» in Zürich

Etwa 1800 Aktivist*innen haben sich heute im Zürcher Kreis 5 versammelt, um sich der reaktionären Hetze der christlichen Rechten entgegenzustellen. Mit verschiedenen Demonstrationen, Aktionen und vor allem lautstark haben wir das Recht auf Abtreibung und ein selbstbestimmtes Leben und eine freie Sexualität verteidigt.

Uns und unzähligen Passant*innen und Anwohner*innen ist es wichtig, für das hart erkämpfte Frauenrecht auf Abtreibung einzustehen. Wir wollen selber entscheiden, ob, wann und mit wem wir Kinder haben und wie wir leben.

So konnten wir den Aufmarsch der christlichen Rechten durchs Quartier verzögern und behindern. Die Demonstrationsr oute des “Marsch fürs Läbe” beschränkte sich deswegen auf eine kurze Runde durch einige menschenleere Durchgangsstrassen um den Escher-Wyss-Platz herum. An einem Gebäude am Turbinenplatz, dem Kundgebungsort der Rechten, hing ein riesiges, unübersehbares Transparent mit der Aufschrift «Pro Life’ is a lie – you don’t care if women die». » Weiterlesen

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