Referendum gegen die Abschaffung der Stempelsteuer unterschreiben!

sit. Im Juni hat das Parlament die Emissionsabgabe auf Eigenkapital abgeschafft. Es ist der erste von drei geplanten Schritten, um die Stempelsteuer zu begraben und so den Unternehmen Steuerge-schenke von rund 2,75 Milliarden Franken zu gewähren. Das Referendum wurde ergriffen.

«Ich kann es nur wiederholen: Bei der Steuerpolitik wird der Klassencharakter des Parlaments immer besonders deutlich, wie das Vorhaben der Abschaffung der Stempelsteuer eindrücklich beweist», sagt Gavriel Pinson, Präsident der Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS), auf Anfrage des vorwärts. «Während das Rentenalter für die Frauen* erhöht werden soll, winken den Vermögenden im Lande Steuergeschenke von rund 2,75 Milliarden Franken. Das müssen wir verhindern!», fügt Genosse Pinson hinzu. » Weiterlesen

In Gedenken an Franz Rueb

Marco Medici. Am 22.Juni starb im Alter von 87 Jahren Franz Rueb. Ende
der 1960er-Jahre war er Redaktor dieser Zeitung und Sekretär der PdA Zürich. Danach widmete er sich der Kultur und verfasste mehrere Bücher. Ein Nachruf.

Franz Rueb wurde am 15.Oktober 1933 in Zürich geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er hauptsächlich in Kinderheimen. Seine Erlebnisse in diesen Heimen hat er in seiner Autobiographie mit dem Titel «Rübezahl spielte Links aussen» beschrieben, die 2009 erschien. In dieser Autobiographie, die er auch anhand seiner Fichen schrieb, hat er auch sein politisches Leben bis zum Jahre 1970 geschildert. » Weiterlesen

Grosse Ungleichheit

sit. Die Gewerkschaft Unia hat ihre Lohnschere-Studie 2021 veröffentlicht.
Während wenige fett absahnen, bangen viele um ihre Existenz.

«Im Corona-Jahr 2020: Top-Manager und Aktio-när*innen sahnen ab, Angestellte sorgen sich um ihre Zukunft». So fasst die Gewerkschaft Unia in wenigen Worten ihre Lohnschere-Studie 2021 zusammen. Diese befasst sich mit der Lohnschere in den grössten Schweizer Konzernen.

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Berauschende Prophezeiung

dab. Braucht es ein gesundheits- und sozialverträgliches 5G-Netz oder eines, das schnell gebaut ist und die Mobilfunkanbieter*innen möglichst wenig kostet? Der Nationalrat entschied sich knapp für die von der FDP vorgeschla-gene wirtschaftsfreundliche Variante.

Telekomanbieter schwärmen von der digitalen Zukunft. Sie verheissen das digitale Schlaraffenland (und spekulieren auf steigende Profite und Marktanteile), in das sie bereits massiv investiert haben, auch in Form ersteigerte Konzessionen: Die drei Betreibergesellschaften Swisscom, Salt und Sunrise gaben zusammengerechnet 380 Millionen Franken dafür aus.

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Liberalisierung im Interesse der Energiekonzerne

Marius Käch. Der Bundesrat will den Strommarkt vollständig öffnen. Er tut dies auf Druck der Europäischen Union und der Lobby der Energiekonzerne. Widerstand ist Pflicht. Die Partei der Arbeit fordert eine radikale Wende in der Energiepolitik.

Mitte Juni veröffentlichte der Bundesrat die Botschaft zum «Mantelerlass für eine sichere Stromversorgung». Darin bestätigt Regierung ihren Willen den Schweizer Strommarkt zu liberalisieren. Das «Zückerchen» dabei ist die ebenfalls enthaltenen Revision des Energiegesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien.

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Streiken: möglich und nötig

flo. Mutig gehen die Kolleg*innen vom Waadtländer Universitätsspital CHUV in Lausanne voran. Sie beweisen, dass Arbeitskämpfe im Gesundheitssektor nicht nur ausgefochten werden können, sondern müssen. Ein wichtiger Beitrag dazu kann der «Streikbus» der Gewerkschaft VPOD beitragen.

Streiken? In einem Krankenhaus? Wie soll denn das gehen? So heisst es oft, wenn es um die Forderung nach Arbeitskämpfen in Krankenhäusern geht. Zwar kommt es in anderen Ländern Europas immer wieder zu Streiks im Gesundheitssektor. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es mit dem Charitéstreik in Berlin von 2017 gar ein anschauliches Beispiel, wie in Krankenhäusern gestreikt werden kann. Aktuell droht die Belegschaft erneut mit Streik, wenn nicht mehr Personal eingestellt wird.

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Gegen den vertragslosen Zustand

flo. Trotz anderslautender Abmachungen hat der «Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten» den Gesamtarbeitsvertrag in der Schreinerbranche abgeschossen. Die Kolleg*innen organisierten am Samstag 3.Juli eine Kundgebung in Zürich.

«So kann es nicht weitergehen!», schallte es aus den Lautsprechern, als Giuseppe Reo, der Verhandlungsleiter der Gewerkschaft Unia, das Mikrofon ergriff. «Wir sind bereit zum Verhandeln. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug!» Die rund 400 Schreiner*innen auf dem Zürcher Lindenhof stimmen durcheinander, aber laut zu.
Sie sind aus dem Tessin, aus Arbon, aus dem Waadtland, aus allen Teilen des Landes angereist, um mit den Gewerkschaften Unia und Syna für ihren Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu kämpfen.

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Klassenkampf im Abstimmungsstübchen?

flo. Mit ihrer aktuellen Initiative wollen die Jungsozialist*innen auf den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital hinweisen. Die Vorlage geht in die richtige Richtung, wird aber den grundsätzlichen Konflikt, auf den sie zielt, nicht lösen können. Jetzt steht der Abstimmungstermin fest.

Am 26.September wird die Stimmbevölkerung in der Schweiz über die 99%-Initiative der Jungso-zialist*innen abstimmen. Die Gegenkampagne ist bereits angelaufen. Und wie man es von den Bürgerlichen kennt, bekommt man jetzt schon die ausgelutschten Allgemeinplätze der Abstimmungen der letzten Jahre erneut vorgekaut. Die Vorlage sei extrem, ihre Forderungen schädlich, Arbeitsplätze würden verloren gehen. Besonders humorig: Unter der Initiative würden angeblich besonders die KMU leiden.

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Himmelfahrtskommando

sit. Postfinance soll vollständig privatisiert werden – so der Wille des Bundesrats. Der Entscheid überrascht, denn bisher war von einer Teilprivatisierung die Rede. Laut der Gewerkschaft Syndicom droht die Schliessung von weiteren Poststellen. Sie kündigt Widerstand an.

Zugegeben, man brauchte nicht zwingend eine magische Kristallkugel, doch trotzdem: «Es liegt auf der Hand, was dann folgen soll und wird: die vollständige Privatisierung. Wehret den Anfängen!», schrieb die die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) in ihrer Stellungnahme vor ziemlich genau einem Jahr am 16. Juni 2020. Und zwar als der Bundesrat seine Pläne zur Teilprivatisierung von Postfinace bekanntgab.
Zur Erinnerung: Postfinance ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post AG. Alleiniger Aktionär und damit Eigner der Post AG ist der Bund.

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Die Schweiz ist Europameisterin – im Steuernationalismus

Redaktion. Während dem globalen Süden im Kampf gegen die Pandemie Milliarden Impfdosen fehlen, verschieben Pharmakonzerne ihre exorbitanten Gewinne in Tiefsteuergebiete. Die Schweiz mischt in diesem Verteilkampf um die Gewinne der multinationalen Konzerne kräftig mit. Und der Bundesrat setzt sich gegen die vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes auf Covid-Impfstoffen ein.

Nach einem Jahr Pandemie wurde in diesem Frühling klar: Die globale Pharmaindustrie gehört zu den grossen Corona-Gewinnerinnen. Das zeigen die aktuellen Geschäftszahlen und Gewinnprognosen vieler Pharmakonzerne. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Herstellern der Impfstoffe gegen Covid-19.

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Solidarität ist Handarbeit

Mathias Stalder. Gefährdung der Gesundheit am Arbeitsplatz, Stress mit dem Chef, Kündigung, Erwerbsausfall, Kurzarbeit oder andere Probleme wegen der Coronakrise – über das Corona-Solifon unterstützen sich Arbeiter*innen gegenseitig. Ein Gespräch mit Mitgründer Johannes Wetzel zur organisierten Selbsthilfe in Zeiten der Krise.

Johannes, ein Jahr Corona-Solifon. Auf welche Erfahrungen blickt ihr zurück?
Solifon ist eine Initiative des basisgewerkschaftlichen Umfelds vor allem aus der Deutschschweiz. Sie wurde spontan ins Leben gerufen im März 2020, also gleich zu Beginn der Coronapandemie. Es war wirklich schön mit welcher Selbstverständlichkeit einige entschlossene und motivierte Menschen das Solifon so schnell auf die Beine gestellt haben, ohne dass wir uns alle untereinander kannten.

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Helvetia tanzt am 1.August

sah. Frauen*Flashmob am Nationalfeiertag: Zur Feier des 50-jährigen Frauen*stimmrechts tanzen und rappen am Schweizerischen Nationalfeiertag Frauen* landauf- und ab.

#HelvetiaTanzt ist ein nationaler Frauen*Flashmob. Er findet am 1.August 2021 zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang statt. Zur Feier des 50-jährigen Frauenstimmrechts werden Frauen* und Mädchen aus allen Landesteilen der Schweiz zu Musik dieselbe Choreografie tanzen.

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Völlig unterschiedliche Darbietungen

Peter Dürsteler. Vom 1. bis 3. Juni fand im Kunstraum Walcheturm in Zürich ein «Taktlos im Sommer» statt, eine kleine Konzertreihe mit je einer Formation pro Abend. Das eigentliche «Taktlos 2021» fiel leider pandemiebedingt ins Wasser.

Die E-Bassistin Martina Berther hätte das «Taktlos 2021» kuratieren sollen. Sie wird dies hoffentlich im nächsten Jahr nachholen können. Allerdings bestritt sie zusammen mit der Schlagzeugerin Béatrice Graf im Duo «Ester Poly» (auch zu hören auf dem Album Pique Dame)– unter Einsatz auch ihres (Rap-)Gesangs – gleich den ersten Abend der sommerlichen Konzert-reihe. Dabei wurden verschiedenste musikalische Materialien verwendet, die zu verhältnismässig kurzen Tracks verarbeitet wurden.

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Inakzeptabel!

sit. Wenig überraschend stimmte der Nationalrat am 9.Juni der Erhöhung des Rentenalters der Frauen* zu. Gleichzeitig sind für die Kapitalist*innen im
Lande Steuergeschenke von mehreren Milliarden Franken geplant. Dies
alles dürfen wir nicht zulassen. Auf in den Kampf.

«Wenn sie es nicht begreifen wollen, dann müssen wir eben mal einen richtigen Frauen*streik machen. Das heisst, dass wir wirklich mal nichts machen», sagt Ursula Mattmann in einem Video mit dem Titel «Unsere Geduld ist am Ende», das auf frauenrente.ch zu sehen ist. Mattmann ist Rentnerin. Sie weiss, von was sie spricht. «Wenn Frauen* weiterhin ein Drittel weniger Rente haben, dann frage ich mich, was diese Leute denken, wovon die Frauen* leben sollen». » Weiterlesen

«Eure Kinder werden so wie wir!»

Laura Maiorano. Dreissig Jahre nach dem ersten Frauen*streik und zwei Jahre nach dem bisher grössten Streik der Schweiz gehen wir wieder gemeinsam auf die Strasse. Und auch heute werden wir FLINT-Personen Geschichte schreiben. Mehr noch: Wir kommen wieder!

«Sie sollten mal die Löhne richtig verteilen und die Schere zwischen sehr hohen und skandalös tiefen Löhnen verkleinern», beschwert sich eine Frau vor mir in der Essensschlange. Ihre zu einer grossen Schere ausgestreckten Armen führt sie mit einer zügigen Bewegung zusammen, um die Aussage zu symbolisieren. Die anderen Frauen* in der Schlange nicken zustimmend. Ich schaue mich um. Der kleine Anny-Klawa-Platz im Zürcher Kreis 4 ist gegen zwölf Uhr mittags gefüllt von Frauen*, Kindern und ein paar wenigen Männern*. «Her mit dem schönen Leben», «Mehr Respekt für unsere Arbeit» und noch viele weitere Sprüche auf den unzähligen Plakaten schmücken den Platz. Denn schliesslich ist heute der 14.Juni, Frauen*streiktag. » Weiterlesen

Es braucht griffige Massnahmen

SGB. Der Lohnunterschied zwischen Frauen* und Männern* hat sich in den letzten Jahren vergrössert: Er liegt jetzt bei 19 Prozent, wovon fast die Hälfte reine Diskriminierung ist. Dies ist das erschreckende Ergebnis der Analyse des Bundesamtes für Statistik (BfS) zur wachsenden Lohnlücke bei den Frauen*. Um diese zu schliessen fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) die konsequente sozialpartnerschaftliche Umsetzung des revidierten Gleichstellungsgesetzes. » Weiterlesen

Daten-Herausgabe verlangen!

dab. Nationalrat Fabien Fivaz wollte in der Fragestunde des Nationalrats wissen, ob der Nachrichtendienst des Bunds (NDB) Mitglieder der Frauen*streik- und Klimastreik-Bewe-gungen überwache. Mit der Antwort liess sich die Regierung Zeit. Sie lautet: Nein, aber…

Die Frage «Überwachung von Bürgerbewegungen durch den NDB» des Neuenburger Grünen Fabien Fivaz, Mitglied der Kommission für Sicherheitspolitik und Vizepräsident der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, wurde geschickt bis nach der Abstimmung über das Pollizeimassnahmen-Terrorgesetz hinausgezögert.

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PdA-Nationalrat Denis de la Reussille im Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen

sit. Der PdA-Genosse im Nationalrat sprach sich in der soeben abgelaufenen Frühlingssession für die Annahme von zwei Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO aus. Und in einer Interpellation forderte er die Ausweitung der Kurzarbeit auch für Temporärangestellte.

«Der Bundesrat setzt sich für hohes Schutzniveau im Umgang mit chemischen Stoffen ein», teilte die Landesregierung am 20.Januar 2021 mit. Mitgeteilt wurde, dass sie zuhanden des Parlaments eine Botschaft zur Ratifizierung von zwei Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verbabschiedet hatte.

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