Klassenbewusstsein im Feminismus

FSK. Wie ein klassenbewusster Feminismus strukturelle Ungleichheiten sichtbar macht und kollektiv überwindet. Emanzipation soll kollektiv gedacht werden: durch Solidarität, Kritik an Privilegien und das Sichtbarmachen von Machtverhältnissen innerhalb feministischer Bewegungen.

Eine der grössten Schwachstellen marxistischer Theorien ist die geringe Beachtung der Position der FLINTA-Personen und weiteren marginalisierten Gruppen. Die Stärkung des Klassenbewusstseins ist trotzdem eine zentrale Voraussetzung für einen Feminismus, der nicht nur symbolische Gleichstellung, sondern reale Veränderung anstrebt.

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Forderungen für den Care-Streik 2027

FSK: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Raum: Die Forderungen des Care-Streiks 2027 setzen dort an, wo das meiste Potential zur Verbesserung unser aller Lebensumstände liegt. Und dort, wo dem ausbeuterischen Wirtschaftssystem am nachhaltigsten geschadet werden kann.

Die Vorbereitungen für den Care-Streik 2027 laufen auf Hochtouren. Das Feministische Streikkollektiv
Zürich hat diesen Frühling seine drei Hauptforderungen für das kommende Jahr entschieden: Kostenlose Gesundheitsversorgung für alle, Arbeitszeitverkürzung auf 25 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich und die Vergesellschaftung des Wohnraums.

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How to strike

FSK. Bist du frustriert über deine Arbeitsbedingungen in der Care-Arbeit? Fühlst du dich ausgebrannt von der ständigen Mehrfachbelastung zwischen Job und unbezahlter Familienarbeit? Willst du dich dem Kampf gegen die strukturelle Entwertung von Care-Arbeit anschliessen? Dann zeige gemeinsam mit uns 2027 Haltung und leg die Arbeit nieder!

Die Kraft, etwas zu verändern, kommt aus unseren gemeinsamen Anstrengungen. Um sich für den Wandel zu organisieren, braucht es Mut, Zusammenhalt und Koordination. Dieser Leitfaden soll dir als Ausgangspunkt für die Planung deiner Streikaktionen dienen.
Unser Streik ist mehr als eine Demonstration – es ist eine kollektive Arbeitsniederlegung. 2027 soll schweizweit die Care-Arbeit stillstehen: in unter anderem Spitälern, Kitas, Schulen, Alter- und Jugendsheimen, Asylzentrem, im Sexgewerbe oder in Restaurants, aber auch Zuhause beim Kochen, Putzen und bei der Kinderbetreuung. Wo immer du Care-Arbeit leistest – bezahlt oder unbezahlt – du kannst streiken!
Denk daran: Die Auswirkungen unserer Aktionen gehen weit über einen Tag hinaus. Der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und die Anerkennung der unbezahlten Care-Arbeit ist ein ständiger, kollektiver Kampf.

Bezahlte Care-Arbeit bestreiken
Streikgruppe am Arbeitsplatz bilden
Um erfolgreich zu streiken, musst du an deinem Arbeitsplatz eine Gruppe von Streikwilligen bilden, die bereit ist, einen Arbeitskampf zu führen. Dies kann herausfordernd sein, da ein Streik Risiken birgt und viel Mut sowie Ressourcen (wie Zeit und Wissen) erfordert. Wende dich zuerst an die Kolleg:innen, denen du vertraust. Teilt eure Frustrationen und sammelt konkrete Beispiele für Missstände. Erst wenn ihr eine Kerngruppe habt, plant ihr gemeinsam das weitere Vorgehen. Nach Möglichkeit wird der Kontakt mit der zuständigen Gewerkschaft gesucht. Sie kann euch dabei unterstützen, sicherzustellen, dass euer Streik legal ist und dass negative Folgen minimiert oder vermieden werden können. Die richtige Gewerkschaft findet man im Gesamtarbeitsvertrag des jeweiligen Arbeitssektors. Eine Mitgliedschaft ermöglicht den Zugang zu Streikfonds (Lohnfortzahlung bei Ausfall durch Streik) und rechtlicher Unterstützung. In einem nächsten Schritt werden gemeinsam Forderungen entwickelt: Tauscht euch mit anderen Arbeiter:innen aus, formuliert eure Forderungen zu den Arbeitsbedingungen und legt diese zusammen mit eurer Gewerkschaft der Arbeitgeber:innenseite vor. Konkrete Forderungen könnten beispielsweise sein: Relevante Lohnerhöhungen in allen Care-Bereichen, bessere Personalschlüssel und mehr Zeit für Patient:innen/Klient:innen, Stopp von Privatisierungen, Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, Schutz vor Überlastung und Burnout.

Verschiedene Streikformen
Vollstreik: Die radikalste und meist letzte Möglichkeit – komplette Arbeitsniederlegung für maximale
Wirkung. Wenn Arbeitgeber:innen nach Verhandlungen nicht auf eure Forderungen eingehen, denkt gemeinsam mit Kolleg:innen und Gewerkschaft über diese Option nach. Warnstreiks und alternative Aktionen können davor stattfinden: Streikpausen, das heisst kurze, symbolische Arbeitsunterbrechungen (zum Beispiel 10:46 Uhr, 15:24 Uhr), Dienst nach Vorschrift: Nur das Nötigste tun, keine Überstunden, keine unbezahlte Extraarbeit, langsamerer Arbeitstag: Bewusst das Tempo reduzieren. Solidaritätsaktionen: Auch in anderen Bereichen die Arbeit niederlegen.

Müssen Arbeitgeber:innen informiert werden?
Rechtliche Klarstellung: Per juristischer Definition ist ein Streik eine kollektive Arbeitsverweigerung, um Forderungen zu bestimmten Arbeitsbedingungen gegenüber Arbeitgeber:innen durchzusetzen. Wenn du als Einzelperson oder ohne Forderungen bezüglich deiner Arbeitsbedingungen teilnehmen willst, gilt dies nicht als legaler Streik. Die vorherige Benachrichtigung der Arbeitgeberseite ist wichtig, wenn du in bestimmten Sektoren arbeitest (Bildung, Gesundheitswesen), in denen während des Streiktages ein Mindestmass an Dienstleistungen gesetzlich vorgeschrieben ist. Teile bei einer Einzelteilnahme im Voraus mit, dass du dich beteiligen möchtest und fehlst.
Gestreikt werden kann in allen Care-Bereichen. In Spitäler, Kliniken, Arztpraxen, Altersheimen und Pflegeheimen, Spitex und ambulante Pflege, Behinderteneinrichtungen und therapeutische Einrichtungen. In Schulen aller Stufen, Kitas, Kinderhorten, Hochschulen und Universitäten, Nachhilfe und Lernbegleitung. Im Lebensmittelhandel, in Supermärkten, Gastronomie, Restaurants, Hotellerie, Tourismus, Coiffeure und Kosmetik. In Reinigungs- und Hauswirtschaftsdiensten. In der sozialen Arbeit wie Beratungsstellen, Jugendarbeit und Streetwork, Integrationsarbeit und Familienhilfe und in Umwelt- und Naturschutz.

Folgen und Risiken des Streiks
Finanzielle Konsequenzen
Lohnausfall: Du wirst wahrscheinlich für den Streiktag kein Gehalt erhalten. Aber: Als Gewerkschaftsmitglied kannst du eine Entschädigung aus dem Streikfonds beantragen, um Verluste aufgrund deines Streiks zu decken. Gewerkschaften unterstützen ihre Mitglieder finanziell während legaler Streiks. Informiere dich rechtzeitig über die Modalitäten.

Rechtliche Risiken
Bei legalen Streiks: Auch bei legalen Streiks können Arbeitgeber:innen Druck ausüben oder Sanktionen verhängen. Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine eintägige Abwesenheit meist nicht direkt zu einer Kündigung führt. Wenn Arbeitgeber:innen ausdrücklich ein Streikverbot aussprechen, wende dich sofort an deine Gewerkschaft. Sie kann die Rechtslage prüfen und dich beraten. Wenn ein Streik legal war, aber dennoch sanktioniert wurde, kannst du mit rechtlichem Beistand Einspruch erheben und eine Entschädigung fordern. Gewerkschaftsmitglieder*innen erhalten kostenlose rechtliche Unterstützung. Je mehr Menschen sich an einem Arbeitsplatz mobilisieren, desto unwahrscheinlicher werden Sanktionen und es entsteht ein kollektiver Schutz. Für marginalisierte Gruppen bestehen besondere Risiken, zum Beispiel betreffend Aufenthaltsstatus. Intersektionale Diskriminierung: Arbeiter:innen mit Migrationshintergrund, nicht-binärer Geschlechtsidentität, nicht-heterosexueller Sexualität oder nicht-christlicher religiöser Überzeugung sind unverhältnismässig stark von Diskriminierung betroffen. Das bedeutet nicht, dass du nicht streiken kannst, aber du solltest dir dieser Risiken bewusst sein. Schaffe Bewusstsein in deiner Gruppe und trete mit Kolleg:innen in Kontakt, die möglicherweise von Diskriminierung betroffen sind. Unterstützt euch gegenseitig.

Unbezahlte Care-Arbeit bestreiken
Die unsichtbare Arbeit sichtbar machen! Auch Zuhause leistest du systemkritische Arbeit.

Haushaltsstreik
Dein Haushaltsstreik zeigt, wie unverzichtbar diese Arbeit ist. Dieser kann unterschiedlich gestaltet sein: Komplette Verweigerung oder Streik in Teilbereichen wie zum Beispiel kein Kochen: Zeige, was passiert, wenn niemand das Essen zubereitet. Kein Putzen: Lass den Haushalt bewusst liegen, Keine Wäsche: Keine Wäsche waschen, aufhängen oder zusammenlegen, keine Einkäufe: Keine Besorgungen oder Vorratshaltung, keine Organisation: Keine Termine planen, nicht für alle mitdenken.

Betreuungsstreik
Bestreikung von Kinderbetreuung: Alternative Betreuung organisieren: Lass Partner, Grossväter oder deine cis-männlichen Friends übernehmen oder organisiert Kinderbetreuung kollektiv durch Gruppen, die sich während des Streiks abwechseln.
Betreuungskosten sichtbar machen: Zeige auf, was professionelle Betreuung kosten würde.
Pflege von Angehörigen: Verantwortung abgeben: Lass andere Familienmitglieder übernehmen oder organisiere fair bezahlte professionelle Ersatzpflege.
Emotionale Arbeit einstellen: Keine Koordination von Arztterminen, keine Kommunikation mit Pflegediensten.

Rechnungen für Care-Arbeit stellen
Deine Arbeit beziffern: Erstelle Rechnungen für deine unbezahlte Care-Arbeit basierend auf Marktpreisen: Kinderbetreuung: 25 bis 35 Franken pro Stunde, Haushaltsführung: 20 bis 30 Franken pro Stunde, Pflege: 35 bis 50 Franken pro Stunde, Emotionale Arbeit: 80 bis 120 Franken pro Stunde (Coaching-Tarif). Rechnungen erstellen und verschicken an: Lokale Behörden und Politiker:innen, Arbeitgeber:innen deines Partners/deiner Partnerin, Familienmitglieder, die von deiner Arbeit profitieren, Krankenkassen (für Pflegearbeit).

Streikpausen
Eine Alternative zu Haushalts- oder Betreuungsstreik sind Streikpausen im Alltag im Sinne von symbolischen Arbeitsunterbrechungen: 10:46 Uhr: Frauen arbeiten täglich zwei Stunden und 46 Minuten ohne Rentenbeitrag – lege eine Pause ein, 15:24 Uhr: Ab dieser Zeit arbeiten Frauen aufgrund des Gender Pay Gap gratis, eigene Zeiten definieren: Wähle Zeiten, die für deine
Situation passen, kollektive Pausen: Organisiere dich mit anderen für gemeinsame Streikpausen in deinem Quartier, deiner Nachbarschaft oder online.

Solidarität und Vernetzung
Streikgruppen aufbauen durch lokale Vernetzung wie Quartiergruppen, Branchengruppen, Feministische Kollektive, Online-Plattformen. Gegenseitige Unterstützung während des Streiks durch Care-Kollektive (Gruppen, die sich während des Streiks gegenseitig
unterstützen), Streikküchen (gemeinsame Verpflegung für Streikende), Teilen von Kinderbetreuung (abwechselnde Betreuung der Kinder aller Beteiligten). Ressourcen teilen im Sinne von Transport, rechtliche Beratung, finanzielle Unterstützung.

Mobilisierung und Aufklärung
Familie und Freund:innen gewinnen durch Erklären von Zusammenhängen, zeige auf, wie Care-Arbeit alle betrifft. Teile persönliche Geschichten: Deine Erfahrungen machen die Probleme greifbar. Lade zu Gesprächen ein, organisiere Care-Cafés oder Diskussionsrunden. Nutze soziale Medien, teile Informationen und mobilisiere über deine Netzwerke. Sichtbarkeit am Arbeitsplatz schaffen: Plakate aufhängen mit euren Forderungen und Streikaufrufen, Lila tragen oder andere Erkennungszeichen der feministischen Bewegung, Infoveranstaltungen: Organisiere feministische Mittagessen, Apéros oder Workshops, Arbeitsplatz-Analysen: Führt Untersuchungen über Care-Themen in eurem Unternehmen durch.

Solidarische Unterstützung
Für cis Männer und Verbündete: Konkrete Unterstützung leisten wie Care-Arbeit übernehmen, wenn eure FLINTA Partner:innen, Kolleg:innen oder Freund:innen streiken, Kinderbetreuung organisieren, Haushaltsarbeit übernehmen: Kochen, putzen, einkaufen während des Streiks, finanzielle Unterstützung: Spendet an Streikkassen oder unterstützt einzelne Streikende. Andere cis Männer mobilisieren: Sprecht mit Freunden, Kollegen und Familie. Arbeitsplatz-Solidarität: Fragt Streikende, wie euer Solidaritätsstreik unterstützt werden kann  (beachtet: Solidaritätsstreiks sind nicht legal und können Konsequenzen haben).
Besondere Bedürfnisse berücksichtigen: Körperliche Behinderungen: Barrierefreie Streikaktionen planen, Migrationshintergrund: Rechtliche Beratung und Schutz organisieren, Queere Personen: Diskriminierungsfreie Räume schaffen, Alleinerziehende: Besondere Kinderbetreuung und Unterstützung, ältere Menschen: Altersgerechte Beteiligung ermöglichen.

Streiken ist nicht illegal, wenn wir es richtig machen. Streiken ist unser Recht – und unsere Pflicht für eine gerechtere Gesellschaft!

2027: Wenn FLINTA nicht mehr will, steht alles still!

Privilegien sind kein Zufall

Ich wurde mit einem starken Bewusstsein dafür erzogen, dass ich ein privilegiertes Leben führe. Dass es nicht selbstverständlich ist, in einem sicheren Land aufzuwachsen, immer genug zu essen zu haben oder eine gute Ausbildung machen zu können. Und trotzdem glaube ich, dass einem die eigenen Privilegien erst wirklich bewusst werden, wenn man direkt mit ihrem Gegenteil konfrontiert wird.

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Mehr Schutz bei digitaler Gewalt

sah. Es braucht neue Konzepte gegen digitale Gewalt, die man in allen Räumen umsetzt. So müssen Medienkompetenzen und Strategien zum Schutz vor digitaler Gewalt auch Thema werden in Frauenhäusern – bei Mitarbeiter:innen, bei Betroffenen und ihren Kindern.

Es gibt verschiedene Formen von Gewalt: Eine davon ist die «digitale Gewalt». Bei dieser Form von Gewalt bedienen sich Täter technischer Geräte wie Smartphones, Laptops oder Ortungsgeräten.

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Vom Partner zurückgelassen

sah. Versuchte oder fahrlässige Femizide in den Bergen – über ein altes Phänomen wird endlich gesprochen. Männer lassen ihre Kletter- und Wanderpartnerinnen am Berg zurück, wenn sie die «Leistung» nicht erbringen.

Das Phänomen «Alpine Divorce» wurde bereits 1893 beschrieben, als der schottisch-kanadische Autor Robert Barr die Kurzgeschichte An Alpine Divorce veröffentlichte. Die Geschichte handelt von einem Ehepaar, das in den Schweizer Alpen wandert. Der Ehemann plant, seine verhasste Frau von einer Klippe zu stossen. Sie «kommt ihm zuvor», indem sie sich selbst in den Tod stürzt.

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«Wir leben und arbeiten wie Sklav:innen»

Yvonne Zimmermann. Teepflückerinnen in Sri Lanka organisierten vor zwei Jahren ein Arbeiter:innentribunal und klagten dabei ihre menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen an. Das Tribunal hat die Arbeiter:innen auf den Teeplantagen spürbar gestärkt in ihrem Kampf, insbesondere Frauen.

Die Fahrt auf die Teeplantage führt einen steilen Berg hinauf, durch endlos scheinende Teepflanzungen. Mit einem Dreiradgefährt und dank eines Fahrers, der das Fahrzeug geschickt den schmalen Weg hinauf um die tiefen Schlaglöcher, losen Steine und schlammigen Stellen navigiert, erreichen wir die Plantagengemeinschaft. Die Teepflückerinnen und ihre Familien wohnen auf der abgelegenen Plantage in langgezogenen Gebäuden aus aneinandergereihten Zimmern, die aus der Kolonialzeit stammen. Familien, meist mehrere Generationen, leben in einem Raum, Privatsphäre gibt es nicht. Eine einzige Toilette und ein Wasserhahn stehen für die gesamte Gemeinschaft zur Verfügung.

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Sexismus abpfeiffen!

sah. Der Schweizerische Fussballverband muss Verantwortung übernehmen und handeln: ein Spielklima auf und neben dem Platz schaffen, das einerseits Diskriminierung und Übergriffe präventiv angeht und andererseits die Unterstützung von Betroffenen gewährleistet.

Noch immer ist es so: Bestimmte Männer dominieren im Fussballsport. Alle Strukturen, Statuten und Reglemente hier sind nur für erfolgreiche Männer gedacht. Bedürfnisse und Lebenswelten von Frauen sind nicht berücksichtigt. Da werden Grenzen überschritten. Missbräuchliches Verhalten, sexuelle Belästigung, Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung gehören zum Frauenfussball. Um dieses toxische Fundament zum Verschwinden zu bringen, müsste die «Schweizer Fussballszene» fundamental erneuert werden. » Weiterlesen

Gewalt ist kein Randproblem

lmt. Mehr Feminizide, mehr häusliche Gewalt, überlastete Frauenhäuser – und trotzdem fehlt es an Geld, Schutzplätzen und politischem Willen. Wer genau hinschaut, erkennt: Das Problem ist nicht mangelndes Wissen, sondern ein System, das Gewalt ermöglicht und aufrechterhält.

Die Zahlen sind alarmierend: Noch nie wurden in der Schweiz so viele Tötungen von Frauen und Mädchen registriert wie zuletzt. Auch häusliche Gewalt nimmt zu. Doch selbst diese Zahlen zeigen nur einen Bruchteil der Realität. Denn Statistiken erfassen nicht Gewalt – sie erfassen, was angezeigt wird.

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Ein Plan für die Wirklichkeit?

sah. Unterstützung und Schutz, Prävention sowie Monitoring: Der Bundesrat verabschiedet endlich den ersten nationalen Aktionsplan gegen Hate Crimes gegenüber LGBTIQ-Personen. Der Plan läuft bis 2030 – danach ist eine Bilanzierung vorgesehen.

Wichtig zu wissen ist: Hate Crimes, also Hassverbrechen, richten sich nicht nur gegen eine Person, sondern gegen eine ganze Gemeinschaft.

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Elternzeit ist kein Luxus

lmt. 14 Wochen für Mütter, zwei Wochen für Väter – so die Regelung der Elternzeit. Die Schweiz nennt das Fortschritt. In Wahrheit zementiert diese Regelung ein System, das Frauen ökonomisch abhängig hält. Eine neue Initiative fordert 18 Wochen für beide Elternteile – doch selbst das greift zu kurz.

Wer in der Schweiz ein Kind bekommt, erhält keinen «Urlaub». Der Begriff ist zynisch. Elternzeit bedeutet Heilung von Geburtsverletzungen, Schlafmangel, Verantwortung rund um die Uhr – und für viele Frauen den Beginn eines strukturellen Abstiegs im Erwerbsleben. Die heutige Regelung ist kein Zufall, sondern politischer Ausdruck eines Systems, das Care-Arbeit systematisch entwertet. 14 Wochen Mutterschaftszeit bei 80 Prozent Lohn und lächerliche zwei Wochen für Väter schreiben fest, wer zuständig ist: Frauen. Die Konsequenzen sind bekannt – und politisch in Kauf genommen. Frauen reduzieren ihr Pensum, steigen später oder gar nicht wieder in die Berufswelt ein, verdienen weniger und haben tiefere Renten. Gleichzeitig profitieren Unternehmen und Staat von dieser unbezahlten Arbeit. Gleichstellung wird rhetorisch beschworen, aber strukturell verhindert. » Weiterlesen

Rückschau ist Vorschau

sah. Forderungen und Gründe sammeln, warum es dringend einen Care-Streik 2027 braucht! Das will das Feministische Streikkollektiv Zürich, und es ist gleichzeitig eine Art Rückschau auf die letzte Zeit des feministischen Streiks, die nach vorne führt.

Der erste feministische Streik – auch «Frauenstreik» (der zweite nach 1991) genannt – der am 14.Juni 2019 schweizweit stattgefunden hat, gilt als eine der grössten öffentlichen Mobilisierungen. Je nachdem wird nachträglich geschrieben, dass sich eine halbe Million Menschen an verschiedenen Protest- und Streikaktionen in den Kantonen beteiligt hatten. Die Forderungen drehten sich rund um Gleichstellung: gute und gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen, Selbstbestimmung und Sicherheit für alle Frauen und Mädchen. Damals war Euphorie spürbar, und eine Aufbruchsstimmung machte sich breit. «Feminismus» ist seither in aller Munde. » Weiterlesen

Steigt Gewalt, kürzt der Staat

lmt. Während Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und schwere Straftaten in der Schweiz deutlich steigen, plante der Bundesrat ausgerechnet bei der Ausbildung von Fachpersonen in der Opferhilfe zu kürzen. Dass diese 300’000 Franken nur knapp gerettet wurden, sagt viel über politische Prioritäten aus.

300 000 Franken – ein Tropfen im Ozean, gemessen am Bundesbudget von rund 90 Milliarden Franken. Und doch wollte der Bundesrat genau hier den Rotstift ansetzen. Die Finanzierung der Ausbildung von Fachpersonen in der Opferhilfe sollte gestrichen, die Verantwortung vollständig an die Kantone abgeschoben werden. Der Entscheid wirkt wie ein technisches Detail. In Wirklichkeit ist er politisch brisant. Denn er fällt in eine Zeit, in der die Gewalt zunimmt. » Weiterlesen

Der patriarchale Backlash

lmt. Eine internationale Studie zeigt, dass ausgerechnet viele junge Männer der Generation Z Gleichstellung zunehmend als Bedrohung wahrnehmen. Hinter diesem Trend steckt mehr als ein kultureller Konflikt.

Fast jeder dritte Mann der Generation Z ist der Meinung, eine Ehefrau sollte ihrem Mann immer gehorchen. Diese Zahl wirkt wie ein Echo aus vergangenen Jahrhunderten – doch sie stammt aus einer aktuellen internationalen Umfrage. Während Gleichstellung formal Fortschritte macht, wächst gleichzeitig ein neuer Widerstand. Der patriarchale Backlash gegen feministische Errungenschaften zeigt sich besonders deutlich bei jungen Männern.

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Feminismus ist kein Feiertag

lmt. Am internationalen feministischen Kampftag gingen in mehreren Schweizer Städten Tausende Menschen auf die Strasse. Die Demonstrationen richteten sich nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen Krieg, Aufrüstung und Sozialabbau.

Mehrere Tausend Menschen gingen am Wochenende in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse. Offizielle Berichte sprechen von «bunten Demonstrationen», von «Provokationen Vermummter» und einem «Katz-und-Maus-Spiel» mit der Polizei. Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt etwas anderes: Der 8.März ist längst mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er ist ein politischer Kampftag – und die Forderungen werden radikaler.

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Bestmöglichste Behandlung!

sah. Das neue ambulante Tarifsystem Tardoc unterstützt patientinnen-freundliche Brustkrebsdiagnostik kaum. Nun erfolgen Abklärungen wahrscheinlich wieder operativ. Eine nationale Petition kämpft dagegen. Und das ist noch nicht alles…

Tardoc ist ein neues ambulantes Tarifsystem, das Tarmed abgelöst hat. Es soll eine präzisere Abrechnung ärztlicher Leistungen ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt auf einer differenzierten Vergütung nach Art und Aufwand der erbrachten Leistungen. Fachspezifische Anforderungen werden dabei besser berücksichtigt, was zu einer «gerechteren Verteilung» der Mittel führen soll. Tardoc wird im Zusammenhang mit dynamischer Kostenneutralität eingesetzt. Dynamische Kostenneutralität meint, dass das neue Tarifsystem keine Erhöhung der Gesamtkosten im Gesundheitssystem produziert. Falls es dann doch zu höheren Kosten kommt, sind diese planbar beziehungsweise kontrollierbar. » Weiterlesen

Jeder Ort, ein Ort des Kampfes

8.3.-Redaktion. Die Welt verändert sich rasant, es findet eine brutale Zuspitzung von Krieg, Gewalt und Faschismus statt. Dagegen formt sich an verschiedenen Orten Widerstand. Wir wollten von Frauen und queere Personen aus dem globalen Süden wissen, wie sie ihre revolutionäre und feministische Perspektive in der Praxis umsetzen. Wie sehen ihre Kämpfe aus, was sind ihre Hoffnungen? Einige Stimmen aus den Philippinen, Mexiko, Kuba und Rojava.

Noch nie gab es so viele Kriege weltweit wie 2025 – und bereits in den ersten Tagen von 2026 wurden gleich Venezuela und Rojava angegriffen. Die imperialistischen Mächte tun nicht mehr mal so, also ob sie sich an die eigenen Regeln ihrer «Weltordnung» halten würden. Während früher noch ohrenbetäubendes Schweigen und lahme Ermahnungen an alle Seiten die üblichen Reaktionen waren, gingen die Herrschenden des globalen Nordens im Gaza-Krieg einen Schritt weiter: Neu lässt man die USA und Israel nicht nur jegliche Völkerrechtskonventionen brechen, sondern billigt das Vorgehen lautstark und versucht, die Proteste und Solidarität für Palästina im eigenen Land durch Repression und Diffamierungen zu ersticken. Dies kreierte einen Präzedenzfall, der Trumps Machtpolitik die Möglichkeit gab, immer und überall auf der Welt Kriege zu führen, ohne sich vor Konsequenzen fürchten zu müssen. Sei es in Venezuela, in Kuba oder in der Arktis. » Weiterlesen

Care-Streik 2027

Feministisches Streikkollektiv Zürich. Die feministischen Streikkollektive haben schweizweit einen Care-Streik am 14. Juni 2027 ausgerufen. Die Gewerkschaften ziehen mit – und der Streik geht alle was an!

Care-Arbeit ist für alle Menschen lebensnotwendig und unverzichtbar. Unter Care-Arbeit verstehen wir Sorgearbeit, welche sich an den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen orientiert. Sie zielt auf körperliches, intellektuelles und emotionales Wohl der Menschen ab, ist also die Grundlage unseres Lebens und essenzieller Bestandteil für das Funktionieren unserer Gesellschaft. » Weiterlesen

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