Strike for Future – Das Manifest

Klimastreik Schweiz. Wir alle wollen eine Zukunft. Wir wollen eine soziale und ökologische Gesellschaft ohne die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur. Am 15.Mai, dem Strike for Future, gehen die Klimagruppen zusammen mit der gesamten Bevölkerung auf die Strasse. Am 15.Mai blüht erstmals auf, was zuvor gewachsen ist und lange weiter wachsen wird.

Gigantische Waldbrände, anhaltende Dürreperioden, starke Überschwemmungen und die Zerstörung der biologischen Vielfalt. Die Klimakrise ist real und ihre Dringlichkeit erfordert unser sofortiges und energisches Handeln. Sie hat dramatische Folgen für uns Menschen: Gesundheitsprobleme, Verlust von Arbeitsplätzen, Kriege, Hungersnöte, Massenflucht und millionenfache Zwangsumsiedlungen. Zudem verstärkt die Klimakrise die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, Bevölkerungsschichten, Generationen, und dem globalen Norden und Süden. Die Wissenschaft warnt uns seit Jahrzehnten: Wenn wir das 1.5-Grad-Ziel nicht erreichen, wird es zu unumkehrbaren Veränderungen kommen, welche das menschliche Leben auf der Erde grundlegend gefährden. Um dies zu verhindern, gibt es nur eine Lösung: Die sofortige und drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen auf netto null bis 2030 ohne Einplanung von Kompensations-Technologien.

Das Versagen der Hauptverantwortlichen
Im Laufe des Jahres 2019 haben sich Demonstrationen, Streiks und Aktionen vervielfacht. Trotzdem sind die Regierungen und Parlamente, Grosskonzerne und Finanzinstitute unwillig, den Ernst der Lage anzuerkennen und ihre Verantwortung gegenüber der Bevölkerung wahrzunehmen. Die notwendigen Veränderungen bleiben nach wie vor aus. Denn noch immer stellen sie Wirtschaftswachstum und kurzfristige Profite über Mensch, Tier und Umwelt. Gleichzeitig merken immer mehr Menschen, dass wir die bisherige Lebensweise nicht fortsetzen können. Unbegrenztes Wirtschaftswachstum in einer Welt mit begrenzten natürlichen Ressourcen ist eine Illusion und zerstört zwangsläufig unsere Lebensgrundlage.
Während die Credit Suisse Milliarden in die Dakota Pipeline und somit in die Förderung von fossilen Brennstoffe investiert, gefährdet sie die Heiligenstätten und Wasserquellen von nordamerikanischen Ureinwohner*innen. Während die Zementindustrie enorme Treibhausgasemissionen verursacht, müssen Maurer*innen bei 40 Grad auf dem Bau arbeiten. Während der Schweizer Agrarkonzern Syngenta am Einsatz von Pestiziden verdient, ist die Lebensgrundlage einer Bauernfamilie bereits jetzt durch lange Trockenheiten gefährdet. Setzen wir uns deshalb gemeinsam für eine Lösung ein, die die Verursacher*innen in die Pflicht nimmt, nicht die Betroffenen. Setzen wir uns also ein für die Rechte von Frauen*, Arbeiter*innen und Migrant*innen. Setzen wir uns ein für Klimagerechtigkeit.

Eine aktive Bevölkerung als Basis der Demokratie
Unser demokratischer Einfluss geht weit über das Wählen und Abstimmen hinaus. Rückblickend haben wir die grössten gesellschaftlichen Errungenschaften nicht den Parlamenten zu verdanken, sondern dem Widerstand der Zivilgesellschaft. Gerade in der Klimakrise müssen wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Der Übergang in eine soziale und ökologische Gesellschaft wird durch ein beispielloses Engagement der Bevölkerung eingeleitet, oder nicht geschehen. Wir müssen unsere kollektive Stärke nutzen!

Klimagruppen – lokale Wurzelwerke des Wandels
Schliessen wir uns zusammen. Wir, die Bewoh-ner*innen im Quartier und die Arbeiter*innen in den Firmen. Die Pfleger*innen, Bauarbeiter*innen und Angestellten in der Gastro, die Lernenden in den Betrieben und die Student*innen an der Uni. Wir, die Bäuer*innen auf dem Land und die Flughafenangestellten. Schliessen wir uns zusammen und organisieren wir uns. Gründen wir Klimagruppen, um das Thema am Arbeitsplatz, im Quartier, in Interessensgruppen, im Freundeskreis und im Sportverein präsent zu machen und so die öko-soziale Krise in den Mittelpunkt unseres täglichen Handelns zu stellen. Nutzen wir diese lokalen Klimagruppen, um in unserem Lebensumfeld zu diskutieren, informieren und zu mobilisieren. Bauen wir mit der Zeit Selbst- und Mitbestimmung in allen Aspekten unseres Lebens auf. Stellen wir in Frage, warum, was, wo und zu welchen Bedingungen produziert, verrichtet und konsumiert wird und überlegen wir uns, welche Veränderungen es in unserem spezifischen Kontext braucht. Lassen wir die Klimagruppen keimen und Wurzeln schlagen, damit sie am 15. Mai erstmals zusammenkommen und gemeinsam aufblühen!

Strike for Future – das Aufblühen
Am 15.Mai 2020 rufen wir die gesamte Bevölkerung auf, sich am Strike for Future, dem schweizweiten Streik- und Aktionstag, zu beteiligen! Stehen wir auf und finden wir in den Strassen zusammen, um gemeinsam und solidarisch für eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft einzustehen. Wir lassen uns nicht aufhalten, weder zuhause, noch an der Schule, am Arbeitsplatz oder Wohnort – weder in der Schweiz noch global. Am 15. Mai wird spriessen, was Monate zuvor gewachsen ist. Der Keim des Wandels wird aufblühen und seine Blüten werden Früchte tragen.

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