Militanz oder Lobbying?

tai. Spektakuläre Aktionen und der Tod von ProtagonistInnen prägen den Film «120 BPM» über die Pariser LGBT-Gruppe Act Up, die sich Anfang der 90er Jahre für Aids-Kranke einsetzt. Konflikte innerhalb der Organisation sorgen für Zündstoff.

Der Film «120 BMP» beginnt in einem Vorlesungssaal. Eine grosse Gruppe von zumeist jungen AktivistInnen diskutiert aufgeregt, angeregt eine Aktion, die ein Teil von ihnen just in den Stunden zuvor durchgeführt haben. Die Leute sind teilweise blutbespritzt. Es seien Fehler begangen worden, meint eine Anführerin der Gruppe. Man stimmt ihr zu. Von einigen gibt es aber Widerspruch. Die Aktion sei ein Erfolg gewesen, meint Sean, einer der ProtagonistInnen. Wir befinden uns in Paris, Anfang der 90er Jahre.

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Schweigen und Verschleppung

Peter Nowak. Ein neues Buch über das Leben von Roman Rosdolsky und dessen Frau Emmy, die Trotzki nahestanden, gibt die Möglichkeit, das Werk eines wenig bekannten marxistischen Ökonomen kennenzulernen.

«Mit permanenten Grüssen» ist eine merkwürdige Form, sich zu verabschieden. Manche dürften sich dabei an Trotzkis Theorie von der permanenten Revolution erinnert fühlen. Und damit liegen sie richtig. Emmy und Roman Rosdolsky, deren Leben das im Mandelbaumverlag veröffentlichte Buch gewidmet ist, hätten sich wohl selber nie als TrotzkistInnen bezeichnet.

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In einer stürmischen Weihnachtsnacht …

Hans Peter Gansner. Freifrau von Hohenkamm-Wackelzahn sitzt im Negligé vor ihrem Jugendstil-Spiegel und reibt sich ihr für ihr hohes Alter noch pfirsichzarte Gesichtshaut bei flackerndem Kandelaber-Licht mit erlesenen Salben für die Nacht ein. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann, ist, dass es eine spezielle heilige Nacht werden wird.

Als die Freifrau mit ihrer Nachttoilette fertig ist und sich die Haare hochsteckt, wirft sie einen letzten Blick aus dem Bogenfenster ihrer Kemenate, von wo aus sie das entsprechende Bogenfenster im Nachbarturm des Schlosses Hohenkamm sehen kann, wo ihr Gemahl, der eingeheiratete Freiherr Wackelzahn, sein Haupt meist etwa gleichzeitig zur Ruhe zu legen pflegt.

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Komm&iss und rede mit!

Salomé Voirol. Die PdA Zürich lädt jeden Monat zum ungezwungenen Politessen ein. Die erste Runde ist äusserst erfolgreich verlaufen. Dass das Essen frühzeitig ausging, tat der guten Stimmung im vollen Haus keinen Abbruch.

Am 20. November hat im Mozaik zum ersten Mal das Politessen «Komm&iss» der PdA Zürich stattgefunden. Das allmonatliche Treffen bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich in einem ungezwungenen Rahmen über Alltagsprobleme und Politik auszutauschen und die PdA kennenzulernen.

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Was am Konstanzer Konzil abging!

Paul Weiss. Die Gedächtnisveranstaltungen zum Konstanzer Konzil (1414 bis 1418), das dem Chaos in der Kirche ein Ende bereiten sollte, nähern sich nächstes Jahr ihrem Ende. Hans Peter Gansner hat ein knackiges und lehrreiches Buch darüber geschrieben.

Wem ist sie nicht ein Begriff, die sich drehende überlebensgrosse Hafenfigur der Hetäre und Kurtisane Imperia des Künstlers Peter Lenk (geboren 1947), der schon von Honoré de Balzac in seinen «Tolldreisten Geschichten» (Contes Drôlatiques) ein Denkmal gesetzt wurde, weil sie sinnliche Schönheit, Raffinesse und Klugheit mit einem unschlagbaren Geschäftsriecher fürs First-Class-Sexbusiness des 15. Jahrhunderts verband.

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Nietzsche in Bad Passugg

Hans Peter Gansner. Das «Kurhaus Bad Ragaz» und die Passugger Quellen in den Bündner Bergen blicken auf eine sagenumworbene und langjährige Geschichte zurück, die Mitte des 16. Jahrhunderts begann. Auch wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Geschichte geschrieben. Ein Essay.

Seit alten Zeiten kannte man nur die «Araschger Wasser» auf der linken Schluchtseite der Rabiusaschlucht: Der Churer Antistes Johann Fabricius erwähnt diese bereits im Jahre 1562 gegenüber dem Zürcher Naturforscher Conrad Gessner. Diese Quellen lebten aber lange nur noch «sagendunkel im Wissen älterer Einwohner und streifender Hirten fort». Die Neuentdeckung erfolgte erst im 19. Jahrhundert durch einen Wirt und Führer Jacob Ulrich von Sprecher, der auch Friedrich Nietzsche, immer auf der Flucht vor den stechenden Kopfschmerzen von Basel aus den Ort suchte, «an dem es besser zu leben ist» (Bertolt Brecht), zu den Passugger Quellen hinauf führt.

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Mittel zur Aufklärung und Politisierung

Szene aus dem Film „Streik“

sah. Der Film im Sozialismus war keine Ware mehr. Am Beispiel des Stummfilms «Streik» von Sergei Eisenstein zeigt sich, wie künstlerisch anspruchsvolles Kino als Medium des dialektischen Marxismus in der jungen Sowjetunion genutzt wurde.

Die kommunistische Partei Russlands wählte den Film zum wichtigsten Medium zur Verbreitung politischer Propaganda. Sergei Eisenstein sagte, dass die Grundlage jeder Kunst der Konflikt ist. Eine Prämisse des Marxismus besagt, dass die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften, Geschichten von Klassenkämpfen sind. Künstlerische Arbeit schien sehr geeignet zu sein, um Aspekte der dialektischen Philosophie darzustellen.

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Symbolik und Montagen

Sergei Eisenstein

sah. Der Film diente in der jungen Sowjetunion als Volksbildungsmittel von ungeheurer Wichtigkeit. Sergei Eisensteins «Oktober» zeigte aufwendig inszeniert und verdichtet die Ereignisse rund um die Oktoberrevolution. Mit der Wahrheit nahm er es darin nicht ganz genau.

Zwischen 1918 bis in die Mitte der 1930er Jahre wurden in der jungen Sowjetunion interessante Filmwerke zum Genre «Revolutionsfilm» geschaffen, die sich als Elemente der sich stetig aufbauenden Revolution etablierten. 1919 verstaatlichte Lenin die Filmindustrie und förderte Filmemacher-Innen bei ihrer Arbeit, die mithilfe der Medien die Ideen der Revolution für die Masse begreifbar machen wollten. Einer der bedeutendsten Regisseuren war Sergei Eisenstein, der mit Filmen wie «Streik», «Oktober» oder «Panzerkreuzer Potemkin» in Erinnerung geblieben ist. Ziel von Sergei Eisenstein war es, eine neue – zum bürgerlichen schöngeistigen Empfinden konträr – ästhetische Sinnlichkeit zu fördern und statt einzelnen ProtagonistInnen die gesamte proletarische Masse ins Zentrum zu stellen.

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Die Unruhe im Abendrot

Reitschule/red. Die Reitschule hat zum Jubiläum ihres 30-jährigen Bestehens ein kooperatives Projekt gestartet. Herausgekommen ist ein reich illustrierter Bilderbogen, an dem sich 30 AutorInnen und GestalterInnen beteiligt haben.

Seit über dreissig Jahren, und ununterbrochen seit 1987, ist die Reitschule der Schandfleck von Bern. Geliebter, hartnäckiger Schandfleck von Bern – lässt sich weder schönfärben noch vertreiben. Im Gegenteil, als grosses und grossartiges Kultur- und Politzentrum strahlt die Reitschule weit über die Stadtgrenzen heraus.

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Erlebte sozialistische Demokratie

dab. Das Buch «Kuba im Wandel» zeigt das heutige Kuba jenseits von bürgerlichen Propaganda-flunkereien. 16 deutschsprachige Frauen und Männer berichten von ihren Kubaaufenthalten und ergänzen ihre Erlebnisse mit recherchierten Zahlen und Grafiken.

Die Solothurner Journalistin Natalie Benelli präsentierte das Buch und ihren Beitrag auf ihrer Lesungstournee durch die Schweiz. Das Mitglied des Women’s Press Collective New York kennt die Lebensbedingungen von Armutsbetroffenen in den USA. 2013 reiste sie nach Kuba, 2014 berichtete sie aus London über die Internationale

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Bella ciao ciao ciao

Italienische Partisaninnen

Gerhard Feldbauer. Unerfüllte Liebe und verlorene Hoffnungen: Diether Dehms Erfolgsroman «Bella Ciao», in dem das berühmte PartisanInnenlied über den antifaschistischen Widerstand in Italien im Mittelpunkt steht, liegt jetzt auch als Hörbuch mit der Musik von Michael Letz vor. Sounddesign, Tonregie und Musikproduktion von Matthias Müller.

Ade, du Schöne, ade, meine Liebe, das sagt, dass es «etwas Schreckliches ist, früh aufzustehen, eine schöne Frau zu verlassen und sich irgendwo eine Kugel einzufangen». Aber es sagt auch, dass es nicht anders geht, wenn man das Leben liebt, für das Menschliche einsteht. Und so ist Dehms Erzählung eingebettet in die Liebesgeschichte zwischen Anna, der Partisanin aus dem Volk, Renzo, dem Dichter aus kleinbürgerlichem Hause und intellektuellen KommunistInnen, dessen Buckel an Gramsci erinnert, Giuseppe, dem Kommandeur der kommunistischen Garibaldi-Brigaden, sowie die Konfrontation mit dem Führer der Schwarzhemden, Attila, Jugendfreund Annas und Renzos.

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Schuldig bei Verdacht

dab. Um 1950 betrieb das «Komitee für unamerikanische Umtriebe» iin Hollywood eine antikommunistische Hexenjagd. Der Theaterschaffende und Drehbuchautor Bertolt Brecht entkam im Herbst 1947 geschickt.

Der dokumentarische US-Spielfilm «Schuldig bei Verdacht» von Irwin Winkler von 1991 mit Robert De Niro in der Hauptrolle zeigt die offiziellen Übergriffe auf sozial aufstrebende Linksliberale. Wegen ihrer meist früheren politischen Tätigkeit in linken Parteien, Gruppen und Solidaritätskomitees, die für die an den Kriegsfolgen leidende Bevölkerung der Sowjetunion sammelten, werden vor allem DrehbuchautorInnen, aber auch RegisseurInnen und SchauspielerInnen vor dem Komitee verhört, um sich selbst zu belasten oder zu entlasten.

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Das Signal zum Aufstand

Gerhard Feldbauer. Vor 100 Jahren übten die Turiner ArbeiterInnen den Aufstand. Er wurde zum Vorspiel der revolutionären Nachkriegskämpfe. Gegen eine drohende Machtergreifung durch die revolutionären Linken entfesselten die FaschistInnen einen barbarischen Terror.

Als am 16. Februar 1917 in Turin die Nachricht von der russischen Februarrevolution eintraf, nahmen die im Gange befindlichen Lohnkämpfe rasch politische Dimensionen an. Auf einer Streikversammlung brachen die ArbeiterInnen spontan in den Ruf aus: «Fare come in Russia!» (Machen wir es wie in Russland!) Es gelang den ReformistInnen zunächst, radikale Aktionen der Antikriegsbewegung zu verhindern. Am 22. August gingen die Demonstrationen gegen die Hungersnot dann in den Generalstreik und in einen Aufstand für die Beendigung des Krieges über. Fünf Tage kämpften die ArbeiterInnen in den Vororten auf den Barrikaden gegen die Übermacht des mit Panzern und Artillerie einrückenden Militärs, welche die isolierte Erhebung im Blut erstickten und zirka 500 ArbeiterInnen umbrachten.

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Memes für den Sozialismus

Astrid Johnson. Mit Memes wirbt die Alt-Right-Bewegung im Internet. Aber es gibt auch einige erfolgreiche Meme-GestalterInnen von links. Mit linken Memes soll Klassenbewusst-sein und sozialistische Propaganda verbreitet werden.

Aufgrund ihres vielfältigen Charakters ist es schwierig, zu definieren, was Memes sind. Die bei Weitem häufigste und beliebteste Art von Meme ist diejenige mit einem lustigen Bild, oftmals zusammen mit einem Text darauf. Memes können eine grosse Reihe von Themen abdecken, sie nehmen zahlreiche kulturelle Insiderwitze auf und reichen vom wunderschön Tiefgründigen bis zum heiter Trivialen.

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«Wir skandierten Friedensparolen»

Berlin 1951: II.Weltfestspielen Blick auf den Marx-Engels-Platz während der grossen Demonstration.

Louise Stebler-Keller, eine Kommunistin aus Basel, beteiligte sich in ihrer Jugend unter anderem an Anschlägen und Sabotageakten auf Nazi-Transporte in Österreich und Tschechien. Im Folgenden gibt sie ihre Erinnerungen an die Weltfestspiele in Budapest (1949), Berlin (1951) und Bukarest (1953) wieder.

Festival Budapest 1949
Nach Kriegsende durften viele Jugendliche, StudentInnen aus den USA mit Schiffen nach Europa reisen, um Europa kennenzulernen. Linke und kommunistische StudentInnen wollten aber 1949 zum Jugendfestival nach Budapest. Das hat die amerikanische Regierung streng verboten. So haben sich 14 Jugendliche heimlich von den Reisegruppen losgelöst und sind klammheimlich in die Schweiz eingereist.

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Humanitär statt antiimperialistisch?

tai. Die russische Regierung versucht bewusst, die Weltfestspiele in Sotschi unpolitisch zu halten. Es geht ihr darum, Russlands Image international aufzubessern, mit freundlicher Unterstützung der russischen Wirtschaft. Neben Banken, Industrie- und Rohstoffunternehmen wird das Festival von drei Rüstungskonzernen gesponsert.

Die Weltfestspiele der Jugend und Studierenden haben eine lange Geschichte. Vor genau siebzig Jahren fanden sich zum ersten Mal die linksgerichtete Jugendliche aus aller Welt in Prag zusammen, um ein internationales Festival gegen Imperialismus und für Frieden durchzuführen.

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Bilder für den Krieg

Klaus Wagener/UZ. Neue Einblicke in die Akten von Pentagon und CIA zeigen, dass die US-Regierung hinter den Kulissen an über 800 grossen Filmen und mehr als 1000 TV-Titeln mitgearbeitet hat.

Muhammad Ali sollte 1967 sagen: «Meine Gewissen lässt mich nicht auf meinen Bruder schiessen. Oder auf einige farbige Menschen, oder auf einige arme hungrige Menschen im Dreck. Für das grosse, mächtige Amerika. Und erschiessen für was? Sie haben mich nie Nigger genannt. Sie haben mich nie gelyncht, sie haben nie ihre Hunde auf mich gehetzt.»
Western-Held John Wayne war da ganz anderer Auffassung. Er fand, «arme Menschen erschiessen» sei doch eine super Sache.

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