«Um was geht es also beim Fussball?»

«Katar 2022 – Nicht unsere WM!». Banner der Fans «Blau-Weiss statt braun» des Karlsruher SC. Bild: boycott-qatar.de

sit. Immer mehr eingefleischte Fussballfans schliessen sich dem Boykott gegen die Weltmeisterschaft in Katar an, an der am 20.November das erste Spiel angepfiffen werden wird. Einer von ihnen ist Ueli Herzog (63) aus Zürich. Der vorwärts sprach mit ihm über die Gründe des Boykotts, die Entwicklung des modernen Fussballs und mögliche Alternativen dazu.

Ueli, was sind die Hauptgründe des Boykotts?
Sicher die mehreren Tausend tote Arbeiter*innen beim Bau der Stadien und die Arbeitssituation im Allgemeinen in Katar. Dann auch die nicht vorhandenen Rechte der Minderheiten, der Frauen*, was eigentlich als Erstes zu nennen ist. Der Staat Katar ist eine Diktatur, regiert von einer Kaste von Reichen. Ein Stimmrecht gibt es nur für die Mitglieder der Königsfamilie. Die ganze wirtschaftliche Macht ist gebündelt in den Händen von einigen Clans, der Rest sind Wanderarbeiter*innen, Gastarbeiter*innen und Entrechtete. Wenn man mit dem Flugzeug ins Land fliegt, sieht man von oben einen Termitenhügel mit kleinen Löchern. Dort drin wohnen die Arbeiter*innen. Weiter oben, wo die Luft besser ist, befinden sich die Villen von denen, die im Staat bestimmen. Ein Staat mit unendlichem Reichtum an Öl. » Weiterlesen

Wer nicht kämpft, hat verloren

flo. Im Arbeitskampf um den Landesmantelvertrag für das Hauptgewerbe in
der Baubranche haben die Gewerkschaften mit ihren Protesttagen ein starkes Zeichen gesetzt. Der vorwärts war am Abschluss der Protestreihe mit auf den Baustellen.

Fünf Uhr morgens vor den Toren einer Grossbaustelle in Zürich Wiedikon: Vertrauensleute vom Bau, Aktivist*innen und Gewerkschaftskader steigen aus dem Car, der sie von der SGB-Zentrale beim Volkshaus zu ihrem Einsatzort für heute brachte. Es ist kalt und düster. Davon lassen sich die Leute vor der Baustelle aber nicht beeindrucken. Shevqet (Name geändert) reisst einen Witz, die Kollegen lachen. Der temporär angestellte Bauarbeiter ist am Freitag 11.November mit den Gewerkschaften hinaus gegangen. Er führt seine Kolleg*innen zu den vielen Orten, an denen in Zürich aktuell gebaut wird, um in den Streik zu treten. «Jahrzehnte habe ich jetzt auf diesem Beruf gearbeitet», erklärt er mir, «der Büez ist schon so streng genug, auch ohne 58-Stunden-Woche!» » Weiterlesen

Das doppelte Spiel der CH

dom. Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bat den Bundesrat um Erlaubnis, rund 12000 Patronen 35mm-Munition schweizerischen Ursprungs für den Flugabwehrpanzer Gepard an die Ukraine liefern zu dürfen. Das Nein der Schweizer Regierung sorgt für Kritik.

Im Auftrag des Bundesrates lehnte Guy Parmelin am 3.November die Anfrage der deutschen Regierung ab. Im Antwortschreiben beruft sich der Bundesrat auf das Neutralitätsrecht und das Schweizer Kriegsmaterialgesetz. Die Reaktionen auf den Entscheid fallen unterschiedlich aus.
Der «Blick» fragt sich leicht verwundert, weshalb denn Deutschland die Munition nicht einfach geliefert habe. Was hätte die Schweiz denn schon unternehmen können, wenn sich Deutschland über Schweizer Recht hinweggesetzt hätte? Zwar wäre rein theoretisch eine Einstellung weiterer Lieferungen möglich – so wie der Bund es bereits im Falle Ghanas gemacht hatte, als der afrikanische Staat Schweizer Waffen ohne Erlaubnis in die USA hatte weiter exportieren wollen. «Doch dass die Schweiz im vorliegenden Fall wirtschaftliche Sanktionen ergreifen würde, ist sehr unwahrscheinlich. Personen, die sich mit der Materie auskennen, gehen davon aus, dass ein Verstoss Deutschlands gegen die Vereinbarung mit der Schweiz höchstens für diplomatische Verstimmung sorgen dürfte.» Der Blick vermutet eher, dass Deutschland nach gar keiner Lösung suche, sondern ein blosses Ablenkungsmanöver gestartet habe, um von den innerdeutschen Kontroversen um die Waffenlieferungen abzulenken.

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Hinterhältiger Angriff

lmt. Die Partei «Die Mitte» startet mit einer neuen Motion einen versteckten Angriff auf die Mindestlöhne. Unter dem Vorwand, dass diese die Sozialpartnerschaften gefährden würden, sollen GAV-Bestimmungen in Lohnfragen vor kantonales Recht gestellt werden.

Ein Lohn muss zum Leben reichen. Diesen Satz haben wohl Linke verinnerlicht, doch bei den Rechten stösst er auf taube Ohren. Bei ihnen klingt das verinnerlichte Mantra wohl eher so: Weniger ist mehr. So sind auch Mindestlöhne seit jeher den Kapitalist*innen ein Dorn im Auge. Kein Wunder startete der nächste Angriff. Erich Ettlin aus der sogenannten «Mitte» reichte im Ständerate am 18. Dezember 2020 eine Motion ein. Sie kommt mit dem wohlklingenden Titel «Sozialpartnerschaft vor umstrittenen Eingriffen schützen» daher, hat aber dreiste Absichten. Aktuell liegt die Motion dem Nationalrat vor. Entgegen den Empfehlungen des Bundesrates und der Wirtschaft und Abgabe Kommission (WAK) des Ständerates nahm die kleine Kammer den Vorstoss an. Und auch die WAK des Nationalrates stimmte der Motion mit elf zu zehn Stimmen äusserst knapp zu.

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Schwere Geschütze ausgefahren

lmt. Die Motion Ettlins kann auf eine fette Brieftasche der Befürworter*innen zählen. Den kantonalen Mindestlöhnen stehen dunkle Zeiten bevor. Aus diesem Hintergrund aus warnt der SGB vor den Gefahren, welche diese Gesetzesänderung bergen würde.

Dem Nationalrat liegt im Moment eine Motion vor, die, um es direkt auf den Punkt zu bringen, kantonale Mindestlöhne aushebeln will (siehe Artikel oben). Der Vorstoss kommt aus den Reihen der Mitte, genauer gesagt von Erich Ettlin. Diesen stört die Tatsache, dass kantonale Mindestlöhne auch für Branchen mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gelten. Daher soll jetzt der Bund die nötigen Schranken legen, damit künftig die Lohnbestimmungen eines GAVs taktgebend sind und nicht mehr ein kantonales Gesetz.
Anders formuliert soll nun also eine Abmachung zwischen zwei private Parteien über dem Gesetz stehen. Obwohl die Absurdität dahinter jedem normalen Menschen einleuchtet, ist es der vollkommene Ernst der eidgenössischen Kapitalist*innen. Angesichts der finanziellen Stärke der Befürworter*innen sollte dieser Ernst ernst genommen werden. Trotz der verdrehten und realitätsfernen Argumentation, auf die zurückgegriffen wird.

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Eine schreckliche Blenderei

flo. Trotz Mehrfachkrise des Systems wird aktuell sehr viel über die Machtambitionen einzelner Politiker*innen und angebliche Diskriminierung diskutiert. Wer in der Debatte vorkommt: Diejenigen, die wirklich kein politisches Kapital besitzen.

Das ginge nicht an, das würde die Hälfte der Bevölkerung diskriminieren – so SP-Ständerat und Möchtegernbundesrat Daniel Jositsch an seiner Pressekonferenz, an der er seine Kandidatur bekannt gab. Herr und Frau Schweizer bietet sich dieser Tage ein seltsames Bild: Es wird spekuliert, es wird gestritten, es werden bittere Vorwürfe gemacht. Anlass ist der angekündigte Rücktritt von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Für die SP war klar: Der Sitz müsste wieder mit einer Frau* besetzt werden. Ansonsten droht wieder ein massiver Überanteil an männlichen Mitgliedern der Landesregierung.
Für Jositsch, dem man gar in der Arena eine öffentlichkeitswirksame Plattform gab, damit er über seine empfundene Diskriminierung klagen kann, sei das gar ein Bruch des verfassungsmässig garantierten Diskriminierungsverbots. Gewählt wird am 7.Dezember. Das muss man sich erst einmal geben: Einer der politisch einflussreichsten Menschen der Welt klagt auf dem besten Sendeplatz darüber, wie sehr er doch diskriminiert würde, weil seine Partei ihn nicht für die oberste Exekutive des Landes portieren mag…

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Das Ende der Negativzinsen

dom. Nachdem die führenden Zentralbanken der Welt bereits auf die rasant fortschreitende Inflation reagiert haben, hat sich auch die Schweizer Nationalbank (SNB) zur Anhebung des Leitzinses auf 0.5 Prozent entschieden. Wie gewohnt geht die Politik der SNB zulasten der Lohnabhängigen.

Eine weitere Zinserhöhung könnte schon im Zuge der nächsten Lagebeurteilung im Dezember folgen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) prognostiziert nämlich keine Entspannung, sondern erwartet bei sich verdüsternden Konjunkturaussichten im vierten Quartal eine Inflationsrate von 3,4 Prozent und für nächstes Jahr eine von 2,4 Prozent. Der libe-rale Dachverband Economiesuisse jubelt: «Hurra! Das Ende der Negativzinsen ist da!» Eine Rezession werde schon nicht eintreten, solange nur die Lohnabhängigen nicht mit unangemessenen Forderungen ihre Reallohnsenkungen auszugleichen versuchen. Hier wird schon mal vorsorglich die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale heraufbeschworen. Hier wird schon mal vorsorglich die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale heraufbeschworen: Wenn nun Jobsuchende am Verhandlungstisch mehr Lohn fordern, würden dadurch die Kosten für Unternehmen steigen. Diese wiederum würden ihre höheren Ausgaben an die Konsumenten weitergeben, wodurch die Preise noch weiter ansteigen.

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Das Massaker von Genf

sit. Am 9.November 1932 schoss das Militär in Genf auf Teilnehmer*innen einer antifaschistischen Demonstration. 13 Menschen starben und über 60 wurden verletzt. Dieses Datum und ein Mahnmal sollen uns daran erinnern, zu was die Bourgeoisie und ihre Armee fähig sind.

Im November 1932 war Mussolini seit einem Jahrzehnt Premierminister des faschistischen Italiens (siehe Artikel oben) und Hitler war nur noch wenige Monate von seiner Machtergreifung in Deutschland entfernt. In Genf, das von der Weltwirtschaftskrise nicht verschont blieb und wo die Arbeitslosigkeit fast zehn Prozent betrug, gründete Georges Oltramar im Dezember 1930 seine faschistische Partei, den «Ordre politique national».

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Nur ein Name?

«Der Messerstecher von Zürich», was für eine blöde Bezeichnung für einen rechtsradikalen Terroristen (siehe vorwärts-Nr. 33/34). Doch wie will mensch es anders sagen, wenn wortwörtlich verboten wurde, die Dinge beim Namen zu nennen.

Bei der Verurteilung des Täters wurde den Medienschaffenden vom Gericht untersagt, seinen Namen zu veröffentlichen. Da war es für mich keine Frage, dass wir uns nicht an diesen bedenklichen Maulkorb halten würden. Doch so selbstverständlich einfach war es dann auch nicht. «Wieso sollen wir die Helden spielen und ihn öffentlich denunzieren?», fragten wir uns. Weil es unsere historische Pflicht ist. Die Geschichte lehrt uns, dass der Faschismus mit seiner widerwärtigen, menschenverachtenden Ideologie bis aufs Letzte bekämpft werden muss. Folgefrage: «Und das machen wir, indem wir seinen Namen veröffentlichen?» Ja, auch damit, weil es keinen Grund gibt, seinen Namen und damit ihn zu schützen. Er hat sich öffentlich zu Gewalt, Rassenideologie und Homophobie bekannt. Er säte Hass, rief mehrfach zu öffentlicher Gewalt auf und glorifizierte Massenmörder. Mit der Messerstecherei hatte er zum ersten Mal seine Visionen auf die Spitze getrieben und ein Menschenleben gewollt aufs Spiel gesetzt. Und wie er selbst sagt, würde und wird er es wieder tun, auch in einem grösseren Rahmen. So jemand ist nicht zu schützen. Und jeder, der ohne Widerwort dem richterlichen Beschluss des Maulkorbs folgt, schliesst sich einem fatalen Schweigen an.
Hohe Worte für eine naive, unerfahrene junge Frau. Bestimmt. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte keine Angst. Angst, dass dieser Psychopath durchdrehen wird und ich die nächste auf der Liste bin. Denn er befand sich schon öfters an den gleichen Orten wie ich: am Frauen*streik, jeglich weitere Frauen*,- oder Antifademos. Und nicht nur einmal liess er dort seiner Wut freien Lauf und bedroht oder verletzt einige Frauen*. Hatte ich einfach Glück? Ich befinde mich selbst in einer Zwickmühle. Zum einen sind da mein Gerechtigkeitssinn und Kampfwille, die diesen Psycho öffentlich mit Namen denunzieren möchten. Zum anderen ist da meine Angst, die mich dazu verleitet, meinen Kommentar ohne Foto und Namen abzugeben. Wenn er es herausfinden will, soll er sich mindestens dafür anstrengen müssen. Ich brauche weder die Heldin zu spielen, irgend ein fatalen Mut beweisen, noch muss ich ins offene Messer laufen, wortwörtlich gemeint.
Schwierig, denn mir ist auch klar, dass genau das von den Rechtsradikalen beabsichtigt wird. Angst und Terror gehören schon seit eh und je zu ihrer Masche. Je weniger Menschen den Mut aufbringen, den Mund aufzumachen und sich ihnen in den Weg stellen, desto mehr freie Bahn und Spielraum haben sie.
Aber mal abgesehen davon, was würde geschehen, wenn wir mit dem Namen nicht an die Öffentlichkeit gegangen wären? Was wird beim nächsten rechtsradikalen Terroristen aus «gutem Schweizer Hause» passieren? Werden wir da auch schweigen? Wo würde das hinführen? Die Täter*innen bräuchten dann nur noch einen richterlichen Beschluss, der ihren «guten Namen» schützt und sie wären aus dem Schneider. Toll, dann könnten sie ihn aller Ruhe verdeckt ihren Hass verbreiten und gleichzeitig auf Beihilfe der Justiz zählen. Wir dürfen es niemals so weit kommen lassen. Und daher müssen alle Informationen an die Öffentlichkeit. Auch wenn es «nur» ein Name ist.
Eine junge Frau

 

Wieder sind wir Wellenbrecher*innen

flo. Nach bald drei Jahren Covid ist die Pandemie immer noch weit davon entfernt, ausgestanden zu sein. Und mit der Seuche verstärken sich die Folgen einer menschenfeindlichen Gesundheitspolitik.

Etwa 6,59 Millionen Menschen sind in den letzten Jahren an Covid-19 gestorben. Weltweit sank die durchschnittliche Lebenserwartung, Gesundheitssysteme kollabierten faktisch unter der Last der massenhaft Erkrankter. Und nach einem Anfangsschock, in dem man noch das Mittel der Wahl seit Tausenden von Jahren zur Seuchenbekämpfung (Quarantäne, Isolation und Lockdown) angewandt hatte, liess man die Krankheit schlicht durch die Bevölkerung fegen.

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Ja zur Neutralität, Nein zur Nato

Tarek Idri. Die Schweizerische Friedensbewegung hat die Petition «Ja zur Neutralität, Nein zur Annäherung an die Nato» lanciert. Gefordert wird, dass sich der Bundesrat an den Grundsatz der Neutralität hält, die Annäherung an das Nato-Kriegsbündnis beendet und auf Sanktionen verzichtet.

Die gegenwärtige weltpolitische Lage ist äusserst gefährlich: Die Ausdehnung der Nato in den Osten Europas und die Aufrüstung und Militarisierung an der Grenze zu Russland haben zu Spannungen und schliesslich zum Ausbruch eines Stellvertreterkriegs in der Ukraine geführt. Statt auf Vermittlung und Dialog zu setzen, haben die westlichen Länder einen Wirtschaftskrieg mit Sanktionen und Embargos gegen Russland losgetreten, Desinformationen verbreitet und Unmengen an Waffen und Kriegsmaterial in das Konfliktgebiet geschickt.

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«Schämt euch!»

sit. Auch die sechste Verhandlungsrunde für die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags zwischen den Gewerkschaften und dem Baumeisterverband bringt keine Annäherung. Entscheidend werden die Protesttage auf dem Bau sein.

«Schämt euch! Schämt euch!», skandierten die 2700 Bauarbei-ter*innen, die am 17.Oktober durch die Strassen Bellinzonas zogen, und meinten damit die Bosse des Bauhauptgewerbes. «Der Baumeisterverband beharrt in den Verhandlungen zum neuen Landesmantelvertrag (LMV) auf seinen radikalen Forderungen.

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Gewalt mit System

lmt. Die kroatische Polizei geht mit systematischer Gewalt gegen Migrant*innen vor. Unter Zwang müssen Geflüchtete ein Asylgesuch unterschreiben, das in kroatischer Sprache verfasst ist. In der Schweiz macht sich das SEM zum Komplizen staatlicher Gewalt.

Gewalt, Erpressungen, Drohungen: Die kantonalen Anlaufstellen der «Droit de Rester»-Kollektive (deutsch: Bleiberecht) in der Romandie werden überflutet. «Wir haben Dutzende von Berichten von Einzelpersonen und Familien erhalten, die in Kroatien erneut Gewalt und Diskriminierung erlitten haben», schreiben die Kollektive in einem offenen Brief an das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 18.Oktober dieses Jahres.

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Beim Namen nennen!

sit. Soll ein rechtsradikaler Fanatiker, der einen jungen Mann mit einem Messer niedersticht und sich ein Attentat mit einer möglichst hohen Opferzahl zutraut, geschützt werden? Dies, weil er aus «gutem Haus» kommt und seine Eltern bekannt sind? Die Justiz sagt Ja, und tut vieles dafür. Wir sagen Nein.

Die Faktenlage präsentiert sich wie folgt: Ein junger Mann mit rechts-terroristischer Ideologie sticht mit einem Messer eine Person nieder und verletzt sie lebensgefährlich. Seine Tat ist rein politisch motiviert, da er sein Opfer als Antirassisten einstuft. Der bürgerliche Staat in Form des Bezirksgerichts Zürich behandelt den Täter mit Samthandschuhen und verordnet der Presse einen Maulkorb. Dies, um den Fall möglichst mit dem Mantel des Schweigens zu umhüllen. Grund dafür: Die betroffene Familie kommt «aus gutem Zürcher Hause». Zudem will der Staat ein mit «öffentlichen Geldern gefördertes Projekt» schützen, das mit der Familie des Täters in direktem Zusammenhang steht. » Weiterlesen

«Solidarität gibt Kraft»

lmt. Am 15.Oktober fanden vor etlichen italienischen Konsulaten und im Lande selbst Proteste statt. Der Fokus lag auf dem unmenschlichen Memorandum zwischen Italien und Libyen, welches für Menschen auf der Flucht einem Todesurteil gleichkommt. Doch es regt sich Widerstand.

«Es ist unglaublich wichtig, dass wir heute hier stehen. Dadurch erfahren die Menschen, die auf der Flucht sind oder in Libyen in Lagern stecken, dass wir sie nicht vergessen haben», so die Worte eines syrischen Geflüchteten an den Protesten vom 15.Oktober in Zürich vor dem italienischen Konsulat. Und er erklärt dem vorwärts weiter: «Für die Geflüchteten ist unsere Solidarität und unsere Stimme zu hören von grosser Bedeutung.» Er muss es wissen, denn: «Ich war selbst 2015 in Libyen und als ich erfuhr, dass es in Europa Menschen gibt, die für unsere Rechte auf die Strassen gehen, gab mir das Kraft und Hoffnung weiterzugehen und zu kämpfen. Solidarität gibt Kraft!» » Weiterlesen

Arbeitskampf im Baugewerbe

sit. Auf den Baustellen kommt es landesweit zu Protesttagen, an denen die
Arbeit niedergelegt wird. Die Arbeiter*innen fordern mehr Schutz sowie eine Lohnerhöhung und wehren sich gegen die Verschlechterungen ihrer Arbeits-bedingungen. Der Kampf kommt in seine entscheidende Phase.

«Das Resultat der Abstimmungen, an der über 20’000 Bauarbeiter in allen Landesteilen teilgenommen haben, ist eindeutig: Über 92 Prozent sprachen sich für Streikmassnahmen aus. Denn der Baumeisterverband greift bei den aktuellen Verhandlungen zum auslaufenden Landesmantelvertrag (LMV) ihre Rechte frontal an», informiert die Gewerkschaft Unia in ihrer Medienmitteilung vom 13.Oktober. » Weiterlesen

Faschist*innen die Anonymität verweigern!

Da war er plötzlich nicht mehr unerkannt, der Faschist, der mir da im Zug gegenüber sass. So ganz ohne Glatze, mit dem Unterleibchen und den kurzen Hosen wäre er mir in der S-Bahn auch gar nicht aufgefallen.

Zumindest nicht, wenn er nicht noch einen Aufnäher mit dem Logo der Nazi-Marke «Thor Steinar» getragen hätte. Mein Blick auf das Logo muss ihm aufgefallen sein, denn plötzlich schien ihm die Situation irgendwie unangenehm: Hatte er doch keine Ahnung, wieso der Typ gegenüber mit wissendem Blick auf seinen Aufnäher starrte, der sonst so unscheinbar war, dass er als Szene-Code durchgehen konnte. Plötzlich bestand da nämlich ein Ungleichgewicht: An mir konnte er nicht ablesen, wer ihm da gegenüber sass – während ich gewarnt war, wer im Wagon mitfuhr. Das eine «Accessoire», das er an sich trug, um von anderen Faschist*innen erkannt zu werden, hatte ihn für mich kenntlich gemacht, als würde er ein Hakenkreuz auf der Stirn tragen. Es war dieser Moment, diese Zugfahrt, bei der ich verstand, wieso viele Faschist*innen derart die Anonymität suchen und wieso wir Antifaschist*innen sie ihnen niemals gewähren dürfen. » Weiterlesen

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