Unbeugsam in faschistischer Gefangenschaft

dab. Olga Benario, eine deutsche kommunistische Revolutionärin, im KZ geschunden und 1942 umgebracht, wäre heute 100-jährig. Drei Bücher erzählen von ihr und vom Brasilianer Luiz Carlos Prestes, ebenfalls eine Legende der kommunistischen Bewegung des 20. Jahrhunderts, und von ihrer im Gefängnis geborenen Tochter Anita Leocadia.

1926 in Berlin, eine Demonstration gegen schlechtes Essen und Ausbeutung im Erwerbslosenheim von Sozialdemokratischer und Kommunistischer Jugend, die Kinder vom Jung-Spartakus stolz vorneweg: «Diese Proletarierkinder kannten die Armut, sie kannten Stunden der Hilflosigkeit, der Angst, der Tränen und der Verzagtheit – aber nie spürten sie ähnliches auf einer gemeinsamen Demonstration, obwohl es dort oft gefährlich für sie war. Sie wollten selbst einmal so werden wie die Grossen in der Kommunistischen Jugend; so reden können, sich gegen die verfluchte Polizei wehren, schlagfertig, lustig und stark wie Helden sein. » Weiterlesen

Niederlage und Zukunft

HHH

sit. Am 30. Januar startete in der Bildungsgruppe PolitArbeit & Theorie (BG PAT) der PdA Zürich ein neuer Lesezyklus. Thema ist das Buch «Niederlage und Zukunft des Sozialismus» von Heinz Hans Holz. Der Autor ruft auf, die eigene Geschichte zu verarbeiten, aber nicht in Trauerarbeit.

«Das Buch ist in einer sehr verständlichen Sprache geschrieben», stellte eine Genossin gleich zu Beginn des Abends fest und fügte hinzu: «Es lässt sich sehr flüssig lesen.» Beweis dafür ist, dass es während der ganzen Diskussion, die gut 90 Minuten dauerte, praktisch keine Verständnisfragen zum Text gab. Es wurde immer über den Inhalt diskutiert und dies spricht für die Qualität des Buches. Veröffentlicht wurde es vom Verlag Neue Impulse und zwar im Jahr 1991, also gleich nach dem historischen Rückschlag des Sozialismus. So erstaunt es wenig, dass die Diskussion immer wieder auf dieses geschichtliche Ereignis und dessen Folgen zurückkam. «Unter den Linken fand damals ein allgemeines Wundenlecken statt», stellte ein Genosse wenig charmant, aber umso treffender fest.

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Imperialistische Kriege im Nahen Osten

Matin Baraki. In «Krieg und Chaos in Nahost» werden die von den USA inszenierten Kriege am Golf messerscharf analysiert und gezeigt, wie UN-Beschlüsse instrumentalisiert und die Uno durch die US-Administration permanent gedemütigt wurden.

Aktham Suliman, der aus Syrien stammende Journalist und ehemals Berliner Büroleiter des qatarischen TV-Senders «Al Jazeera», bekannt als «arabischer CNN», leitete diesen von 2002 bis 2012. Er hat nun eine brillante, sachlich und kritisch geschriebene Analyse der Kriege und des vom US-Imperialismus verursachten Chaos im Nahen Osten vorgelegt.

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Pflichterfüllung und Heldentum?

sah. Den Krieg als Abenteuer im Groschenroman und pseudohistorisches Militärmagazin gibt’s am Kiosk zu kaufen: Im «Landser»-Nachfolger, der einen Schweizer Verleger hat, werden weiterhin Nationalsozialismus, Holocaust und Waffen-SS verherrlicht und verharmlost.

«Der Bataillonskommandeur erhält Verstärkung von einigen hundert Hitlerjungen. Die neuen Kämpfer zwischen 14 und 16 Jahren brennen darauf, so wie Soldaten zum Einsatz zu kommen. Diese Jugendlichen hören in ihrem Eifer kaum auf Ratschläge und stürzen sich mit ihren Panzerfäusten und Gewehren auf die sowjetischen Gefechtsvorposten. Sie gehen auf den Feind los, als ob sie hinter Trommeln und Fanfaren her marschieren würden.»

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Ein globaler Wendepunkt

dab. Im Frühjahr vor 75 Jahren siegte die Rote Armee der Sowjetunion nach massenhaften, grausamen und verlustreichen Zerstörungen, Misshandlungen und Tötungen in Stalingrad über die faschistische deutsche Wehrmacht. Dies führte zu einer Wende im sowjetisch-deutschen Krieg und im Zweiten Weltkrieg.

Anfang November 1942 hatte die Wehrmacht 90 Prozent des Stadtgebiets von Stalingrad erobert. Doch die vollständige Eroberung der zerstörten Stadt gelang aufgrund des enormen Widerstands der Roten Armee nicht. Die deutschen Truppen und ihre Verbündeten, vor allem RumänInnen und KroatInnen, wurden am 19. November 1942 durch die sowjetische Gegenoffensive eingekesselt. » Weiterlesen

Frei ist, wer seine Freiheit braucht

sah. Fast pünktlich zum Jubiläum des Landesstreiks von 1918 erscheint ein Buch zur jüngsten Geschichte des Streiks in der Schweiz. «Streik im 21. Jahrhundert» listet Arbeitskämpfe im neuen Jahrhundert auf. Es erklärt den Arbeitskampf und fordert dazu auf, für seine Rechte zu streiken.

Es gab Streiks in allen Branchen. Die Präsidentin der Gewerkschaft Unia Vania Alleva und Unia-Gewerkschaftssekretär Andreas Rieger haben eine Sammlungg von Beiträgen über Streiks bei Spar, Zeba Zentralwäscherei und bei der Primula AG, der privaten Spitex, herausgegeben.

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Vom Held zum Monster

dab. Der Sieg der Roten Armee in Stalingrad im Frühling 1943 und ihr erfolgreiches Vorstossen nach Berlin brachten die Sowjetunion und Stalin in eine starke Verhandlungsposition auf der Konferenz von Jalta auf der Krim im Februar 1945. Die Alliierten lancierten darauf den Kalten Krieg.

Die Sowjetunion hatte den grössten Anteil gehabt am Sieg über die Nazis und Josef Stalin konnte nicht als halbstarker Provinzdiktator behandelt werden. Er kam auch nicht reumütig dahergeschlichen, um sich für die Zuwiderhandlungen gegen die kapitalistischen Regeln zu entschuldigen und hoch und heilig zu schwören, die Kollektivierung rückgängig zu machen und bürgerliche Wahlen durchzuführen.

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Grundstein des Streiks

Josch Kunz. Im November 1918 erreichten die sozialen Spannungen der Schweiz im Landesgeneralstreik ihren Höhepunkt. Der Streik nahm am 4. Februar seinen Anfang, als das «Oltener Aktionskomitee» gegründet wurde. Ein Rückblick.

Die beiden Begriffe «Oltener Aktionskomitee» und «Generalstreik» lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Zu verdanken ist dies einer 50 Jahre anhaltenden bürgerlichen Geschichtsschreibung, welche den «unschweizerischen» Landesgeneralstreik als revolutionäre und bolschewistische Verschwörung darstellte. Ihr zufolge sei es von Beginn an Ziel und Zweck des Komitees gewesen, den Generalstreik zu organisieren und damit einen revolutionären Umsturz herbeizuführen.

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Brücke des Internationalismus

tai. Der politische Dokumentarfilm «We need to take guns» entstand während dem Höhepunkt der Kämpfe um die Stadt Raqqa in Syrien. Dabei wurden den KämpferInnen des internationalen Freiheitsbattalions das Wort gegeben. Ein Gespräch mit einer der Filmemacherinnen.

Der Film «We need to take guns» ist ein Dokumentarfilm über die KämpferInnen des internationalen Freiheitsbattalions in Raqqa. Wie ist der Film entstanden?
Zuerst muss man festhalten, dass wir uns bereits seit einigen Jahren mit dem Kampf auseinandersetzen, der in Rojava stattfindet gegen die Barbarei und für eine sozialistische Perspektive, dass wir schon mehrmals vor Ort waren und uns politisch dafür engagieren. Unser Schwerpunkt im Film ist das Internationale Freiheitsbattalion (IFB), weil dessen Geschichte und die Wurzeln, auf die es sich bezieht, unserer Politik in Europa sehr nahe sind.

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Militanz oder Lobbying?

tai. Spektakuläre Aktionen und der Tod von ProtagonistInnen prägen den Film «120 BPM» über die Pariser LGBT-Gruppe Act Up, die sich Anfang der 90er Jahre für Aids-Kranke einsetzt. Konflikte innerhalb der Organisation sorgen für Zündstoff.

Der Film «120 BMP» beginnt in einem Vorlesungssaal. Eine grosse Gruppe von zumeist jungen AktivistInnen diskutiert aufgeregt, angeregt eine Aktion, die ein Teil von ihnen just in den Stunden zuvor durchgeführt haben. Die Leute sind teilweise blutbespritzt. Es seien Fehler begangen worden, meint eine Anführerin der Gruppe. Man stimmt ihr zu. Von einigen gibt es aber Widerspruch. Die Aktion sei ein Erfolg gewesen, meint Sean, einer der ProtagonistInnen. Wir befinden uns in Paris, Anfang der 90er Jahre.

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Schweigen und Verschleppung

Peter Nowak. Ein neues Buch über das Leben von Roman Rosdolsky und dessen Frau Emmy, die Trotzki nahestanden, gibt die Möglichkeit, das Werk eines wenig bekannten marxistischen Ökonomen kennenzulernen.

«Mit permanenten Grüssen» ist eine merkwürdige Form, sich zu verabschieden. Manche dürften sich dabei an Trotzkis Theorie von der permanenten Revolution erinnert fühlen. Und damit liegen sie richtig. Emmy und Roman Rosdolsky, deren Leben das im Mandelbaumverlag veröffentlichte Buch gewidmet ist, hätten sich wohl selber nie als TrotzkistInnen bezeichnet.

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In einer stürmischen Weihnachtsnacht …

Hans Peter Gansner. Freifrau von Hohenkamm-Wackelzahn sitzt im Negligé vor ihrem Jugendstil-Spiegel und reibt sich ihr für ihr hohes Alter noch pfirsichzarte Gesichtshaut bei flackerndem Kandelaber-Licht mit erlesenen Salben für die Nacht ein. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann, ist, dass es eine spezielle heilige Nacht werden wird.

Als die Freifrau mit ihrer Nachttoilette fertig ist und sich die Haare hochsteckt, wirft sie einen letzten Blick aus dem Bogenfenster ihrer Kemenate, von wo aus sie das entsprechende Bogenfenster im Nachbarturm des Schlosses Hohenkamm sehen kann, wo ihr Gemahl, der eingeheiratete Freiherr Wackelzahn, sein Haupt meist etwa gleichzeitig zur Ruhe zu legen pflegt.

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Komm&iss und rede mit!

Salomé Voirol. Die PdA Zürich lädt jeden Monat zum ungezwungenen Politessen ein. Die erste Runde ist äusserst erfolgreich verlaufen. Dass das Essen frühzeitig ausging, tat der guten Stimmung im vollen Haus keinen Abbruch.

Am 20. November hat im Mozaik zum ersten Mal das Politessen «Komm&iss» der PdA Zürich stattgefunden. Das allmonatliche Treffen bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich in einem ungezwungenen Rahmen über Alltagsprobleme und Politik auszutauschen und die PdA kennenzulernen.

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Was am Konstanzer Konzil abging!

Paul Weiss. Die Gedächtnisveranstaltungen zum Konstanzer Konzil (1414 bis 1418), das dem Chaos in der Kirche ein Ende bereiten sollte, nähern sich nächstes Jahr ihrem Ende. Hans Peter Gansner hat ein knackiges und lehrreiches Buch darüber geschrieben.

Wem ist sie nicht ein Begriff, die sich drehende überlebensgrosse Hafenfigur der Hetäre und Kurtisane Imperia des Künstlers Peter Lenk (geboren 1947), der schon von Honoré de Balzac in seinen «Tolldreisten Geschichten» (Contes Drôlatiques) ein Denkmal gesetzt wurde, weil sie sinnliche Schönheit, Raffinesse und Klugheit mit einem unschlagbaren Geschäftsriecher fürs First-Class-Sexbusiness des 15. Jahrhunderts verband.

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Nietzsche in Bad Passugg

Hans Peter Gansner. Das «Kurhaus Bad Ragaz» und die Passugger Quellen in den Bündner Bergen blicken auf eine sagenumworbene und langjährige Geschichte zurück, die Mitte des 16. Jahrhunderts begann. Auch wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Geschichte geschrieben. Ein Essay.

Seit alten Zeiten kannte man nur die «Araschger Wasser» auf der linken Schluchtseite der Rabiusaschlucht: Der Churer Antistes Johann Fabricius erwähnt diese bereits im Jahre 1562 gegenüber dem Zürcher Naturforscher Conrad Gessner. Diese Quellen lebten aber lange nur noch «sagendunkel im Wissen älterer Einwohner und streifender Hirten fort». Die Neuentdeckung erfolgte erst im 19. Jahrhundert durch einen Wirt und Führer Jacob Ulrich von Sprecher, der auch Friedrich Nietzsche, immer auf der Flucht vor den stechenden Kopfschmerzen von Basel aus den Ort suchte, «an dem es besser zu leben ist» (Bertolt Brecht), zu den Passugger Quellen hinauf führt.

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Mittel zur Aufklärung und Politisierung

Szene aus dem Film „Streik“

sah. Der Film im Sozialismus war keine Ware mehr. Am Beispiel des Stummfilms «Streik» von Sergei Eisenstein zeigt sich, wie künstlerisch anspruchsvolles Kino als Medium des dialektischen Marxismus in der jungen Sowjetunion genutzt wurde.

Die kommunistische Partei Russlands wählte den Film zum wichtigsten Medium zur Verbreitung politischer Propaganda. Sergei Eisenstein sagte, dass die Grundlage jeder Kunst der Konflikt ist. Eine Prämisse des Marxismus besagt, dass die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften, Geschichten von Klassenkämpfen sind. Künstlerische Arbeit schien sehr geeignet zu sein, um Aspekte der dialektischen Philosophie darzustellen.

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Symbolik und Montagen

Sergei Eisenstein

sah. Der Film diente in der jungen Sowjetunion als Volksbildungsmittel von ungeheurer Wichtigkeit. Sergei Eisensteins «Oktober» zeigte aufwendig inszeniert und verdichtet die Ereignisse rund um die Oktoberrevolution. Mit der Wahrheit nahm er es darin nicht ganz genau.

Zwischen 1918 bis in die Mitte der 1930er Jahre wurden in der jungen Sowjetunion interessante Filmwerke zum Genre «Revolutionsfilm» geschaffen, die sich als Elemente der sich stetig aufbauenden Revolution etablierten. 1919 verstaatlichte Lenin die Filmindustrie und förderte Filmemacher-Innen bei ihrer Arbeit, die mithilfe der Medien die Ideen der Revolution für die Masse begreifbar machen wollten. Einer der bedeutendsten Regisseuren war Sergei Eisenstein, der mit Filmen wie «Streik», «Oktober» oder «Panzerkreuzer Potemkin» in Erinnerung geblieben ist. Ziel von Sergei Eisenstein war es, eine neue – zum bürgerlichen schöngeistigen Empfinden konträr – ästhetische Sinnlichkeit zu fördern und statt einzelnen ProtagonistInnen die gesamte proletarische Masse ins Zentrum zu stellen.

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