Feministischer Streik am 8. März

Anlässlich des internationalen Frauenkampftags am 8. März ruft das Feministische Streikkollektiv Zürich zum Streik auf und organisiert gemeinsam mit vielen anderen Gruppen einen kämpferischen Aktionstag. Im Fokus steht dabei bezahlte und unbezahlte Arbeit am vermeintlichen «Ruhetag», die zu einem Grossteil von Frauen geleistet wird.

Der feministische Streik am 14. Juni 2019 hat in seinem Mobilisierungspotenzial alle Erwartungen übertroffen – schauen wir als Aktivistinnen auf die realen Veränderungen hinterlässt er aber auch Wut und Frustration: Nach wie vor wird in der Schweiz jede zweite Woche ein Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet, homo- und transfeindlichkeit Angriffe nehmen wieder zu, die AHV-Reform 21 verschärft die öokonomische Benachteiligung von Frauen weiter.

Doch der Streik hat uns bestärkt: Eine bunte, kämperische und gut vernetze feministische Bewegung ist entstanden, die ihre Forderungen ungebrochen in die Öffentlichkeit tragen wird.

Dass gesellschaftliche und politische Veränderungen einen langen Atem brauchen, wissen Feminist*innen nicht seit gestern. Darum wird am 8. März wieder gestreikt – ja, am Sonntag!

In diesem Jahr fällt der 8. März auf einen Sonntag, doch ist das wirklich ein „Ruhetag“? Gerade in Berufen, in denen vorwiegend Frauen arbeiten ist der Sonntag oftmals kein freier Tag, z.B. in der Pflege, der Reinigung, im Verkauf und der Gastronomie. Dass diese Arbeit oft von Migrant*innen erledigt wird, ist ebenfalls kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Und auch Zuhause leisten vor allem Frauen Sonntags Haus- und Sorgearbeit – und das unbezahlt, nicht wertgeschätzt und „unsichtbar“. Am 8. März machen wir diese versteckte häusliche Arbeit darum sichtbar – Symbol für diesen Tag ist das Geschirrtuch, halten Sie also die Augen offen!

Höhepunkt des Aktionstages ist der gemeinsame Moment um 15 Uhr auf dem Sechseläutenplatz.

Informationen zu geplanten Aktionen finden Sie hier https://frauenstreikzuerich.ch/aktionen-8-maerz/

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Ein Kommentar

  • Sigrid Reh

    Ich, als hoffentlich „normale“ Frau, mag die Unterscheidung von Frauen-Rechten und Menschen-Rechten nicht. Die Feministinnen erlebe ich als Frauen, die aus erlebter Ungerechtigkeit oft Männer-feindlich-diskriminiernd und lächerlich-unglaubwürdig sind. Die Probleme liegen anderswo: dass sich die Haushals-Arbeit stapelt, wenn man 12-Std.-Schichten hat, anstatt 8 Std.-Schichten, das geht alleine lebenden Männern genauso. In meinem Email-Postfach hatte ich jetzt eine Mail von der SPD wegen dem Equal-Care-Day, wo mir angeboten wird, mich auf Telegram zu registrieren. Das ist für mich kein Kommunikations-Weg: mir missfällt sehr, dass die SPD sich auf Entwicklungen einlässt, die unsere Demokratie gefährenden: vor Jahren bereits sagte Richard David Precht auf der Frankfurter Buchmesse: „Irgendwann werden wir uns entscheiden müssen, was will ich, ein Smartphone oder ein Wahlrecht.“ Wir müssen darauf achten, dass ein ausreichender Anteil der Bevölkerung kein Smartphone hat. Ich habe mich 2012 selbstständig gemacht und beziehe den Großteil meiner Aufträge übers Internet. Ein Smartphone brauche ich dazu trotzdem nicht. Smartphone-Besitzer sind für mich Verräter an der Demokratie, denen der Respekt vor den Leuten fehlt, die damals dafür gestorben sind, dass wir jetzt freie Wahlen haben.

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