Sonderweg in der Sackgasse
dom. Die Bilateralen-III markieren eine neue Phase im Verhältnis Schweiz-EU: Während Brüssel auf Vereinheitlichung und klare Regeln drängt, ringt die Schweiz um Autonomie und Integration zugleich. Der Konflikt wird zum Seismographen tieferliegender Verschiebungen.
Bis heute stützt sich das Verhältnis Schweiz–EU auf ein uneinheitliches Geflecht von Verträgen: Migration, Luft- und Landverkehr, Forschung, Landwirtschaft, Energie – alles einzeln geregelt, teils in über 20 Jahre alten Abkommen. Rechtsänderungen seitens der EU werden von der Schweiz mal übernommen, mal nachverhandelt – ohne einheitliches System für Nachvollzug und Konfliktlösung. Die Schweiz bewahrt sich damit eine gewisse Flexibilität, eine relative Autonomie bei gleichzeitiger Integration in den EU-Raum. Während vieler Jahre wurde dieser Weg in der Schweiz als «Königsweg» beschrieben.
