Quartierhaus wird zum Streikhaus

Am 7. Dezember findet das Eröffnungsfest des feministischen Streikhaus in Zürich statt.

Verein Feministisches Streikhaus. Die Vernetzung nach dem Frauen*streik geht weiter: Gruppen finden sich, Projekte werden ins Leben gerufen. Der Raum wird eng und so muss ein weiterer Treffpunkt her. Das Quartierhaus im Kreis 5 wurde in den letzten Wochen zum feministischen Streikhaus umgebaut – am 7.Dezember findet das Eröffnungsfest statt.

Am 14.Juni 2019 nahmen in Zürich über 100 000 Menschen am feministischen Streik teil. Doch dieser Streik war erst der Anfang. Das feministische Streikkollektiv oder Frauen*streik-Kollektiv in Zürich trifft sich seitdem regelmässig und die feministische Vernetzung geht weiter. Seit dem 14. Juni hat die Bewegung weiteren Zulauf erhalten – neue Gruppen finden sich, neue Projekte werden ins Leben gerufen.
Seit Ende September laufen viele Fäden am Sihlquai 115 zusammen: Dort ist das feministische Streikhaus am entstehen. Am 6.August 2019 besucht eine kleine Gruppe von uns zum ersten Mal das Haus, das über die Raumbörse der Stadt Zürich zur Zwischennutzung ausgeschrieben war. Begeistert werden Fotos des Hauses mit seinen unzähligen, unterschiedlichen Räumen über Chats und Mailinglisten geteilt. Zum Zeitpunkt, als beschlossen wird, eine ausführliche Bewerbung zu verfassen, sind bereits um die hundert Menschen im Projekt involviert. Alle wollen daran beteiligt sein, das Quartierhaus im Kreis 5 in ein feministisches Streikhaus zu verwandeln. Das grosse Interesse am Projekt zeigt: Die bestehenden Räume für feministische Vernetzung, die es in der Stadt Zürich bereits gibt – wie beispielsweise das Frauen*Zentrum frau*m an der Mattengasse 27 – genügen nicht für diese stetig wachsende Bewegung. Anfang September wird klar, dass dieser Traum vom Streikhaus auch in die Realität umgesetzt werden kann. Wir ziehen ein!

Feministische Praxis, um Hierarchien zu vermeiden
Die ersten Treffen finden im Hauptraum statt, der im Erdgeschoss mit einer Bar und einer separaten Küche verbunden ist. Das Netzwerk, dass sich um das Haus kümmert, überschneidet sich mit dem Frauen*streikkollektiv. Es kommen aber auch aktivistische Menschen aus unzähligen anderen, feministischen Gruppierungen und Kollektiven dazu. Diese grosse und diverse Gruppe agiert basisdemokratisch und entwickelt eine Organisationsstruktur mit feministischem Anspruch: «Von Anfang an war klar, dass wir auch in Bezug auf unsere Organisation eine feministische Praxis entwickeln wollen – zum Beispiel durch rotierende Verantwortungen – um Hierarchien zu vermeiden», so meint eine der im Streikhaus engagierten Aktivist*innen. Jetzt wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich alle zusammen um den Betrieb und Unterhalt des Hauses kümmern. Laufend kommen neue Arbeitsgruppen dazu und bestehende Gruppen wachsen weiter. Schon während der Aufbauphase belebt sich das Haus fast von selbst: Nebst unzähligen Sitzungen haben bereits Filmabende, Workshops sowie eine Vernissage der Zeitschrift RosaRot und viele weitere Veranstaltungen im Streikhaus stattgefunden.

Feststimmung für alle
Am Eröffnungsfest am 7.Dezember möchten wir die Türen des Hauses noch weiter öffnen! Das Eröffnungsfest soll Einblick geben, welche Projekte das Haus beleben. Tagsüber finden Workshops von und für FLINTQ+ (Frauen*, Lesben, Inter-, nichtbinäre, Trans- und queere Personen) statt: Im Band- und Musikraum im Keller wird ein DJane-Workshop angeboten. Im Bewegungsraum im ersten Stock finden ein Selbstverteidigungs- und ein Flamenco-Workshop statt.
Im Dachstock des Hauses, der sich zum Atelier im feministischen Streikhaus entwickeln soll, wird Siebdruck mit den beliebten Logos des Frauen*streiks und der Untergruppe «Bildung ohne Sexismus» angeboten und damit ein Vorgeschmack davon gegeben, was später im offenen Atelier passieren könnte. Ein Mitglied der AG Atelier erklärt: «Ein Fokus des Ateliers wird auf ‹Skillsharing› und dem gemeinsamen Erarbeiten und Umsetzen von Projekten und Ausstellungen liegen. Es soll ein Raum werden, in dem Menschen neues ausprobieren und voneinander lernen können». Ab 18.30 Uhr beginnt dann spätestens die Feststimmung für alle aufzukommen. Es gibt Essen und Barbetrieb. Im Keller, im Hauptraum und oben im Dachstock finden Konzerte statt. Ein Awareness-Team sorgt dafür, dass das ganze Haus zu einem Safe Space wird. Im Erdgeschoss gibt es auch einen FLINTQ+-Raum, der nicht nur den ganzen Abend über, sondern immer einen Rückzugsort bietet.

Mit Deiner Spende hilfst du mit
Während all diese Ideen entstehen, braucht es finanzielle Ressourcen, damit diese Pläne auch Form annehmen und umgesetzt werden können. Das feministische Streikhaus will ein unkommerzieller Ort sein, der nicht nach einer Profitlogik funktioniert. Wir sind deshalb auf Spenden angewiesen und dankbar für jeden Beitrag. Damit bezahlen wir nicht nur den Beitrag für die Zwischennutzung, sondern auch den Unterhalt des Hauses. Mit Deiner Spende hilfst du mit, dass in diesem Haus ermächtigende feministische Projekte entstehen können!

Weiter Infos und Angaben für Spenden: frauenstreikzuerich.ch

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