«Wir leben und arbeiten wie Sklav:innen»

Yvonne Zimmermann. Teepflückerinnen in Sri Lanka organisierten vor zwei Jahren ein Arbeiter:innentribunal und klagten dabei ihre menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen an. Das Tribunal hat die Arbeiter:innen auf den Teeplantagen spürbar gestärkt in ihrem Kampf, insbesondere Frauen.

Die Fahrt auf die Teeplantage führt einen steilen Berg hinauf, durch endlos scheinende Teepflanzungen. Mit einem Dreiradgefährt und dank eines Fahrers, der das Fahrzeug geschickt den schmalen Weg hinauf um die tiefen Schlaglöcher, losen Steine und schlammigen Stellen navigiert, erreichen wir die Plantagengemeinschaft. Die Teepflückerinnen und ihre Familien wohnen auf der abgelegenen Plantage in langgezogenen Gebäuden aus aneinandergereihten Zimmern, die aus der Kolonialzeit stammen. Familien, meist mehrere Generationen, leben in einem Raum, Privatsphäre gibt es nicht. Eine einzige Toilette und ein Wasserhahn stehen für die gesamte Gemeinschaft zur Verfügung.

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Bereits ein Sieg

flo. Ein erfolgreicher Abschluss scheint zum Greifen nahe. Doch egal, wie die weiteren Verhandlungen ausgehen: Der Streik hat gewirkt – die ersten Verbesserungen wurden bereits angekündigt. Ein Rückblick auf den Winterthurer Busstreik.

Die Medienmitteilungen, die direkt vor und nach dem 3.März 2026, dem Tag des ersten Streiks in der
Geschichte bei Stadtbus Winterthur, aus dem Winterthurer Stadthaus auf Journalist:innen einprasselten, wirkten irgendwie immer kurioser. Am Anfang konnte der Versuch beobachtet werden, so zu tun, als hätte da eine Gewerkschaft versucht, ohne wirkliche Legitimation den Busbetrieb zu stören. Dann folgte direkt nach dem Streik ein wehleidiges Klagen über die aufgeheizte Stimmung beim Busdepot. Aber von den eigenen Streikbrechermethoden schreibt die Stadt nichts: von der Involvierung von Personal aus den Leitstellen oder von Pensionierten, die teils nicht einmal wussten, dass sie als Streikbrecher eingesetzt wurden, und vom Abziehen von Bussen aus dem Depot in der Nacht vor dem Streik.

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Mit Streiks zum Tarifabschluss

«Zusammen geht mehr». Demonstration von 4000 Streikenden des Öffentlichen Dienstes am 5.Februar vormittags durch Hamburgs Innenstadt.

«Zusammen geht mehr». Demonstration von 4000 Streikenden des Öffentlichen Dienstes am 5.Februar vormittags durch Hamburgs Innenstadt.

Gaston Kirsche. Mitte März stimmten die Gremien der vier beteiligten DGB-Gewerkschaften und des Deutschen Beamtenbundes der in der dritten Verhandlungsrunde erzielten Einigung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über Lohnerhöhungen und Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst zu. Ein Rückblick auf den Arbeitskampf.

Nur 51,46 Prozent der bei den deutschen Bundesländern beschäftigten Mitglieder der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, haben in einer digitalen Mitgliederbefragung der Tarifeinigung zugestimmt. Einen Monat wurde in Dienststellen und Betrieben über die am 14.Februar 2026 erzielte Tarifeinigung diskutiert. Allerdings haben sich viele Gewerkschafter:innen gar nicht an der Abstimmung beteiligt – Begeisterung sieht anders aus.

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Generalstreik für einen höheren Mindestlohn

Streikposten in Bilbao am Generalstreik vom 17. März. Bild: ELA

Streikposten in Bilbao am Generalstreik vom 17.März. Bild: ELA

Ralf Streck. Im Baskenland wird so oft wie sonst nirgends in Spanien gestreikt und die Generalstreiks bekommen einen immer stärkeren feministischen Einschlag. Vermehrt, wie zuletzt am 17. März, wird auch für diejenigen gekämpft, die es selbst nur schwer oder gar nicht tun können.

Wenn am frühen Morgen nur Musik aus dem Radio im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dudelt, dann ist klar, dass ein Generalstreik in der Autonomen Baskischen Gemeinschaft und Navarra stattfindet, der das Wirtschaftsleben beeinträchtigt und bisweilen sogar fast völlig lahmlegt. So ist es auch an diesem 17.März in dem Teil des Baskenlands, der sich innerhalb Spaniens befindet. «Gaur greba eguna da» (Heute ist Streiktag), schallt es an diesem frühen, kalten Morgen durch Industriegebiete, wo Streikposten Werkstore oder auch Zugänge zu Häfen blockieren. Töpfe schlagend ziehen sie später auch durch Dörfer oder Stadtteile, um sich bei Sonnenschein auf zentralen Plätzen in Städten zu versammeln und dann in Marschsäulen ins Zentrum zu strömen und dieses zu blockieren.

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Ein Sieg der Solidarität

sit. Mitte April streikten die Arbeiter:innen des Logistikgiganten GLS in Italien. Sie taten es
für ihre entlassenen Kolleg:innen und gegen das sogenannte Appalti-System mit seinen
besonders prekären Arbeitsbedingungen.

«Wir verlangen ja nicht das Blaue vom Himmel. Wir geben uns mit weniger zufrieden. Aber wenn wir selbst das nicht bekommen, nun, was sollen wir dann tun?», fragen sich die Arbeiter:innen von GLS Italien. Um dann gleich ihre Antwort zu liefern: «Blochiamo tutto!». So zu lesen in der Medienmitteilung der Unione Sindacale di Base (UBS), der Dachorganisation der Basisgewerkschaften, zum Streik vom 14. und 15.April bei GLS. Gesagt, getan: «Die Hubs (Verteilzentren) vom Latium bis nach Venetien, über die Toskana, die Emilia und die Lombardei hinweg, sind zum Stillstand gekommen», informiert die USB.

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Stadtbus streikt

flo. In Winterthur kämpfen die Busfahrer:innen für Verbesserungen bei den Arbeitsplänen sowie bei den Zulagen für Nachtdienste und Sonntagsarbeit. Ihr Warnstreik verlief erfolgreich. Der verantwortliche Departementsvorsteher in der Stadtregierung echauffiert sich derweil über den Zeitpunkt des Streiks.

Das gibt es in der Schweiz nicht oft zu sehen – und nordöstlich der Stadt Zürich in der Regel sogar noch weniger. Die Rede ist von Streiks bei städtischen Angestellten. Und der aktuelle Streik dieser Art in der Schweiz ist eine waschechte Premiere: Noch nie zuvor hatten die Angestellten von Stadtbus Winterthur gestreikt. Und trotz etwas beschämender Sabotageversuche seitens der Stadt fuhren am Dienstag, den 3.März, von 4.30 bis 9.30 Uhr die meisten Busse nicht. Taxis klapperten die Bushaltestellen ab, um Pendler:innen, die noch auf einen Bus hofften, einzusammeln. » Weiterlesen

Care-Streik 2027

Feministisches Streikkollektiv Zürich. Die feministischen Streikkollektive haben schweizweit einen Care-Streik am 14. Juni 2027 ausgerufen. Die Gewerkschaften ziehen mit – und der Streik geht alle was an!

Care-Arbeit ist für alle Menschen lebensnotwendig und unverzichtbar. Unter Care-Arbeit verstehen wir Sorgearbeit, welche sich an den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen orientiert. Sie zielt auf körperliches, intellektuelles und emotionales Wohl der Menschen ab, ist also die Grundlage unseres Lebens und essenzieller Bestandteil für das Funktionieren unserer Gesellschaft. » Weiterlesen

Macht endlich vorwärts mit der Pflegeinitiative!

sit. Über 170’000 Personen haben in wenigen Tagen einen Appell unterzeichnet, der endlich Taten bei der Umsetzung der Pflegeinitiative von den Politiker:innen verlangt. Denn seit der Annahme im Jahr 2021 hat sich für das Pflegepersonal praktisch nichts verändert.

Ein kurzes Lachen huscht über das Gesicht, doch nicht aus Freude, sondern eher aus Verzweiflung. So ist die erste Reaktion von Maria F. (Name der Redaktion bekannt), Hebamme in einem Spital im Kanton Zürich, auf die Frage: «Was hat sich seit der Annahme der Pflegeinitiative getan, verändert?» Dann sagt Maria: «Es gibt ein paar wenige Spitäler, welche den Stellenschlüssel vergrössert haben, wodurch genügend Hebammen im Dienst sind und eine Eins-zu-eins-Betreuung möglich wird, das heisst eine Hebamme pro Patientin. Aber dies ist immer noch die Ausnahme und nicht die Regel.» » Weiterlesen

Lokführer:innen streiken in Spanien

Ralf Streck. Die grosse spanische Lokführergewerkschaft SEMAF hatte nach tödlichen Unfällen in Andalusien und Katalonien zum dreitägigen Streik aufgerufen. Der Streik sorgte für ein massives Chaos im Zugsystem, wurde aber nach Zugeständnissen vorzeitig beendet. Das Chaos im ausgebluteten System in Katalonien bleibt weiterhin, wogegen auch stark demonstriert wird.

«Die schweren Unfälle in Adamuz und Gelida, bei denen viele Menschen ums Leben kamen, stellen einen Wendepunkt dar», so begründete die grösste spanische Lokführergewerkschaft SEMAF einen dreitägigen Streik im spanischen Zugsystem. Dies sei der «einzige legale Weg», um «die Sicherheitsstandards wiederherzustellen», schrieb die SEMAF im Aufruf. Mit dem Ausstand vom 9. bis 11. Februar forderte die Gewerkschaft von der Regierung, endlich «alle notwendigen Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des Bahnbetriebs» zu ergreifen. Dazu forderte sie bessere Gehälter, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal, um der Überlastung der Belegschaft zu begegnen. Kritisiert wurde zudem die zunehmende Privatisierung.

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«Eine Stimme für die PdA ist eine Stimme für den Wechsel»

sit. Die PdA-Genossen Richard Müller und Noah Ziegler kandidieren in Winterthur für die Stadtregierung. Wir sprachen mit Noah über die Rolle und Möglichkeiten im Stadtrat und sein Engagement als Gewerkschafter.

Noah, stell dich bitte kurz vor.
Ich bin 27 Jahre alt und seit meinem 15.Lebensjahr arbeite ich auf Baustellen. Ich spüre die Zwänge der Privatwirtschaft am eigenen Körper und Geist. Ich bin seit einigen Jahren Mitglied der Partei der Arbeit und engagierter Gewerkschafter. Seit über vier Jahren kämpfe ich ununterbrochen gemeinsam mit der Gewerkschaftsjugend sowie in der Branche, in der ich tätig bin, der Gebäudetechnik, für die Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter:innen und Angestellten. Doch wir machen nicht an Branchengrenzen halt. Wir wissen, dass der Kampf für eine gute Zukunft für die Ausgebeuteten weltweit und in der Schweiz nur gelingen kann, wenn sie sich als das begreifen, was sie sind: Eine Klasse, die sich in der gleichen Situation befindet und sich nur durch den gemeinsamen Kampf aus dieser Lage befreien kann. » Weiterlesen

Sonntagsarbeit? Kommt nicht in die Tüte?!

flo. Trotz unzähliger Volksentscheide gegen Liberalisierungsmassnahmen im Detailhandel können es Lobbyist:innen und Bürgerliche im Parlament nicht lassen: Die Rechte und Arbeitsbedingungen des Verkaufspersonals sollen wieder verschlechtert werden. Von den Gewerkschaften kommt Widerstand.

Das oberste Prinzip für unser aktuelles Parlament scheint ziemlich deutlich: Hauptsache, der Rappen rollt. Dafür soll nun wieder einmal an den Ruhezeiten des Verkaufspersonals gerüttelt werden – konkreter am Sonntagsschutz. Unter dem grässlichen (und verlogenen – dazu später mehr) Titel «Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten» wurde Ende 2023 eine Standesinitiative durch den Kanton Zürich eingereicht. Diese sieht vor, die Zahl der möglichen verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr von aktuell drei auf zwölf zu erhöhen.

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Rausgeschmissen

sit. Im Rahmen der Roten Kulturtage in Zürich waren zwei Veranstaltungen zu Palästina im Volkshaus geplant. Doch die Volkshausstiftung hat den Vertrag kurzfristig aufgehoben. Tragisch, auch weil sie im Mai 2023 einen rechtsesoterischen, faschistoiden Anlass zuliess ? wegen der angeblichen Meinungsfreiheit.

Die mediale Hetze, mit welcher der Schrei nach noch mehr Polizeirepression nach den Vorfällen an der Demo in Bern vom 11.Oktober (siehe auch Artikel oben) durchs Land getragen wird, zeigt ihre Auswirkungen: Das Volkshaus Zürich ist vom Mietvertrag mit den Organisator:innen der Roten Kulturtage zurückgetreten. Eine interne Überprüfung habe ergeben, dass bei zwei geplanten Veranstaltungen angeblich Gewalt verherrlicht und Gegner:innen entmenschlicht würden. Diese Inhalte widersprächen dem Leitbild des Hauses, das rassistische, antisemitische oder gewaltverherrlichende Veranstaltungen ausschliesse. » Weiterlesen

Von der Empörung zum organisierten Kampf übergehen

sit. Zwei Generalstreiks, der erste am 21.September, der zweite am 3.Oktober, mobilisierten über zwei Millionen Menschen auf die Strassen und Plätze von ganz Italien in Solidarität mit Palästina und der Sumud Global Flotilla. Wie kam es dazu? Und: Was wird oder was kann aus der Bewegung werden?

«Die Empörung über die Art und Weise, wie die Regierung ihre Beziehungen zu Israel gestaltet, und über ihre offen erklärte Komplizenschaft mit einem genozidalen System bilden den auslösenden Faktor», schreibt der Dachverband der Basisgewerkschaften «Unione Sindacale di Base» (USB). Und weiter: «Das Entsetzen angesichts des wiederholten und offen gerechtfertigten Massakers auf der einen Seite und der Ekel über die fortgesetzte Heuchelei jener, die uns regieren, sind die Zutaten dieser Mobilisierung.» Diese Beschreibung widerspiegelt die Stimmung und Gefühlslage vieler Menschen in Italien sehr gut. » Weiterlesen

Das Gesundheitspersonal schlägt Alarm – einmal mehr

lmt. Vier Jahre nach dem klaren Ja zur Pflegeinitiative ist die Realität ernüchternd: Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen bleiben prekär, die Finanzierung ungenügend. Das Personal kämpft für sichere Versorgung und würdige Arbeit. Am 22.November trägt es den Protest auf den Bundesplatz, denn es ist 5 nach 12.

Es war ein starkes Signal, als im November 2021 ganze 61 Prozent der Stimmbevölkerung die Pflegeinitiative annahmen. Die Botschaft war eindeutig: bessere Arbeitsbedingungen, genügend Personal, sichere Versorgung. Vier Jahre später ist davon wenig umgesetzt. Während der Bundesrat und das Parlament die zweite Etappe des Gesetzes beraten, wächst die Wut im Gesundheitswesen. Das Bündnis Gesundheitspersonal ruft darum für den 22. November zur nationalen Kundgebung in Bern auf. » Weiterlesen

Mehr Ferien für Lernende

flo. Der Druck für mehr Ferien für Lernende steigt. Jetzt wurde eine Petition eingereicht, die drei Wochen zusätzliche Ferien verlangt. In kurzer Zeit wurde eine Rekordzahl an Unterschriften gesammelt. Das Anliegen ist dringend nötig und würde zudem keine neuen Kosten verursachen.

176’447 Unterschriften (!) konnten schliesslich am 21.August in Bern bei der Bundeskanzlei für die Petition zugunsten von insgesamt acht Wochen Ferien für Lernende eingereicht werden. Allein in den ersten 24 Stunden der Unterschriftensammlung waren über 40’000 Unterschriften zusammengekommen.
Bei der Übergabe sagte Lea, Coiffeuse im 3.Lehrjahr, vor den Medien: «Wir bleiben dran, bis wir acht Wochen Ferien in der Lehre haben.» Auch Félicia Fasel, Präsidentin der SGB-Jugendkommission, betonte: «176’000 Unterschriften – das ist eine historische Zahl für die Lernenden. Lernende brauchen eine Stimme in der Politik.» Und Vincent, frisch ausgebildeter Elektroplaner, ergänzt: «Mit acht Wochen Ferien nehmen wir Druck raus, ohne den Anspruch zu senken. Wir investieren in Qualität, Sicherheit und in die Zukunft unserer Fachkräfte.» Die Petition kommt in einer Zeit, in der praktisch monatlich neue Studien zeigen, dass es vielen Berufslernenden in der Schweiz schlecht geht. Die Hälfte von ihnen fühlt sich erschöpft, viele sind chronisch gestresst, und mittlerweile schliesst ein Viertel der Lernenden die Lehre nicht mehr ab.

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Spanien: Knast für Gewerkschaftsarbeit

Ralf Streck. Wegen der Inhaftierung von sechs Gewerkschafter:innen der CNT in Asturien formiert sich in ganz Spanien breiter Widerstand gegen die Kriminalisierung von Arbeitskämpfen. Der Fall «La Suiza» steht für eine repressive Welle, die besonders kämpferische Gewerkschaften trifft.

Ein Etappensieg ist im Kampf gegen den Versuch errungen worden, Gewerkschaftsarbeit in Spanien exemplarisch zu bestrafen. Eine breite Bewegung, die längst den ganzen spanischen Staat umfasst, konnte zwar nicht verhindern, dass im nordspanischen Asturien die «Sechs von La Suiza» im Juli ihre dreieinhalbjährige Haftstrafe antreten mussten. Doch die Mobilisierung hat bewirkt, dass den fünf Frauen und dem Mann schon kurz nach Haftantritt der offene Vollzug gewährt wurde.

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Alle an die Baudemo!

sit. 2025 wird der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe neu verhandelt. Bauarbeiter:in-nen fordern kürzere Arbeitstage, faire Bezahlung und sichere Arbeitsbedingungen. Am 17.Mai
gehen sie deshalb in Zürich und Lausanne gemeinsam auf die Strasse.

Wer in der Baubranche arbeitet, stemmt tagtäglich Schwerstarbeit, und zwar bei Wind und Wetter, oft unter hohem Druck. Während die Umsätze im Bauhauptgewerbe seit Jahren steigen, hat sich die Situation für die Bauarbeiter:innen verschlechtert. Weniger Personal muss mehr leisten, Arbeitstage werden länger, Reisezeiten bleiben oft unbezahlt. Zwischen 2015 und 2024 stieg der Branchenumsatz um knapp 20 Prozent, gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten. Und während der Gewinn wuchs, schrumpfte die Kaufkraft derer, die auf den Baustellen schuften. Das beweisen Daten des Bundesamts für Statistik: Die Löhne stagnierten oder gingen sogar zurück, während das allgemeine Preisniveau seit 2020 um über sieben Prozent anstieg.

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