Wenn Solidarität Mehrwertsteuer heisst

dom. Die 13.AHV-Rente wurde von der Linken als gewaltiger sozialpolitischer Triumph gefeiert. Doch bei der Finanzierung zeigt sich: Das Kapital bleibt verschont, zahlen sollen Arbeit und Konsum. Aus dem Sieg wird ein Lehrstück über linke Politik ohne Klassenkonflikt.

Es ist – wie soll man’s sonst sagen – ein Riesendesaster. Am 3. März 2024 wurde die Volksinitiative «Für ein besseres Leben im Alter», besser bekannt als Initiative für eine 13. AHV-Rente, von der Stimmbevölkerung angenommen. Das Resultat fiel mit 58 Prozent Ja-Stimmen ausgesprochen deutlich aus, rund 1,9 Millionen Menschen stimmten für die Einführung einer 13. AHV-Rente.
Gewerkschaften, SP und Grüne feierten die Abstimmung als historischen Triumph. Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), sprach von einem «fantastischen» Resultat, er sei «unglaublich stolz» auf Land und Demokratie. Auch SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer freute sich «riesig», die Grünen sahen im Abstimmungsresultat gar eine «Rote Karte» für die bürgerlichen Parteien.

Scheinerfolge
Und es stimmt schon: Das war nicht einfach irgendein Abstimmungssonntag. 2021 die Pflegeinitiative, die bessere Arbeitsbedingungen für die überlasteten Pflegepersonen verlangte, im selben Jahr die «Ehe für alle», die gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe öffnete. Und dann der Ausbau der Altersvorsorge per Volksinitiative – lag das Momentum plötzlich links?
An der Urne vielleicht. Anscheinend können linke Anliegen durchaus Mehrheiten gewinnen, wenn sie den Alltag der Menschen konkret betreffen. Nur bedeutet ein Ja an der Urne noch nicht, dass die Sache politisch gewonnen ist: Mal scheitert sie an vage formulierten Initiativtexten, an offenen Finanzierungsfragen, mal an der Umsetzung durchs bürgerliche Parlament – manchmal an allem gleichzeitig.
Die Pflegeinitiative ist bis heute nicht umgesetzt – und auch die 13. AHV droht zum Pyrrhussieg zu werden. Die Auszahlung ist beschlossen, doch die Initiant:innen mochten nicht festlegen, wer die zusätzliche Rente bezahlen soll. Die Finanzierung wurde ausgelagert: zuerst in den Abstimmungskampf, dann an den Bundesrat, dann ans Parlament, jetzt wieder ans Stimmvolk.

Keine linken Mehrheiten
Zunächst standen allerlei Ideen im Raum. Eine Finanztransaktionssteuer wurde von der Mitte ins Spiel gebracht und später auch von Grünen und EVP als prüfenswerte Alternative unterstützt. Nicht die Löhne, nicht der Konsum, sondern das Kapital sollte bezahlen. Rasch zeigte sich, dass solche Vorschläge keine Mehrheit finden würden. SVP und FDP stellen sich grundsätzlich gegen solche Vorschläge, gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden warnten sie vor Abwanderung von Finanzgeschäften – und selbst die SP mochte das Kapital für den Ausbau der Altersvorsorge nicht in die Pflicht nehmen.
So lagen letztlich nicht mehr viele Optionen auf dem Tisch – und sie alle gehen zu Lasten der Arbeiter:innen. Der Bundesrat begann mit Varianten über Lohnbeiträge oder einer Kombination von Lohnbeiträgen und Mehrwertsteuer. Später schlug er eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,7 Prozentpunkte vor. Im Parlament wurde daraus nach monatelangem Ringen eine halbe Lösung: Die Mehrwertsteuer soll ab 2028 um 0,4 Prozentpunkte steigen. Der Normalsatz würde von 8,1 auf 8,5 Prozent steigen, der Sondersatz für die Hotellerie von 3,8 auf 4 Prozent. Der reduzierte Satz für Güter des täglichen Bedarfs bleibt unangetastet.

Faule Kompromisse
Die 13. AHV-Rente kostet jährlich 4 bis 5 Milliarden Franken. Die beschlossene Mehrwertsteuererhöhung bringt rund 1,5 Milliarden. Die Teilfinanzierung der Rente ist inzwischen durchs Parlament gekommen und die zuständige Bundesrätin Baume-Schneider zeigt sich zuversichtlich, «dass sie das Stimmvolk im November überzeugen kann». Das wird sich zeigen. Die Zustimmung im Parlament blieb bescheiden, FDP, SVP und Wirtschaftsverbände werden im Abstimmungskampf für ein Nein werben.
Aber die Innenministerin ist vor allem erleichtert, «dass niemand gesagt» habe, «man müsse diese 13. Rente nicht finanzieren». Nun bestehe «die Chance, dass das Sozialwerk solidarisch finanziert wird». Dass eine SP-Bundesrätin die Erhöhung der Mehrwertsteuer als «solidarisch» bezeichnet, ist ein Skandal – eine Steuer, die nicht Vermögen, nicht Kapitalgewinne, nicht Erbschaften, nicht hohe Einkommen progressiv trifft. Sie trifft den Konsum. Wer wenig verdient, gibt einen grösseren Teil des Einkommens für Konsum aus. Dass der reduzierte Satz auf Lebensmittel und Medikamente nicht steigt, macht die Vorlage weniger brutal – ändert aber nichts am Grundprinzip.

Eine peinliche Aufgabe
Es ist tatsächlich haarsträubend, was da inzwischen alles als «solidarisch» durchgeht – die SP machte sich bis zuletzt für eine Mischfinanzierung stark, also für höhere Lohnbeiträge, kombiniert mit einer moderaten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Der Solidaritätsbegriff dahinter: Über Lohnbeiträge würden auch die Unternehmen mitzahlen – als ob der «Arbeitgeber»-Anteil vom Himmel fiele und am Ende nicht auch aus Arbeitseinkommen finanziert würde. Die politische Pointe bleibt dieselbe: Statt Vermögen, Kapitalgewinne oder Erbschaften zu belasten, verkauft die Linke eine Mischung aus Konsumsteuer und Lohnabgaben als solidarische Lösung.
Die Geschichte um die 13. AHV-Rente wird zum politischen Lehrstück über linke Sozialpolitik ohne Preisschild. Sie soll finanziert werden über Instrumente, die gerade jene belasten, die noch arbeiten, konsumieren müssen und selbst nicht wissen, ob sie in 30 oder 40 Jahren noch eine vergleichbar starke AHV vorfinden. Die politische Linke hat den grössten sozialpolitischen Abstimmungserfolg ihrer jüngeren Geschichte errungen – und steht nun vor der peinlichen Aufgabe, eine regressive Steuererhöhung als Solidarität zu verkaufen – nachdem sie zuvor auch höhere Lohnabgaben als solidarische Lösung verteidigt hatte.

Die Städte der Reichen töten

Hot summer or heat wave background, glowing sun on orange sky with thermometer

flo. Immer krassere Hitzewellen, extreme Wetterereignisse und keine Linderung in Sicht. Am stärksten betroffen sind urbane Räume und Agglomerationen, in denen ein immer grösserer Teil der Bevölkerung lebt. Und auch hier verhindert die starre und unflexible Anarchie der Märkte die nötigen Schritte.

Während draussen bei 37 Grad der Asphalt glüht, sitze ich in einem zu warmen Büro, in einer zu heissen Stadt, und lese Engels.

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Gentechnik: Nein, Vielleicht, Ja

Gaudenz Pfister. Das Scheitern der Genschutz-Initiative kommt in einer Zeit der Umgestaltung der Landwirtschaft. Deren Inhalt (Ja, aber) widerspricht dem Titel (Nein), liegt aber im Interesse der Bio-Produzenten. Gentechnik ist ein Spielfeld für die Monopole grosser Firmen.

Vor zwei Wochen hat die Bundeskanzlei bekanntgegeben, dass die Genschutz-Initiative nicht zustande gekommen ist, weil zu viele der eingereichten Unterschriften ungültig sind.

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Rückgriff auf Freiwillige

sah. LGBTQ+-Menschen sind aufgrund von Stigmatisierung deutlich mehr betroffen von Suchterkrankungen, Depressionen und Suizidversuchen als gleichaltrige heterosexuelle Menschen. Das Angebot «du-bist-du» will hier helfen und ist auf dem «Peer-Ansatz» aufgebaut.

«Du-bist-du» ist eine Schweizer Organisation. Sie setzt sich für queere Jugendliche und junge Menschen ein und bietet kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung an.

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Politischer Prozess

Redaktion. Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Texas hat neun linke Aktivist:innen zu drastischen Haftstrafen verurteilt. Sie waren mutmasslich an einem Protest vor einem Abschiebegefängnis beteiligt. Die Strafen reichen von 30 bis 100 Jahren Gefängnis.

Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Demonstration am Unabhängigkeitstag am 4.Juli 2025 vor dem Internierungslager der US-Einwanderungsbehörde ICE Prairieland Detention Center in Alvarado in Texas.

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¡Cuba no está sola!

¡Cuba no está sola! – Kuba ist nicht allein!
Trotz der US-Blockade hat Kuba bemerkenswerte Erfolge erreicht, allen voran im Bildungs- und Gesundheitswesen. Doch diese Errungenschaften sind mehr denn je in Gefahr, nachdem die USA die Sanktionsschrauben sukzessive angezogen haben und nun eine vollständige Energieblockade errichtet haben, die Kuba langsam, aber sicher zu ersticken droht. Und US-Präsident Trump droht Kuba unverhohlen mit einer militärischen Intervention. Dr. Tom Riedel wird anhand eines aktuellen Projekts zur Verminderung von Antibiotika-Resistenzen – für welches er im April in Kuba war – schildern, wie unter den jetzigen Umständen die Arbeit von mCS dennoch weitergeht und fachliche und solidarische Unterstützung möglich ist. Ein Soli-Abend der PdA Zürich und mediCuba-Suisse.

Freitag, 3. Juli 2026, ab 18 Uhr,
Punto de Encuentro, Josefstrasse 102, 8005 Zürich

Offene Märkte, geschlossene Blöcke

dom. Die Blockbildung schreitet voran, die Schweiz kämpft um ihren Sonderweg. Mit der Aktualisierung des Freihandelsabkommens mit China verteidigt sie ihr traditionelles Modell: politische Nähe zum Westen, wirtschaftliche Offenheit gegenüber der Welt.

Während der transatlantische Handelsstreit oder die Debatte um die EU-Integration mit viel Lärm geführt werden, arbeitet die Schweiz vergleichsweise geräuschlos an einer Vertiefung ihrer Wirtschaftsbeziehungen mit China.

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Die Krux mit der Schweizerisierung

flo. Die Farce um die Anschaffung einer neuen Pistole für die Schweizer Armee ist um ein Kapitel reicher. Nachdem die P320 in Tests zwar am schlechtesten von allen erwogenen Produkten abgeschnitten hatte, wurde sie in der kleinen Kammer durchgewunken.

Das Öffentlichkeitsgesetz stellt sich als gefährliche Waffe heraus, wenn es um Rüstungsgeschäfte geht.

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Zielscheibe der sexualisierten Gewalt

sah. Tatsache ist, dass Frauen im Internet zur Zielscheibe von sexualisierter Gewalt durch KI und Deepfakes werden. Wenn sie sich dann aus dem digitalen Raum zurückziehen, können sie weniger von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren und überlassen diesen Raum dem Patriarchat.

Frauen werden vermehrt im Internet Zielscheibe von sexualisierter Gewalt. Diese kann Belästigungen, Drohungen oder das ungefragte Erstellen und Verbreiten intimer Bilder beinhalten.

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Gentrifizierung wird zur Krise

flo. Steigende Mieten und Leerkündigungen machen das Leben in Schweizer Städten für immer weniger Menschen leistbar. Zürich bleibt das Extrembeispiel, aber die jüngsten Entwicklungen in Winterthur zeigen, dass auch andernorts die Luft dünner wird.

Für die Bewohner:innen der sieben Häuser im Winterthurer Endliker-Quartier muss es eine Hiobsbotschaft gewesen sein, als sie Anfang Juni informiert wurden, dass sie auf den 30.April 2028 ihr Zuhause verlassen müssen.

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Redebedarf

Dominik Dübi. Chris (Bart Harder) und Lluis (Carles Pulido) waren vor Jahren eng befreundet. Nun treffen sie sich nach 10 Jahren wieder, um den Cape Wrath Trail im Norden Schottlands zu wandern. Bart Schrijvers beleuchtet in der mit eindrücklichen, vor Ort gefilmten Bildern untermalten Charakterstudie, wie sich die beiden auseinandergelebt haben.

Es ist ein Klischee, dass sich gerade Männer in ihren Dreissigern mittels sportlicher Herausforderungen selbst vergewissern müssen, noch nicht zum alten Eisen zu gehören. Bart Schrijvers schickt seine Protagonisten in «The North» auf eine solche selbstauferlegte sportliche Bewährungsprobe und lässt sie dabei über ihr Selbstbild nachdenken, das sich gerade ändert.

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Care statt Profit

lmt. Mehrere Zehntausend FINTA-Personen gingen am feministischen Streiktag in der ganzen Schweiz auf die Strasse. Ein Jahr vor dem angekündigten Care-Streik 2027 wurde deutlich: Die Forderung nach Gleichstellung ist untrennbar mit der Frage verbunden, wer sich um wen kümmert – und wer dafür den Preis bezahlt.

Die Sonne brennt auf das Zürcher Kasernenareal. Zwischen Infoständen, Transparenten und improvisierten Schattenplätzen sitzen Menschen auf dem Boden, diskutieren, hören Reden oder suchen Abkühlung mit Fächern und kalten Getränken. Bereits am frühen Nachmittag füllt sich das Gelände, Stunde um Stunde werden es mehr. Als sich die Demonstration gegen 17 Uhr formiert, sind die Strassen rund um den Ni-una-Menos-Platz voller Menschen. Allein in Zürich folgten rund 60’000 Menschen dem Aufruf unter dem Motto «Pflege, Sorge, Hausarbeit – das ist unbezahlte Arbeitszeit!». Und laut dem Feministischen Streikkollektiv beteiligten sich schweizweit rund 100’000 FINTA-Personen am feministischen Streiktag. » Weiterlesen

Hat die SVP verloren?

sit. Spätestens um 14 Uhr am Sonntag, 14.Juni, war klar: Die «10-Millionen-Initiative» war mit 55 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden. Gross waren das Aufatmen und die Erleichterung bei den Gegner:innen. Ein Sieg, der jedoch wenig nützt.

Ein Blick auf die Abstimmungsresultate bei der sogenannten «Nachhaltigkeits-Initiative» der SVP zeigt einen klaren Stadt-Land-Graben: Je urbaner eine Gemeinde, desto grösser der Nein-Anteil. Die Stadt Bern lehnte die Initiative mit 84 Prozent ab, Zürich mit 76 Prozent, Basel mit 75 Prozent und Genf mit 70 Prozent. Also dort, wo der angebliche Dichtestress am grössten ist, wo die Mieten am teuersten sind und wo im öffentlichen Verkehr während der Stosszeiten kaum Platz vorhanden ist, wurde die Initiative wuchtig abgelehnt. » Weiterlesen

Verzögerungsmanöver beendet

flo. Obwohl in Winterthur wie in Zürich rund zwei Drittel der Stimmbevölkerung schon 2023 für die Einführung kommunaler Mindestlöhne votierten, verschleppten Verbände des Kapitals die Einführung mit fadenscheinigen Vorwänden. Damit hat es nun ein Ende.

Dass sowohl Zürich als auch Winterthur bei den zeitgleich in den Gemeinden stattfindenden Abstimmungen zur Einführung eines in den beiden Städten geltenden Mindestlohns zustimmen würden, schien schon vor dem Abstimmungstermin am 18.Juni 2023 möglich. Doch gebrannte Kinder fürchten das Feuer – so wollte sich bei vielen nicht so recht der Optimismus einstellen. Zu oft hatte man über Jahre und Jahrzehnte hinweg beobachten müssen, wie Herr und Frau Schweizer sozialpolitische Vorlagen verwarfen. » Weiterlesen

Sichtbarkeit, Aufklärung, Aktionen

sah. Auch in Bern fanden am 17. Mai Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) statt. Queere Menschen erleben nach wie vor mehr Gewalt und Diskriminierung und haben schlechtere Gesundheitschancen als die übrige Schweizer Bevölkerung.

IDAHOBIT meint International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia. Das Datum dieses Aktionstages geht auf den 17.Mai 1992 zurück, denn damals strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität offiziell als Krankheit aus dem Klassifikationssystem. Seit Anfang 2022 führt die WHO Transidentität nicht mehr unter den psychischen Störungen auf. An verschiedenen Orten der Welt wird IDAHOBIT seit 2005 am 17.Mai als Aktionstag begangen, um gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität zu kämpfen.

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Aufruf zum Care Streik 2027

FSK. Dies ist der Aufruf des feministischen Streikkollektiv Zürich zum feministischen Care-Streik 2027. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben über 60 Gruppen diesen Aufruf bereits unterzeichnet. Eine Auflistung aller unterzeichnenden Gruppen ist auf unserer Webseite oder auf unserem Instagram zu finden.

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Wer ist das Streikkollektiv?

FSK. Das feministische Streikkollektiv Zürich ist ein Ort der Vernetzung für FLINTA-Personen, die sich zu feministischen Kämpfen organisieren möchten. Hier stellt sich das Streikkollektiv vor.
Das feministische Streikkollektiv (FSK) ist ein Ort der Vernetzung und Zusammenarbeit von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen.

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Unsichtbar und unverzichtbar: Unbezahlte Care-Arbeit als Fundament unserer Gesellschaft

FSK. Unbezahlte Care-Arbeit geschieht täglich, meist unsichtbar und mehrheitlich von FLINTA-Personen getragen. Während sie die Grundlage unserer Gesellschaft bildet, führt ihre ungleiche Verteilung zu Armut, Erschöpfung und Abhängigkeiten. Deshalb rufen wir zum feministischen Care-Streik 2027 auf und bestreiken am 14.Juni 2026 die unbezahlte Care-Arbeit.

Care-Arbeit bedeutet Sorgearbeit und orientiert sich an den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen. Bei diesen grundlegenden menschlichen Bedürfnissen handelt es sich um körperliche und psychische Bedürfnisse, weshalb die Care-Arbeit auf körperliches, intellektuelles und emotionales Wohl der Menschen abzielt. Werden diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt, sind wir Menschen nicht lebensfähig.

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