Fritz Platten: Bolschewik und Schweizer?

Urs Rauber/Redaktion. Fritz Platten kennt man heute höchstens noch als Organisator der berühmten Reise Lenins im plombierten Zug durch Deutschland. Doch wer steckt hinter dieser widersprüchlichen Persönlichkeit, die sich vom SP-Parteibüro in den Aufbau der Sowjetunion stürzte.

Heute ist der Name Fritz Plattens aus dem aktuellen Bewusstsein der Schweizer Arbeiterschaft verschwunden. Blättert man jedoch in Zeitungen der Jahre 1912 bis 1922 oder in historischen Darstellungen, stellt man sogleich fest, welch bedeutende Rolle Platten damals gespielt haben musste. Über kaum einen Kommunisten dieses Landes – ausser vielleicht Jules Humbert-Droz – ist beim Recherchieren derart viel Material zu finden wie über ihn.
Das widersprüchliche Bild des Gefährten Lenins in der Schweiz fasst Leonhard Haas, der frühere schweizerische Bundesarchivar, wohl treffend zusammen: «Den bürgerlichen und gemässigten sozialistischen Schweizern war Platten ein gefährlicher Revoluzzer und allein schon wegen seiner bohemehaften Aufmachung mit schwarzem Schlapphut und wallender Pelerine eine ärgerliche Gestalt im helvetischen Alltag. Lenin aber war er zu mild, zu schweizerisch verbindlich nach fast allen Seiten.»

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