Die stille Reserve wird zur Armee

flo. Arbeitslosigkeit gehört zum Kapitalismus, wie der Regen zur Wolke. Doch während Arbeitssuchende sonst für das System eine wichtige Rolle erfüllen, werden sie in der Krise zur Bedrohung für das Kapital. Zur Arbeitslosigkeit in Zeiten von Covid-19.

Am 12.Februar schloss der Dow Jones mit einem Allzeithoch. Nie zuvor war der Börsenmarkt in der Vergangenheit profitabler gewesen. Zwei Wochen später war der leere Traum dann vorbei. In der Zwischenzeit waren die Kurse so stark gestürzt, wie seit dem 2008er-Crash nicht mehr. Die Kursstürze waren ein zuverlässiger Anzeiger für das, was geschehen würde: Die Krise, in der wir uns seit 2008 befinden, trat in eine neue, verschärfte Phase ein. Die Krisenpolitik der letzten zwölf Jahre hatte die globalen Volkswirtschaften nicht im Geringsten auf das vorbereitet, was kommen würde. Mehr noch: Das Vorgehen des politischen und wirtschaftlichen Establishments hatte die Katastrophe in diesen Ausmassen überhaupt erst ermöglicht.

Moderne Alchemie
Dabei dürfen wir hier nicht dem Irrglauben aufsitzen, dass die Börsenkurse die Entwicklungen in der Wirtschaft abbilden. So haben sich die Kurse in den letzten Wochen erholt, was wohl auch viel mit den grössten staatlichen Hilfspaketen der Geschichte zu tun hat: Alleine in der ersten Maihälfte kam es in den USA laut einer Studie von Goldmann Sachs zu Aktienrückkäufen in der Höhe von insgesamt 190 Milliarden Dollar. Innerhalb von zwei Wochen gaben US-Unternehmen gleich viel aus, wie innerhalb von drei vollen Monaten im Jahr 2019, um durch den Kauf eigener Aktien die Kurse in die Höhe zu treiben.
Die Rückkäufe in den letzten Jahren waren vor allem eine kosmetische Massnahme. Kein Produkt ist deshalb effizienter produziert, keine Innovation geschaffen worden. Als dann im März 2020 die Krise wieder heiss wurde, fehlten aber durch die Rückkäufe Finanzmittel um Löhne, Mieten und Rechnungen zu bezahlen. Und hier bildet sich die wahre Tragödie der aktuellen wirtschaftlichen Situation ab: Es sind nicht die Verluste von parasitären Spekulant*innen, die Weizenpreise in die Höhe treiben oder in Rüstung investieren, um Geld zu machen. Ein Kursanstieg sagt nicht aus, ob ein Unternehmen besser oder schlechter wirtschaftet, sondern ob es die Profitansprüche von Investor*innen zu befriedigen weiss. Dass die Aktienkurse nichts mit dem Zustand der Wirtschaft zu tun haben, sehen wir vor allem im Moment, indem die Nachrichten von Massenentlassungen Kursanstiege bei den entsprechenden Unternehmen auslösen.

Eine ungekannte Kluft
Seit Mitte März ist die Arbeitslosigkeit alleine in den Vereinigten Staaten um 33,3 Millionen Personen gestiegen. Das entspricht einer Arbeitslosigkeit von etwa 20 Prozent. Damit einhergehen massive Folgen für die Massen. Viele haben kaum oder keine Rücklagen und alleine schon der Ausfall von einem oder zwei Monatsgehältern kann in einem Land ohne nennenswertes soziales Netz existenzbedrohend sein. Es erstaunt sodann auch nicht, dass ein Drittel der US-Amerikaner*innen im März nicht dazu in der Lage war, ihre Monatsmiete zu zahlen. Es ist anzunehmen, dass die USA besonders schwer von der aktuellen Krise betroffen sein wird.
Doch auch in der Schweiz müssen wir uns auf eine schwierige wirtschaftliche Lage einstellen. Normalerweise sinkt hierzulande die Arbeitslosigkeit im Frühling. Davon war dieses Jahr gar nichts zu spüren. Um rund 18000 Personen ist die Arbeitslosigkeit seit März angestiegen, was einer Quote von 3,3 Prozent entspricht. Aber wie immer sind diese Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. Nur wer auch berechtigt ist, ALV-Gelder zu beziehen, taucht in der Statistik auf. Durch das Mittel der Kurzarbeit – von der 1,9 Millio-nen Menschen hierzulande betroffen sind – wird dieser Anstieg im Vergleich zu den USA langsamer vonstattengehen. Doch dass die Schweiz eine Insel der Glückseligen bleibt, ist nicht zu erwarten.
Während für Millionen von Menschen die wirtschaftliche Lage verschärft wird, profitieren einige wenige Superreiche enorm. Der reichste Mensch der Welt, Jeff Bezos, hat sein Vermögen seit Beginn der Krise um 25 Milliarden Dollar vergrössert – ein grösserer Betrag als die Wirtschaftsleistung Kambodschas während eines Jahres.

Die Reichen immer reicher…
Während sich die Kapitalist*innen, deren Unternehmen die Krise überstehen, eine goldene Nase verdienen, gehen Tausende und Abertausende Klein-bürger*innen bankrott. Wir Kommunist*innen haben nicht die Aufgabe jetzt über das Los dieser selbst ernannten «Patrons» zu klagen und zu fordern, dass man sie mit ganz bewussten Kaufentscheiden bei Schweizer Unternehmen zu unterstützen habe. Es sind dieselben Kleinbürger*innen, die in den letzten Jahren mit ihren Verbänden bei jeder Gelegenheit für schlechtere Löhne und Arbeitsbedingungen gekämpft haben. Uns muss klar sein, dass dieser Prozess im Kapitalismus unvermeidbar ist und de facto schon seit Jahrhunderten andauert: Kleine Unternehmen gehen baden, die Grossen übernehmen derweil die Marktanteile ihrer vorherigen Konkurrenz und konzentrieren Kapital.
Das geschieht zwar auch in Konjunkturphasen, aber in der Krise, wo sich die geringere Liquidität von kleineren Marktakteur*innen rächt, gehen entsprechend mehr Betriebe bankrott. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer rechnet als Resultat einer Umfrage momentan mit einer Insolvenz von zehn Prozent der «mittelständischen Unternehmen». Rund ein Drittel der befragten Unternehmen hat Stellen abgebaut, rund 40 Prozent sind von Insolvenz gefährdet.

…die Armen immer ärmer
In der Krise verschärft sich zusätzlich der Konkurrenzkampf. Zwar verschwinden Akteur*innen von den Märkten, doch müssen die Übriggebliebenen um kleiner werdende Kaufkraft konkurrieren: Die steigende Arbeitslosigkeit, stagnierende Löhne, die Vernichtung ganzer produktiver Industrien unter dem Hauptaugenmerk der Profitabilität für Anleger*innen sorgt dafür, dass der Teufelskreis innerhalb der Krise sich zusätzlich verschärft. Um die Konkurrenzfähigkeit aufrecht zu erhalten, müssen bei kleiner werdender Kaufkraft die Güter pro Stück günstiger auf den Markt geworfen werden. Da die Hauptkosten in der Produktion von Waren und Dienstleistungen in Ländern wie der Schweiz durch Sozialabgaben und Löhne ausgemacht werden, ist es im ureigensten Interesse der Kapitalist*innen, bei ebenjenen Ausgabeposten Senkungen zu erreichen. Die Folge: Die Büezer*innen haben noch weniger Geld zur Verfügung, um die immer zahlreicher und immer günstiger produzierten Waren dann auch zu kaufen – von der günstigeren Produktion kommen die Profite meist eben auch nicht bei den Konsument*innen an..
Marx beschrieb diese Entwicklung in der Beziehung zwischen Fabrikant und Arbeiter*innen als Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital – als einen der grossen Konstruktionsfehler, die diesem System letztlich den Kragen kosten wird.

Hausgemachter Aufruhr
Um zu wissen, dass ökonomische Krisen vom Kapital mit Angriffen auf Lebensbedingungen und Löhne des Proletariats beantwortet werden, muss man nur die letzten 12 Jahre Revue passieren lassen. Ob hungrige Schulkinder in Griechenland, prekarisierte Arbeiter*innen in Bangladesch, gestrichene Sozialleistungen in der Schweiz oder grösser werdende Flüchtlingsbewegungen: All diese Prozesse waren Folge der Krisenpolitik des Bürgertums nach 2008.
Bei der durch die Covid19-Pandemie losgebrochenen Krise handelt es sich um die direkte Fortsetzung und Verschärfung dieses Prozesses. Eine Verschärfung, welche die herrschende Ordnung erschüttern wird. Mit dem Proletariat, mit Heeren von Arbeiter*innen, die in Fabriken und Büros für die Kapitalist*innen Profite zu erwirtschaften haben, schuf sich das Kapital seine eigenen Totengräber*innen – jene Klasse, die dieses System niederwerfen kann. Mit den Antworten auf die aktuelle Krise schafft sich das Kapital aber noch viel mehr: Es schafft eine brandgefährliche Situation in der Millionen und Abermillionen Menschen deshalb in direkte Feindschaft mit der herrschenden Ordnung geraten werden, weil sie ihre direkten Lebensbedürfnisse nicht mehr werden decken können, weil sie ihre Wohnungen nicht bezahlen und ihre Familien nicht ernähren können werden. Mit der Fortführung der Krisenpolitik nur im Interesse der Besitzenden destabilisiert die herrschende Klasse den brüchigen Status quo weiter.

Wir wollen nur die Welt
Für die revolutionäre Linke eröffnet dies neue Perspektiven und die Deutlichkeit, dass wir uns mit nicht weniger zufrieden geben dürfen, als der irische Marxist James Connolly gefordert hat: «Our demands most moderate are, we only want the earth». (Unsere Forderungen sind ausgesprochen gemässigt – wir wollen nur die Welt.) Nur so werden wir die Tragödie, die ins Haus steht, zumindest mildern können.

Mit Homeoffice rund um die Uhr arbeiten

Stefan Kühner. Viele freuten sich, als sie von der Firma ein neues Smartphon auch für den privaten Gebrauch bekamen. Sie tappten jedoch in eine Falle. Aus der Flexibilität ist nicht die Zeitsouveränität der Beschäftigten entstanden, sondern ihre andauernde Verfügbarkeit. Und jetzt wird die Krise genutzt, um zu testen, was alles «privatisiert» werden kann.

Das was von allen möglichen Seiten als «Neue Arbeit» gepriesen wird, erweist sich als verschärfte Form der Ausbeutung vor allem bei den Kopfarbeiter*innen. Dazu zählen zunächst die Beschäftigten, die bis vor zirka 15 Jahren als «Angestellte» bezeichnet wurden und in «Büros» arbeiteten. » Weiterlesen

Von Stalingrad nach Berlin

dab. Vor 75 Jahren beendete die Rote Armee den Zweiten Weltkrieg mit der Eroberung der Reichshauptstadt Berlin. Sie ermöglichte damit eine sozialistische Entwicklung in Osteuropa und bewirkte, dass während mehr als vierzig Jahren kein Krieg mehr von Deutschland ausging. Der 8.Mai wird seither als Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus gefeiert.

Der Krieg gegen die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941 – trotz dem 1939 geschlossenen Nichtangriffspakt- mit dem Überfall «Unternehmen Barbarossa» der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion und endete mit der Schlacht um Berlin nach dem Selbstmord Adolf Hitlers und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8.Mai 1945.

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Sieg und mässige Veränderungen

Italienische Partisaninnen

Redaktion. Nach zwanzig Jahren faschistischer Diktatur in Italien und dem Kriegseintritt an der Seite Nazideutschlands kämpften von 1943 bis 45 viele Frauen* und Männer* als Partisan*innen gegen die Besatzungstruppen und italienische Faschist*innen.

Es ist ein aufopferungsvoller und verlustreicher Kampf mit der Hoffnung auf eine grundlegend veränderte Gesellschaft. Vor 75 Jahren, im Frühjahr 1945, geht der Kampf in seine letzte und entscheidende Phase.

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Die Krise heisst Kapitalismus

Redaktion. 1870, vor 150 Jahren wurde Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, geboren. In einer Rede an der Kommunistischen Internationale vor 100 Jahren beschreibt er die kapitalistische Krise und kritisiert die Bourgeoisie des Jahrs 1920. Eine Kritik, die auch auf die heutige Bourgeoisie, und eine Beschreibung, die auch auf das Krisenjahr 2020 zutrifft.

Das Jahr 2019 endete mit einer Reihe von Angriffen deutscher Konzerne auf die Arbeiterklasse. Nicht nur Automobilkonzerne drohen mit Entlassungen, Schliessungen, Verlagerungen der Produktion. Die Krise dauert seit 2007 an, sie ist keinesfalls überwunden.

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Toluol, Wechselschicht und Klassenkampf

Protest gegen die Schliessung der Tiefdruckerei Prinovis in Itzeho bei Hamburg im 2014. Die Zahl der Beschäftigten in der Druckindustrie ist seit Jahren rückläufig.
Bild: Martin Dieckmann

Gaston Kirsche. Über 30 Jahre liegen nun meine ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt zurück: Meine Ausbildung als Drucker, die Arbeit mit krebserregenden Substanzen, Nachtschichten sowie die Arbeitskämpfe für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen in einer Branche, die sich in einem radikalen Umbruch befand, haben mich geprägt.
Der Betriebsalltag war aber auch von Sexismus und Rassismus geprägt. Die Erinnerungen eines Druckarbeiters.

Der Tiefpunkt war meistens so zwischen zwei und drei Uhr morgens. Der Körper will schlafen und versteht nicht, warum er hier an der Rotation steht. Die Papierbahn rast durch die zehn Druckwerke, überall Papierstaub, trotz der Ohrstöpsel ist es laut.

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Imperialmacht Deutschland

Matin Baraki. Deutschland strebt unverblümt nach imperialistischer Weltmacht und ist bereit, dieses Vorhaben auch mit militärischer Macht durchzusetzen. Was das bedeutet, haben die Völker Europas zweimal bitter erleben müssen.

Deutschland als verspätete Nation hat drei Anläufe unternommen, «erwachsen» zu werden. Als der deutsche Imperialismus aufwachte, war die Welt schon unter den anderen Kolonialmächten aufgeteilt.

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Marxismus und Umweltpolitik

Hubertus Zdebel. Die ökologische Frage gilt unter Linken keineswegs als sogenannter Nebenwiderspruch zur sozialen Frage. Weite Teile der Klimabewegung stellen einen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Klimaschutz und kapitalistischer Produktionsweise fest. Mit den Schriften von Karl Marx liegt die noch immer massgebliche Analyse und Kritik des Kapitalismus vor. Marx äusserte sich auch zum Thema Ökologie.

In Sachen Klimaschutz ergeben sich auf den ersten Blick eigentümliche Koalitionen. Umweltorganisationen und Manager*innen von Investmentfonds, grüne Politiker*innen und Silicon Valley – sie alle werben für die Energiewende. » Weiterlesen

Klimawandel oder Systemwandel — ist grüner Kapitalismus möglich?

Anne Polikeit. Alle scheinen sich einig zu sein, dass dringend Massnahmen notwendig sind, um das Klima und somit auch unseren Planten zu retten. Doch nichts geschieht. Warum nicht? Es gibt einen antagonistischen, das heisst in diesem System unlösbaren Widerspruch zwischen Kapitalismus und der nachhaltigen Reduzierung der Umweltprobleme.

«Eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja selbst alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur Besitzer, ihre Nutzniesser und haben sie als boni patres familias (gute Familienväter) den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen…». Ein guter Ratschlag, dessen Ursprung hier noch nicht genannt werden soll.

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Ein Leben für den Widerstand

flo. 1941 holte Manolis Glezos mit einem Genossen die Hakenkreuzfahne von der Akropolis. Den damals 19-jährigen Jugendlichen kannte noch niemand. Heute aber trauert ein ganzes Land um ihn: Im Alter von 97 Jahren starb der Kämpfer am 30.März an Herzversagen. Ein Nachruf.

Als die Wehrmacht am 6. April 1941 die Grenzen zu Jugoslawien überschritt, sollten damit zwei Aufgaben erledigt werden: Zum einen sollten auf dem Gebiet des jugoslawischen Staates den Hitlerfaschist*innen freundlich gesinnte Kräfte an die Macht gebracht werden. Zum anderen sollte Mussolini unter die Arme gegriffen werden, der nach einem gescheiterten Angriff auf Griechenland bis ins italienisch gehaltene Albanien zurückgetrieben worden war. » Weiterlesen

Die Sau durchs Dorf jagen

dab. Die Neudefinition der Pandemie durch die WHO 2009 hat in der Schweiz Gesetzesänderungen nach sich gezogen, die die Ausrufung und zentrale Organisation von Zwangsmassnahmen stark erleichtern. Die Möglichkeit, das Covid-29-Virus zu messen, hat sich sehr schnell verbreitet und suggeriert eine schnelle Zunahme der Erkrankungen.

Der deutsche Epidemologe Dr. Wolfgang Wodarg kritisiert in einem Interview mit Milena Preradovic auf Youtube Mitte März die Corona-Massnahmen der Politik. «Es gibt überhaupt keinen Grund zur Panik», sagt er und vermisst eine wissenschaftliche Debatte.

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Massenlinie und die nationale Frage

Proteste gegen den Vietnamkrieg waren Bestandteil der Aktionen der revolutionären Linke in den USA in den 1960er Jahren.

Lukas Arnold. «Critical Whiteness» hat ihren Ursprung in der revolutionären Linken der USA. Ihre Geschichte ab den 1960er Jahren ist geprägt durch das Spannungsfeld von Rassismus, Sexismus und Kommunismus. Ein Beitrag zu einer Debatte, die in der revolutionären Linken in Europa geführt werden muss.

Wenn heute über Themen wie Identitätspolitik, Crititical Whiteness und strukturellen Rassismus gesprochen wird, verziehen sich die weissen Mienen der revolutionären Linken. Akademischer Habakuk oder reformistische Gefühlsduselei, so gängige Vorwürfe; behinderlich für den wahren, revolutionären Kampf, und in den wirren Köpfen akademischer Eliten entstanden, welche sich nicht mit den wichtigen Problemen zu beschäftigen wissen.

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Putzarbeit für Nazi-Tätowiererin

sah. Am 13.Januar 2020 machte eine Fantifa-Aktion auf das Tattoo-Studio «Into the Light» in Lörrach aufmerksam. Statt mit Stechen von Runenschriftzügen waren die Tätowiererinnen aus der Nazi-Szene an diesem Tag mit Putzarbeiten beschäftigt. Wohl oder übel wird das Tattoo-Studio aber leider weiterhin offen bleiben können.

Mitte Januar 2020 wurde das Tattoo-Studio «Into the Light» an der Freiburger Strasse im Stadtteil Tumringen in Lörrach neu eröffnet.

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Das, was nicht sein darf, kann nicht sein?

Mahnmal in Katyn

Gracchus. Der vorwärts vom 31.Januar 2020 veröffentlichte einen Beitrag von Damian Bugmann unter dem Titel «Der Westen glaubte den Nazis». Unter Bezug auf eine Arbeit von Grover Furr von der Montclair State University in New Jersey, stellt der Autor die sowjetische Verantwortung an den Massakern von Katyn in Frage. Eine Replik.

Der Autor des Artikels weist die Urheberschaft des Verbrechens, welches im Walde von Katyn (bei Smolensk) und umliegenden Orten das Leben von mehr als 20000 polnischen Offizieren und Staatsbeamten gekostet hatte, Nazideutschland zu. Zu Recht bestreitet er nicht die Faktizität des Massakers. Die sowjetische Verantwortung an diesem Geschehen lässt sich indessen nicht bestreiten.

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Rassismus, der Virus und die Medien

China-Korrespondentin Claudia Stahel in Shanghai

flo. Kaum ein Thema hat die mediale Berichterstattung derart dominiert wie der Coronavirus. Dabei handelt es sich bei der Erkrankung nicht einmal um die opferreichste Pandemie, die momentan die Runde macht. Ein Kommentar zum Umgang mit dem Virus, der Psychologie von Massenpaniken und Medien im Kapitalismus.

200 Fälle ausserhalb der Volksrepublik China reichen aus, um aus einer Erkrankung eine globale Bedrohung der Menschheit herbei zu konstruieren.

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Umweltzerstörung ist Teil einer Taktik

sah. Selten wird ein Zusammenhang zwischen Klimakrise und Krieg gemacht. Dabei ist die «Taktik der verbrannten Erde» ein Grundprinzip auf Kriegsschauplätzen. Menschen stehen hier nach einem Angriff vor dem Nichts, weil die Umwelt zerstört ist. Hier muss informiert werden.

Bis jetzt drehte sich die Klimadebatte vor allem um Gesetze, die umweltschädliche Konzerne in die Schranken weisen und nachhaltige Wege, um Nahrung, Kleidung oder andere Waren zu produzieren. Bisher ausser Acht gelassen wurde einer der grössten ökologischen «Schädlinge» der Geschichte: der Krieg. In der Klimahalle in Bern – die im Januar 2020 stattfand – war den Krieg und seinen Folgen eine ganze Wand mit Bildmaterial und Infotafeln gewidmet.

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Stopp Palmöl – Referendum unterschreiben!

Mathias Stalder. Die Schweiz hat ein Freihandelsabkommen mit Indonesien unterzeichnet. Mit jenem Land also, das weltweit am meisten Palmöl produziert. Profitieren sollen Schweizer Konzerne und zwar auf Kosten der Umwelt sowie der Menschen in Indonesien. Das Referendum ist lanciert.

Am 1.November 2018 wurden die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) und Indonesien beendet. Das Schweizer Parlament hat dem Wirtschaftsabkommen am 20.Dezember 2019 zugestimmt. Bereits beim Abschluss des Abkommens hat die Palmöl-Koalition, ein Zusammenschluss von verschiedenen NGOs, die fehlende Verbindlichkeit und Transparenz kritisiert. Sie hat vergeblich gefordert, das Palmöl aus dem Abkommen auszuschliessen. » Weiterlesen

Der Westen glaubte den Nazis

Antikommunistische Mahnmal in Katyn.

dab. Die deutschen Besatzer präsentierten 1943 bei Katyn in der heutigen Ukraine tausende von Leichen von polnischen Kriegsgefangenen als Ergebnis eines sowjetischen Massakers. Nikita Chruschtschow klagte seinen Vorgänger Josef Stalin an, 61 schwere Verbrechen begangen zu haben. Der nordamerikanische Historiker Grover Furr beleuchtet beides sehr kritisch.

Grover Furr, Professor an der Montclair State University in New Jersey, studierte regelmässig russische Originalwerke und -dokumente. Er stellte fest, dass im englischsprachigen Standardwerk des Princeton-Geschichtsprofessors Stephen Kotkin «Stalin. In Erwartung Hitlers, 1929 bis 1941» über die schrecklichen stalinschen Verbrechen und Massaker die Fussnoten die antikommunistischen Aussagen nicht stützten, sondern ihnen widersprachen. Sein weiteres ausgiebiges Studium der russischen Quellen bestätigte seine Erkenntnis.

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