Scheingefecht

dom. 1400 von 7700 Mieter:innen städtischer Wohnungen verdienen zu viel. Bürgerliche wittern Ungerechtigkeit und rufen nach strengeren Regeln – mit Vorstössen, die keine einzige neue Wohnung schaffen, sondern bloss die Wohnungsnot unter den Ärmsten umverteilen wollen.

Eine Auswertung des Zürcher Finanzdepartements hat ergeben: In 1400 von 7700 überprüften städtischen Wohnungen verdienen die Mietenden mehr, als erlaubt – das entspricht rund 18 Prozent. Die Stadt toleriert aber im Namen der sozialen Durchmischung bloss eine Quote von 15 Prozent. Erst wenn diese Grenze drei Jahre in Folge überschritten wird, muss gehandelt werden – in diesem Falle frühestens 2028. Zu spät fürs bürgerliche Lager, das hier eine Ungerechtigkeit entdeckt und deshalb im Gemeinderat gleich mehrere Vorstösse eingereicht hat.

Was wird gefordert?
Bürgerliche Parteien setzen sich ein für Verteilungsgerechtigkeit? Passt doch gar nicht, könnte man meinen – passt sehr wohl, solange die Umverteilung nur unter den Ärmsten stattfindet. Der erste Vorstoss will die 15-Prozent-Quote ersatzlos streichen und stattdessen die 1-zu-4-Regel beim Einzug (das Einkommen darf höchstens das Vierfache der Miete betragen) beziehungsweise die 1-zu-6-Regel bei laufenden Mietverhältnissen konsequent durchsetzen. Der zweite Vorstoss verlangt, dass die Miete direkt an die Lohnentwicklung gekoppelt wird: Steigt das Einkommen um mehr als zehn Prozent über das erlaubte Limit, soll automatisch auch die Miete steigen.
Zusätzlich verlangt SVP-Gemeinderat Reto Brüesch mit drei weiteren Vorstössen strengere Regeln für besonders günstige Altbauwohnungen. Gemäss Tagesanzeiger gibt sich Brüesch besorgt und meint, in Wohnungen mit «wirklich tiefen Mietzinsen sollten wirklich nur Menschen mit tiefen Einkommen wohnen». Auch FDP-Fraktionspräsident Emanuel Tschannen hält sich und seine Vorstösse für «vernünftig und sozial»: Wer die Kriterien nicht mehr erfülle, solle mehr zahlen oder Platz machen für jene, die wirklich auf günstigen Wohnraum angewiesen seien.
Ein reales Problem
Die Zweitärmsten sollen also den Ärmsten Platz machen – dass damit keine Wohnungsnot gelöst wird, weiss jede:r, der sich schon mal im Raum Zürich eine Wohnung suchen musste. Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Leerwohnungsziffer der Stadt lag per 1.Juni 2026 bei 0.11 Prozent, was gerade mal 252 leeren Wohnungen entspricht. Auf eine einzige freiwerdende städtische Wohnung bewerben sich gemäss Tsri.ch im Schnitt rund tausend Personen. Auf dem freien Markt kostet eine mittlere 3.5-Zimmer-Wohnung im Schnitt rund 3400 Franken im Monat, eine 2,5-Zimmer-Wohnung rund 2800 Franken.
Wer kann sich sowas eigentlich leisten, fragt man sich. Günstige Lösungen wären also dringend gefragt – doch seit vielen Jahren stagniert der gemeinnützige und städtische Wohnungsbestand. 2011 beschloss die Zürcher Stimmbevölkerung mit rund 76 Prozent, dass bis 2050 ein Drittel aller Mietwohnungen gemeinnützig sein soll. Tatsächlich lag der Anteil 2015 bei 26.5 Prozent, bis 2019 war er gar auf 26.4 Prozent gesunken. Kurz gesagt: Es gibt zu wenig günstigen Wohnraum – nicht zu viele Leute, die ihn «zu Unrecht» belegen.

Auf den Schwächsten rumhacken
Kein einziger der bürgerlichen Vorstösse schafft auch nur eine einzige zusätzliche günstige Wohnung. Sie verteilen lediglich den vorhandenen, viel zu knappen Bestand um – zwischen zwei Gruppen, die doch beide zur Zielgruppe des gemeinnützigen Wohnungsbaus gehören. Wer aus einer städtischen Wohnung gedrängt wird, weil er oder sie etwas mehr verdient, landet nicht in einer neuen günstigen Wohnung, sondern auf jenem Markt mit 0.11 Prozent Leerstand und 1000 Bewerbungen pro freier Wohnung.
Im Grunde wollen SVP, FDP und Mitte Lohnsteigerungen bei Geringverdienenden bestrafen, während das strukturelle Problem unangetastet bleibt. Die Vorstösse lösen die Wohnungsnot nicht, sie verschieben sie nur innerhalb der ärmeren Bevölkerung hin und her und produzieren dabei auch noch ein politisch dankbares Feindbild: den vermeintlich unverschämten «Zu-viel-Verdiener» in der günstigen Wohnung.

Wem gehört die Stadt?
Kritik kommt laut Tagesanzeiger von linker Seite. Aus Sicht von Oliver Heimgartner, Co-Präsident der SP Zürich, sollten «die Mieten all jener sinken, die nicht bereits in einer vergleichsweise günstigen städtischen Wohnung leben». Ja, das wäre was. Zumindest im Vergleich zum bürgerlichen Ansatz, günstigen Wohnraum schaffen zu wollen über strengere Ausschlusskriterien für die wenigen, die bereits einen gefunden haben.
Aber zweifelsohne ist es mit etwas mehr städtischem Wohnungsbau, einigen Genossenschaften, einem Vorkaufsrecht hier und einem Fördertopf dort, auch nicht getan. Was in der ganzen Wohndebatte kaum zur Sprache kommt, ist die Frage, warum der grösste Teil des Zürcher Wohnungsbestands überhaupt in privaten Händen liegt und dort der Abschöpfung von Renten dient.

Schluss mit Scheingefechten
Der Ökonom Felix Schläpfer hat vorgerechnet, dass sich die jährlichen Bodenrenten in der Schweiz in der Grössenordnung von 100 Milliarden Franken bewegen. Das ist der eigentliche Grund, weshalb Wohnen in Zürich so teuer geworden ist: nicht die paar Mietparteien mit zu hohem Einkommen, sondern ein Markt, in dem Boden und Wohnraum in erster Linie als Renditeobjekt fungieren.
Wer diesen Befund ernst nimmt, müsste konsequenterweise auch die Eigentumsfrage stellen: die Vergesellschaftung grosser, profitorientierter Immobilienbestände, wofür sich die Volksinitiative «Deutsche Wohnen & Co enteignen» in Berlin seit Jahren einsetzt. Solange die Eigentumsfrage nicht gestellt wird, bleibt jede Verteilungsdebatte um die 7700 städtischen Wohnungen ein Scheingefecht, während sich die eigentliche Wohnungsnot ausserhalb der städtischen Wohnungen – also in 96.8 Prozent des Marktes – ungebremst weiter verschärft.

Mindestlöhne schützen – Referendum unterschreiben

S.B. Das Bundesparlament greift die demokratisch beschlossenen kantonalen und kommunalen Mindestlöhne an. Damit will es die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung erleichtern. Ein Referendum bietet die Möglichkeit, diesen Angriff auf das Mindeste an finanzieller Sicherheit zu stoppen.

Auch das bürgerlich geprägte Parlament in Bundesbern ereilt manchmal die Langeweile: Die nun seit Jahrzehnten andauernde Hetze gegen Migrant:innen ist im politischen Alltag zur Normalität geworden und wird längst nicht mehr nur vom rechten Rand vorangetrieben.

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Reproduktive Rechte = Menschenrechte

sah. Allen Menschen soll das Recht garantiert sein, frei und selbstbestimmt zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen möchten. Die Ausstellung «Atlas der Reproduktion» in Bern widmet sich diesen Freiheiten.

Rechte wie das Recht auf Abtreibung sind in vielen Ländern nicht mehr selbstverständlich.

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Es geht nicht um die Wurst

gap. Die Ernährungsinitiative stellt sinnvolle Forderungen auf, die aber nur mit einem totalen Umbau der Landwirtschaftspolitik erfüllt werden könnten. Deshalb wird sie von links nach rechts abgelehnt, von der PdA jedoch unterstützt.

Das muss man sich einmal vorstellen: Im Parlament wird über eine Initiative abgestimmt und alle sind dagegen.

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Wird die Welle zum Sturm?

flo. Schon wieder trifft eine Massenentlassung die Belegschaft eines in Winterthur produzierenden Betriebs. Es dürfte sich dabei mit Abstand um den grössten Fall der letzten mindestens zwanzig Jahre handeln. Kann man in der Eulachstadt bereits von einer zweiten Deindustrialisierungswelle sprechen?

Die Nachricht schlug in Winterthur wie eine Bombe ein.

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Gedanken über die demografische Entwicklung

Kurt Stöckly. Ist die Altersvorsorge mit drei Säulen noch tragbar? Statt immer nur über Rentenalter und höhere Beiträge zu diskutieren, sollte eine grundsätzlichere Frage gestellt werden: Was wollen wir eigentlich versichern?

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Eine Altersrente mit Kapitaldeckung, wie sie die Pensionskassen betreiben, kann für Gutverdienende attraktiv sein.

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Was hat die Linke eigentlich zu verlieren?

sit. Die Neutralitätsinitiative stammt von der SVP – also von der falschen Seite. Doch ein Nein würde die Partei nicht schwächen, während ein Ja die Neutralität in der Verfassung verankern und damit einen Nato-Beitritt ausschliessen würde. Die üblichen linken Antworten greifen diesmal nicht ohne Weiteres. Grund genug, genauer hinzuschauen.

Die Linke scheint nichts Besseres zu tun zu haben, als darüber zu streiten, ob die Neutralitätsinitiative ein Projekt von «Putin-Freunden» ist.

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Wären Sanktionen noch möglich?

sit. Die Neutralitätsinitiative will der Schweiz verbieten, «nichtmilitärische Zwangsmassnahmen gegen kriegführende Staaten» zu ergreifen. Was genau ist damit gemeint? Und was bedeutet das für gezielte Sanktionen gegen Verbrecher:innen gegen die Menschlichkeit?

Kürzlich meinte eine Kollegin: «Für mich macht es einen wesentlichen Unterschied aus, ob man Sanktionen gegen ein Land ausspricht – oder gegen einzelne Personen wie etwa Kriegsverbrecher:innen.»

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Türöffnerin Schweiz

dom. Zollhammer aus Washington, Zugeständnisse aus China: Das neue Freihandelsabkommen mit China zeigt, wie die Schweiz immer noch zwischen den Blöcken lavieren kann – und dabei für alle von Nutzen ist.

Das neue Abkommen mit China steht in deutlichem Kontrast zu den Verhandlungen mit den USA. Mit Trump gab es Zollhammer, Zickzack, schliesslich eine Einigung auf 15 Prozent, erkauft mit milliardenschweren Investitionszusagen und teuren Geschenken – weniger eine Einigung als eine Unterordnung unter Druck.

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«Hegel wäre heute ein Marxist»

Arman Spéth. Vieles erinnert heute an die Zeit vor 1914 – als sich Lenin im Schweizer Exil zu Hegel flüchtete. Warum der Idealist bis heute die Schule des Klassenkampfs bleibt und wir laut Mesut Bayraktar wieder in einer vorrevolutionären Situation stecken, erklärt der Autor im Gespräch zu seinem neuen Buch.

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Im Gleichschritt mit dem Klassenfeind?

In meinem Artikel auf Seite 3 stelle ich die Frage, was die Linke bei einem Ja zur Neutralitätsinitiative zu verlieren hat. Der Versuch einer Antwort liefert die WOZ in einem Artikel, der die Argumente der linken Gegner:innen der Initiative bestens auf den Punkt bringt. In seinem Leitartikel «Waffen für alle (ausser die Ukraine)» wirft Kaspar Surber jenem Teil der Linken, der die Neutralitätsinitiative unterstützt, vor, «im Gleichschritt mit der SVP» zu marschieren.

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«Und kam vil geltz in das lant»

Die Schweizergarde ist das einzige noch existierende Überbleibsel der Reisläuferei.
Bild: Wikimedia

flo. Vom ausgehenden Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert gingen bis zu 1,5 Millionen Schweizer ins Ausland, um sich dort als Söldner zu verdingen. Die Reisläuferei, wie das Schweizer Söldnerwesen genannt wird, entstand dabei im Kontext frühkapitalistischer Strukturveränderungen. Und sie war selber eine Kommodofizierung von Gewalt.

«Point d‘argent, point de Suisse» – kein Geld, keine Schweizer: Kaum ein Sprichwort dürfte das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Söldnertum in der Schweiz klarer auf den Punkt bringen als der Ausspruch, der im 16. Jahrhundert entstanden sein dürfte.

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Vorwärts zum Sozialismus

Marius Käch. Über 200 Delegierte aus Vietnam, China, Laos und der Schweiz diskutierten in 174 Beiträgen über die Weiterentwicklung des Marxismus unter neuen Bedingungen. Ansätze für effektive Arbeitskämpfe im Privatsektor brachte die Partei der Arbeit der Schweiz (PdA) mit einem Forschungspapier über den Bau ein.

«Der Austausch über die Erfahrungen marxistisch-leninistischer Parteien bei der Ausübung politischer Führung dient nicht der Suche nach einem gemeinsamen Modell für alle Länder.

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Like and Subscribe

Dominik Dübi. Die Filmwelt verbeugt sich aktuell vor den Erfolgen der jungen Filmemacher und YouTuber Kane Parsons und Curry Barker. Im Alter von 21 beziehungsweise 26 Jahren stellten die beiden Hollywood auf den Kopf, indem sie mit kleinsten Budgets unglaublich erfolgreiche Horrorfilme drehten.

Curry Barker beschäftigt sich in «Obsession» mit toxischer Männlichkeit und dem Grusel der völligen Selbstaufgabe in einer Liebesbeziehung.

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14.Juni 26: Aufbruch zum Care-Streik 2027

FSK. Stark, laut und kämpferisch: Am 14.Juni 2026 füllten rund 60000 Menschen die Zürcher Strassen. Gemeinsam machten wir unbezahlte Care-Arbeit sichtbar. Der Tag war ein Höhepunkt – und zugleich ein Aufbruch: Mit 180 Organisationen mobilisieren wir für einen starken feministischen Care-Streik 2027.

Wir sind wütend. Wir sind erschöpft. Und gerade deshalb haben wir uns auch wieder dieses Jahr am 14.Juni die Strassen Zürichs genommen. Unter dem Motto «Pflege, Sorge, Hausarbeit – das ist unbezahlte Arbeitszeit! Gegen das System, das ausbeutet und profitiert, sind wir feministisch organisiert» haben wir am Sonntag, 8.März, für die Sichtbarmachung und gerechte Entlohnung unbezahlter Care-Arbeit protestiert, denn an Sonntagen wird besonders viel unbezahlte Care-Arbeit geleistet – allen voran von FLINTA-Personen. Schweizweit beteiligten sich Hunderttausende an feministischen Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen. Allein in Zürich und Genf waren es je rund 60 000 Personen. Wir schätzen, dass rund 150 000 bis 200 000 Menschen an Aktivitäten des 14.Juni teilnahmen, in irgendeiner Form!
Bis zu diesem Tag haben über 100 Organisationen, Kollektive, (Basis)-Organisationen, Gewerkschaften und Parteien unseren Aufruf zum schweizweiten Care-Streik 2027 unterzeichnet. Zusammen mit unseren Forderungen sollte das nun ein unmissverständliches Signal an die Politik und die Wirtschaft sein: Wir haben genug. Die Zeiten sind vorbei, in denen Care-Arbeit weiter prekarisiert, unter- und unbezahlt verrichtet wird.

Der Nachmittag
Ab 13 Uhr füllte sich trotz des heissen Wetters langsam das Kasernenareal. Mehrere Tausend Menschen kamen zusammen, um an unserem politischen Bildungsprogramm teilzunehmen. Der Auftakt machte Leila mit einem Konzert auf der Hauptbühne. Gleichzeitig startete im Innenhof die Fight-Back-Selbstverteidigung, auf der Wiese öffneten die verschiedenen Gruppen, Kollektive und Organisatoren ihre Stände und im Kulturraum Walcheturm begann das Kindertheater. Um 13.30 Uhr folgte der politische Kern des Nachmittags: Die Eröffnungsrede vom Feministischen Streikkollektiv Zürichs – und mit der Rede die offizielle Verkündung der drei Hauptforderungen für den Care-Streik 2027.
Um 14 Uhr gab es auf der Bühne einen Input mit Quiz zu unbezahlter Care-Arbeit. Auf der Wiese konnte derweil mit dem Malen von Demoschildern begonnen werden. Natürlich hatten wir auch eine Kinderbetreuung, damit die Eltern den Nachmittag vollumfänglich miterleben konnten. Ab 14.30 Uhr liefen im Innenhof die Workshops des «Arbeitskampf 1×1», welche die Grundlagen des Arbeitskampfes vermittelten – welche Form von Arbeitskampf gibt es? Was ist ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV)? Welche Kriterien braucht es für einen legalen Streik? Was ist ein wilder Streik und was ist der feministische Streik? Wie mobilisiert mensch auf der Arbeit? Wir haben auch in kleinen Gruppen geübt, wie man mit Arbeitskolleg:innen über die Arbeitsbedingungen reden kann, und verschiedene Arten aufgezeigt, wie man für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen kann. Für alle, die sich sportlicher betätigen wollten, gab es ebenfalls einen «Flättere-Workshop» – gekonntes Ohrfeigen als Teil der feministischen Selbstverteidigung. Ebenfalls gab es auf der Wiese die Performance «El Violador en Tu Camino».
Parallel dazu, von 14.45 bis 15.45 Uhr, bot ein Workshop einen tieferen Einblick in die Strategie für den Care-Streik 2027: Was verstehen wir unter «Care-Arbeit» und «feministischem Streik»? Weshalb ist es so zentral, auch die unbezahlte Care-Arbeit zu bestreiken? Spielerisch wurden Wissen und Strategien erarbeitet – für 2026, 2027 und darüber hinaus. Auf der Bühne trat um 14.45 Uhr die proletarische Singgruppe auf. Ab 15 Uhr hielten verschiedene Gruppen Redebeiträge. Auf der Wiese übernahm die DOL & SOL ChorBand: Dancing Old Ladies & Singing Old Ladies, ein Netz alter Feministinnen, das seit 2022 Feminismus, Tanz, Gesang und Aktion vereint. Ab 15.30 Uhr spielte Ikan Hyu auf der Hauptbühne.
Um 16.15 Uhr hielt das Kollektiv noch einmal die Hauptrede des Bildungsprogramms – ein Abschluss und zugleich Aufbruch. Gleichzeitig versammelte sich auf der Kasernenwiese der Kunstblock rund um die riesige Care-Quittung. In weissen Hemden und schwarzen Hosen, mit rot angemalten Haushaltsgegenständen – Besen, Töpfen, Kellen, Schoppenflaschen, Kuscheltieren – zogen die Teilnehmenden gemeinsam zur Demo.

Schlussdemonstration
Um 16.30 Uhr machten wir uns gemeinsam vom Kasernenareal auf den Weg zum Ni-Una-Menos-Platz. Der Platz füllte sich rasch: mit lila Outfits, unzähligen Plakaten, Trommeln, Parolen. «Kein Krieg, kein Staat, kein Patriarchat!» hallte bereits vor dem Start über den Platz. Auch Palästina-Fahnen waren sichtbar.
Um 17.15 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Angeführt vom Fronttranspi und Streikkollektiv-Wagen mit tollen Beats folgte der Care-Block mit Angestellten und Aktivist:innen aus Pflege, Betreuung und sozialer Arbeit, dahinter der Revolutionäre Block. Die Route führte durch Langstrasse und Lagerstrasse, über die Gessnerbrücke, Usteristrasse, Löwenplatz, Löwenstrasse, Bahnhofplatz bis auf die Bahnhofstrasse. Als der Zug an Grossfilialen wie H&M, Zara und Swarovski vorbeizog, brandete Kapitalismuskritik auf, denn Kapital trägt die Hauptschuld an der Ausbeutung der Care-Arbeit. Die überdimensionale Care-Quittung des Kunstblocks war durch den ganzen Zug sichtbar.
Am Löwenplatz, kurz vor 18.30 Uhr, hielt der gesamte Demonstrationszug inne. Eine Schweigeminute für die 13 Frauen, die 2026 in der Schweiz bereits durch Feminizide getötet worden sind. Stille mitten in der Stadt. Dann der kollektive Aufschrei.
Auf der Bahnhofstrasse, auf Höhe Paradeplatz, um 19.30 Uhr: der Erschöpfungsmoment. Alle Teilnehmenden legten sich für fünf Minuten auf den Asphalt. Hunderte von Körpern auf dem Boden einer der teuersten Einkaufsstrassen der Welt. Wir sind erschöpft. Das System macht uns erschöpft. Aber wir stehen wieder auf – und am 14.Juni 2027 streiken wir.
Von der Sihlbrücke und Badenerstrasse führte der Zug über die Stauffacherstrasse zurück zum Helvetiaplatz, auf dem die letzten Teilnehmenden um 20.30 Uhr ankamen. Dreieinhalb Stunden. 60000 Menschen. Auf dem Platz liessen viele Teilnehmende den Abend mit Musik und Tanz ausklingen – und feierten gleich doppelt: Denn zeitgleich war bekannt geworden, dass die Schweiz die rassistische SVP-Initiative mit 55 Prozent bachabgeschickt hatte. Die Afterparty fand ab 22 Uhr in der Zentralwäscherei statt, wo es nach dem Ja zur Verlängerung der Zwischennutzung noch einen dritten Grund zu feiern gab.

Die Care-Krise ist kein Privatproblem
Sowohl Nachmittagsprogramm als auch die Schlussdemonstration wurden von zahlreichen Reden begleitet. Das Streikkollektiv Zürich eröffnete den Tag auf der Bühne des Kasernenareals mit dem Fokus auf unbezahlte Care-Arbeit: In der Rede wurde gesagt, dass rund die Hälfte aller in der Schweiz geleisteten Arbeitsstunden aus unbezahlter Care-Arbeit besteht. Zwei Drittel davon werden auf den Schultern von FLINTAPersonen erbracht – das sind wöchentlich zwölf Stunden mehr Care-Arbeit als cis Männer leisten. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Systems, das diese Arbeit als «natürlich» und «selbstverständlich» abtut, während es gleichzeitig von ihr profitiert. FLINTA-Personen verdienen jährlich 10000 Franken weniger, 30 Prozent der FLINTA-Personen haben keine Pensionskasse und sind aufgrund von finanziellen Abhängigkeiten einem erhöhten Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt. Und was macht die Politik? Sie kürzt. Sie privatisiert. Sie individualisiert. Die Care-Krise ist kein Privatproblem – sie ist ein strukturelles Problem, das eine politische Antwort braucht. Mit unseren Forderungen wollen wir nicht weniger als das gute Leben für alle: Arbeitszeitverkürzung auf 25 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Kostenlose Gesundheitsversorgung für alle. Vergemeinschaftung von Wohnraum.

Lokaler Streik, globaler Widerstand
Während des Demonstrationszugs hörten wir kraftvolle Reden. Das Kollektiv Ni-una-menos verband Feminizide mit der Ausbeutung von Care-Arbeit: «Dasselbe kapitalistische rassistische Patriarchat, das uns ermordet, erwartet auch, dass wir kostenlos pflegen, erziehen, versorgen und den Alltag am Laufen halten.» Refugee Power Ladies erhoben die Stimmen geflüchteter Frauen und erinnerten an Mädchen in Afghanistan: «Ihr seid nicht vergessen. Wir sehen euch. Wir hören euch. Und wir stehen an eurer Seite.»
Fabienne W. aus Schaffhausen sprach als Überlebende über Victim Blaming und Justizversagen: «Ich spreche für die Frauen, die nicht mehr sprechen können.» Das Bündnis der kurdischen Frauen in der Schweiz brachte Grüsse aus Kurdistan und verband lokalen Streik mit globalem Widerstand: «Wir tragen den Wunsch des freien Lebens in unserer Fackel und teilen mit euch dieses Feuer.» Die LGBTQIA+ Support Gruppe betonte, dass Angriffe auf trans Menschen nie isoliert stehen: «Angriffe auf trans Menschen stehen neben Hetze gegen Migrant:innen, neben Nationalismus und neben faschistischen Vorstellungen eines homogenen Volks». Die Bewegung für Sozialismus schloss mit dem Appell: «Wir halten die Gesellschaft am Laufen – und deshalb können wir sie auch verändern.» Alle Reden zum Nachlesen in verschiedenen Sprachen sind auf unserer Webseite zu finden (siehe Randnotiz.)

Ausblick
2023 haben wir in der Bewegung den Beschluss gefasst, einen Care-Streik zu organisieren. 2025 haben wir zum Care-Streik 2027 aufgerufen. 2026 haben wir mobilisiert, vernetzt, Banden gebildet, uns organisiert und am 14.Juni auf die Strasse gebracht, was in den letzten Jahren gewachsen ist. 2027 bestreiken wir die Care-Arbeit: egal ob bezahlt oder unbezahlt, egal ob in der Reinigung oder in der Pflege, egal ob zuhause oder im Spital, egal ob in der Betreuung mit Kindern oder älteren Menschen, 2027 legen wir die Arbeit nieder!
Über 100 Organisationen aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin stehen hinter dem Aufruf zum Care-Streik 2027: Gewerkschaften, Kollektive, NGOs, Parteien, Berufsverbände. Es ist eine der breitesten feministischen Koalitionen, die dieses Land je gesehen hat. Und sie wächst weiter. Unsere Forderungen wurden der Öffentlichkeit verkündet: Wir fordern eine Arbeitszeitverkürzung auf 25 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Wir fordern eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle. Wir fordern eine Vergemeinschaftung von Wohnraum. Das sind die Grundlagen einer Gesellschaft, die Care ins Zentrum stellt und nicht den Profit. Deshalb streiken wir, denn ohne Care-Arbeit geht gar nichts.
Die kommenden Monate werden wir weiter aufbauen. Mit monatlichen «How to Arbeitskampf»-Workshops, Betriebsbesuchen, Kampagnen, Vernetzung in Quartieren und Betrieben und Basisarbeit in der ganzen Stadt und im Kanton. Wir organisieren, mobilisieren, reden, planen. In den Betrieben, auf der Abteilung, beim Kinderabholen, im Lehrer:innenzimmer, beim Elternabend, in politischen Gruppen, Freund:innenkreisen, bei Familientreffen …
Sei auch du Teil der Bewegung zum feministischen Care-Streik 2027 und kämpfe mit uns für eine Gesellschaft, in der Care im Zentrum steht: We care, we fight – care work unite!

Basisarbeit am «Stammtisch Reinigung»

Der 14. Juni 2026 (Bild) war der Auftakt für den Care-Streik 2027, an dem die Reinigungsarbei-ter:innnen vom «Stammtisch Reinigung» auch wieder auf die Strasse gehen werden.
Bild: zVg

FSK. Reinigungsarbeiter:innen gehören zu denjenigen, die unter prekären und schlecht entlohnten Arbeitsbedingungen arbeiten. Am «Stammtisch Reinigung» tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus, entwickeln gemeinsame Forderungen und organisieren sich.

Auf die Krise der kapitalistischen Akkumulation, in der wir uns zurzeit befinden, wird unter anderem mit Kostensenkungen reagiert, zum Beispiel durch die Begrenzung der Staatsausgaben oder durch Lohnsenkungen, beispielsweise in Form prekärer Arbeitsbedingungen.

Care-Arbeit in Zeiten der kapitalistischen Krise
Prekäre Arbeitsbedingungen sind unter anderem durch unfreiwillige Teilzeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Scheinselbstständigkeit, Anstellungen auf Aufruf und Leiharbeit gekennzeichnet. Sie gehen häufig mit Niedriglöhnen, fehlenden Tarifverträgen und fehlender Mitbestimmung sowie teilweise auch fehlender sozialer Absicherung einher. Besonders verbreitet ist prekäre Beschäftigung im Care-Arbeit-Sektor, wobei insbesondere Frauen und Migrant:innen betroffen sind. Dies gilt auch für die Schweiz.
Das ist unter anderem deshalb so, weil patriarchale Herrschaftsverhältnisse im Kapitalismus mit der Trennung von Produktions- und Reproduktionsarbeit, zu der auch Care-Arbeit gehört, verbunden sind. Dabei wird Care-Arbeit gesellschaftlich überwiegend Frauen beziehungsweise FLINTA-Personen zugewiesen und zugleich abgewertet. Rassistische Herrschaftsverhältnisse tragen wiederum dazu bei, dass insbesondere Migrant:innen in diesen prekären und schlecht entlohnten Bereichen der Care-Arbeit überproportional beschäftigt sind. Care-Arbeit bezeichnet Arbeit, die auf die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse gerichtet ist und eine Versorgungs-, Sorge-, Erhaltungs- oder Unterstützungsfunktion für Menschen erfüllt. Reinigungsarbeit ist ebenfalls Care-Arbeit, wenn sie durch die Reinigung, Pflege und hygienische Instandhaltung von Räumen, Gegenständen oder Umgebungen die materiellen Bedingungen für die Versorgung, Gesundheit, Sicherheit und das alltägliche Wohlergehen von Menschen herstellt und erhält. Etwa Reinigungsarbeiter:innen, die Hotelzimmer reinigen.

Wer putzt unsere Büros, Schulen, Spitäler?
Ein Paradebeispiel für die patriarchale und rassistische Ausbeutung im Kapitalismus ist die Situation von Reinigungsarbeiter:innen. Einige von ihnen tauschen sich am « Stammtisch Reinigung» über ihre Erfahrungen und Probleme aus und diskutieren darüber, was getan werden muss, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieser ist aus Treffen von Kafi Klick und Zürich Solidarisch entstanden. Im Kafi Klick bietet Zürich Solidarisch unter anderem Unterstützung in den Bereichen Arbeitsrecht und Mietrecht an.
Im Zuge der Vorbereitung auf den Care-Streik 2027 haben Feminist:innen der Basisarbeitsgruppe des Feministischen Streikkollektivs Zürich am Stammtisch Reinigung teilgenommen und gemeinsam mit den Reiniger:innen ein Reiniger:innen-Manifest erarbeitet, das im Informationsbulletin des Kafi Klick im vergangenen Juli veröffentlicht wurde.
Die Basisarbeitsgruppe hat zudem gemeinsam mit Radia, der feministischen Redaktion von Radio LoRa, einen Radiobeitrag produziert. Darin geht es um die Fragen, wer unsere Büros, Schulen und Spitäler putzt und unter welchen Bedingungen, warum Reinigungsarbeit als intersektionale Care-Arbeit verstanden werden muss, welche Bedeutung Basisarbeit für den Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Anliegen hat und wie daraus Veränderung entstehen kann. Der Beitrag enthält zudem wertvolle Erfahrungsberichte von Reiniger:innen. Im Folgenden wollen wir diese Beiträge wiedergeben und am Schluss die Bedeutung der Basisarbeit aus Sicht der Beteiligten darstellen.
In fast allen Beiträgen wird der Kampf um die Arbeitszeit erwähnt. Neben der Intensivierung der
Arbeit werden geleistete Arbeitsstunden nicht anerkannt und teilweise sogar durch Betrug unterschlagen. Eine Arbeiterin erzählt beispielsweise: «Die Firma gibt uns eine Liste mit 23 Zimmern, die gereinigt werden müssen. Auf der Leistungsabrechnung stehen aber nur drei bis vier Zimmer, die restlichen 20 Zimmer fehlen. Weil sie nicht schriftlich festgehalten sind, bezahlen sie uns nicht». Hinzu kommt der tiefe Lohn. Eine Arbeiterin erzählt: «Ich habe um 4 Uhr morgens angefangen zu arbeiten und kam um 12 Uhr nachts nach Hause. Trotzdem habe ich nicht mal 3000 Franken verdient. Ich habe in drei Betrieben gleichzeitig gearbeitet».

«Wir alle gehen am 14.Juni auf die Strasse»
Gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen wurden von allen Befragten erwähnt. Dazu gehören das Arbeiten trotz Krankheit, fehlende Pausen, die Arbeit mit gesundheitsgefährdenden Reinigungsmitteln ohne persönliche Schutzausrüstung sowie physische und psychische
Gewalt. Letztere zeigt sich beispielsweise in der Drohung mit dem Verlust der Arbeitsbewilligung. Hinzu kommt der Mangel an institutioneller Unterstützung.
Eine Arbeiterin erzählt dazu: «Meine Arbeitgeber:in hat mir gedroht, dass sie mich beim Migrationsamt verpfeifen. Die beim Migrationsamt sind sehr streng mit uns in der Reinigung. Sie wollten die Gehaltsabrechnungen von mir. Gemäss Abrechnung arbeite ich zu wenig, weil die zusätzlichen Stunden nicht abgerechnet werden. Beim Migrationsamt sagten sie mir ich müsse bei mehreren Firmen arbeiten. Aber ich arbeite schon jetzt mehr als die gesetzliche Stundenzahl. Ich arbeite an Sonntagen und Feiertagen.»
Diese Reinigungsarbeiter:innen sind jedoch nicht allein. Sie erzählen auch von der Bedeutung des Stammtisches für sie: Sie können Erfahrungen austauschen, voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und Mut machen. Sie warnen sich gegenseitig vor Reinigungsunternehmen mit besonders schlechten Arbeitsbedingungen und unternehmen gemeinsam etwas – zum Beispiel gemeinsam laufen oder lesen.
Im Reiniger:innen-Manifest sind zudem ihre Forderungen festgehalten: höhere Löhne, weniger Zeitdruck, bezahlte Pausen, bezahlte Probestunden, längere Einsätze und bezahlte Arbeitswege, Festanstellungen anstelle von Arbeit auf Abruf, eine respektvolle Arbeitsatmosphäre und mehr Wertschätzung, Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten, mehr Kontrollen der Unternehmen sowie bessere gesetzliche Regelungen. Zum Care-Streik 2027 sagten sie: «Wir alle gehen am 14.Juni auf die Strasse, um für unsere Rechte zu kämpfen! Dies unabhängig von unserem Lohn und unserem Geschlecht».

Von individuellen Erfahrungen zum gemeinsamen Kampf
Die Beispiele zeigen, dass der Stammtisch nicht nur einen Raum für den Austausch über individuelle Erfahrungen schafft. Durch den gemeinsamen Austausch werden Probleme als gemeinsame Anliegen sichtbar und Möglichkeiten für gemeinsames Handeln entwickelt. Genau hier setzt die Basisarbeit an.
Auf meine Frage an die Basisarbeitsgruppe, wie wir uns ihre Arbeit in diesem konkreten Fall vorstellen können, antworten sie: «Wir sehen uns in diesem Kampf als Lautsprecher an die Öffentlichkeit. Das FSK hat eine grosse Reichweite, wobei wir die erarbeiteten Materialien, zum Beispiel das Manifest, mitveröffentlichen. Der Beitrag bei Radio Lora war ein Wunsch des Stammtisches, den wir in Kooperation und Absprache mit den Reiniger:innen erarbeitet haben. Radia versteht sich ebenfalls als Teil der Bewegung und mit solchen Beiträgen können wir uns gegenseitig stärken. (Wir, die Arbeitenden und Aktivist:innen). Der Beitrag ist somit ein weiteres Beispiel für die Nutzung unserer Plattform, um Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit für den Kampf zu generieren.» Sie fügte hinzu: «Wir möchten uns nicht nur mit dem Thema Care-Arbeit auseinandersetzen, sondern uns unbedingt auch mit Personen austauschen, die Care-Arbeit machen, ihre Stimmen hören, uns für ihre Anliegen stark machen.»

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