Herbe Niederlage

sit. Das Entlastungspaket 27 wurde im Parlament durchgewinkt. Es sieht Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Franken im Jahr vor. Zu einem Referendum kommt es nicht, der Kampf gegen die massive Umverteilung von unten nach oben ist verloren.

Lassen wir die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) den parlamentarischen Ausgang des Entlastungspakets 27 (EP 27) für uns zusammenfassen. Sie schreibt am 17.März: «Mit den ursprünglichen Vorschlägen des Bundesrats wäre der Haushalt in den kommenden Jahren um 2,4 bis 3,1 Milliarden Franken entlastet worden.
Davon sind nach den Debatten im Parlament 1,4 bis zwei Milliarden übrig geblieben.» Und damit ist sie mit ihren Freund:innen im Parlament nicht so ganz zufrieden: «Trotz bürgerlicher Mehrheit hat das Parlament das Paket somit um mehr als einen Drittel schrumpfen lassen. Die Abstriche betragen je nach Jahr 38 bis 42 Prozent.» » Weiterlesen

Verkürzte Migrationsdebatte

dom. Die sogenannte «Nachhaltigkeits-Initiative» der SVP tarnt eine restriktivere Migrationspolitik als Umweltanliegen. Doch auch das Nein-Lager überzeugt kaum: Statt grundlegende Fragen zu stellen, verteidigt es Migration mit ökonomischen Argumenten. So bleibt die Debatte auf beiden Seiten verkürzt.

Am 14.Juni dieses Jahres befindet die Schweiz über die «Nachhaltigkeits-Initiative» – ein trügerischer Name. Die SVP-Initiative zielt mit ihrer neuesten Offensive nicht etwa auf die Lösung ökologischer Probleme – der Name ist bloss der grüne Anstrich, der die Akzeptanz der Initiative erhöhen soll. Wurden früher Ängste vor migrantischer Kriminalität oder «fremden Kulturen» geschürt, verbindet die SVP heute ihren Einsatz für eine schärfere Migrationspolitik mit gespielter Sorge um Mensch und Umwelt. » Weiterlesen

Doch gar nicht so alternativlos

flo. Und wieder könnte ein Flieger zum grössten Beschaffungsdebakel der Schweizer Armee der letzten Jahre werden. Die USA stellen sich auch bei Rüstungsgeschäften als unzuverlässige Partnerin heraus – und plötzlich müssen Militärs und Sicherheitspolitiker:innen einen Plan B für den angeblich nötigen F-35 finden.

Noch im September 2025 hatte der Bundesrat so getan, als sei die Anschaffung von 36 F-35-Tarnkappen-Kampfflugzeugen von Lockheed-Martin alternativlos, wenn man nicht ab 2032 «Gefahren aus der Luft schutzlos ausgeliefert» sein wolle. Heute zeigt sich: Es handelt sich schlicht um verlogene Angstrhetorik, insbesondere seitens des Bundes, so zu tun, als hinge die Luftraumsicherung der Schweiz einzig von Fliegern ab. Dass der Bund mit einer derart grossen Kelle austeilt, wenn es darum geht, drohende Gefahren an die Wand zu malen, dürfte viel damit zu tun haben, wie heftig manche Rüstungsgeschäfte – vor allem Kampfjets – in der Vergangenheit Schiffbruch erlitten haben.

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Solidarität unerwünscht?

sah. Abschaffung des «Solidaritätsdelikts» jetzt! Auch das Ausländer:innen- und Integrationsgesetz muss Grundrechte respektieren. Ursprünglich zur Bekämpfung von Schlepperkriminalität geschaffen, kriminalisiert das Gesetz solidarische Handlungen von Privatpersonen.

Viele kennen die Schweiz als humanitäres Land. Es pflegt die humanitäre Tradition, welche auf Neutralität und Förderung des humanitären Völkerrechts basiert. Auch findet sich hier der Sitz des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK), und zudem ist das Land noch Depositarstaat der Genfer Konventionen. Nothilfe scheint kein Fremdwort zu sein.

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Steigt Gewalt, kürzt der Staat

lmt. Während Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und schwere Straftaten in der Schweiz deutlich steigen, plante der Bundesrat ausgerechnet bei der Ausbildung von Fachpersonen in der Opferhilfe zu kürzen. Dass diese 300’000 Franken nur knapp gerettet wurden, sagt viel über politische Prioritäten aus.

300 000 Franken – ein Tropfen im Ozean, gemessen am Bundesbudget von rund 90 Milliarden Franken. Und doch wollte der Bundesrat genau hier den Rotstift ansetzen. Die Finanzierung der Ausbildung von Fachpersonen in der Opferhilfe sollte gestrichen, die Verantwortung vollständig an die Kantone abgeschoben werden. Der Entscheid wirkt wie ein technisches Detail. In Wirklichkeit ist er politisch brisant. Denn er fällt in eine Zeit, in der die Gewalt zunimmt. » Weiterlesen

Polizeigewalt: Es braucht mehr als einen Workshop

Redaktion. Im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus fand in Lausanne der Anlass «Konferenz und Workshops – Rassismus und Polizei: Öffnen wir den Dialog». Die kritische Stellungnahme des «Kollektiv Justice pour Michael» zeigt deutlich, dass der Anlass in erster Linie als Feigenblatt diente. Wir veröffentlichen das Schreiben in leicht gekürzter Fassung.

Das Kollektiv Justice pour Michael begeht bald ein trauriges Datum: den Todestag von Michael Kenechukwu Ekemezie infolge eines tödlichen Polizeieinsatzes. Während seit dem 25.Mai 2025 kaum ein Jahr vergangen ist, stellen wir fest, dass die Polizei in Räume eindringt, die für den Antirassismus gedacht sind, obwohl sie noch das Blut schwarzer Männer an den Händen hat. Wir vergeben nicht, wir vergessen nicht.

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Offener Brief aus Kuba an die Welt

Redaktion. Das Gesundheitssektor in Kuba ist in grosser Not durch das Embargo der USA. Wir veröffentlichen einen Aufruft aus den sozialen Medien einer Kubanerin, nennen Fakten und rufen zur Solidarität mit Kuba auf!

An die gesamte Menschheit, an die Mütter dieser Welt, an Ärzt:innene ohne Grenzen, an Journalist:innen mit Würde, an Regierungen, die noch an Gerechtigkeit glauben: Mein Name ist wie der von Millionen anderen. Ich habe keinen bekannten Nachnamen und kein wichtiges Amt. Ich bin eine einfache Kubanerin. Eine Tochter, eine Schwester, eine Patriotin. Und ich schreibe dies mit gebrochenem Herzen und zitternden Händen, denn was mein Volk heute erlebt, ist keine Krise. Es ist ein langsamer, kalkulierter Mord, kaltblütig ausgeführt von Washington aus. Und die Welt schaut weg. » Weiterlesen

«Wir werden die Häuser und Plätze nicht kampflos hergeben!»

sit. Über 5000 Personen und 60 Organisationen unterzeichneten die Petition und den offenen Brief, mit denen der Erhalt der besetzten Stafanini-Häuser und die Wagenplätze in Winterthur gefordert wird. Sie sind akut von einer polizeilichen Räumung bedroht.

«Heute Donnerstag, 12.März 2026, versammelten wir uns um 14 Uhr mit über 80 Personen vor dem Sulzer-Hochhaus, dem Sitz der steuerbefreiten, milliardenschweren Immo-Stiftung SKKG», ist in der Medienmitteilung der Häuservernetzung Winterthur zu lesen. Und: «Wir überbrachten der SKKG eine Petition mit über 5000 Unterschriften und einem von über 60 Organisationen unterzeichneten offenen Brief.» Zu den Unterzeichner:innen gehörten auch der vorwärts und die Partei der Arbeit Zürich. Die Petition und der Brief fordern den Erhalt mehrerer Stefanini-Häuser und der Wagenplätze in Winterthur, die zeitnah geräumt werden sollen. » Weiterlesen

Der patriarchale Backlash

lmt. Eine internationale Studie zeigt, dass ausgerechnet viele junge Männer der Generation Z Gleichstellung zunehmend als Bedrohung wahrnehmen. Hinter diesem Trend steckt mehr als ein kultureller Konflikt.

Fast jeder dritte Mann der Generation Z ist der Meinung, eine Ehefrau sollte ihrem Mann immer gehorchen. Diese Zahl wirkt wie ein Echo aus vergangenen Jahrhunderten – doch sie stammt aus einer aktuellen internationalen Umfrage. Während Gleichstellung formal Fortschritte macht, wächst gleichzeitig ein neuer Widerstand. Der patriarchale Backlash gegen feministische Errungenschaften zeigt sich besonders deutlich bei jungen Männern.

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Runde drei bei Medienfinanzierung?

flo. Trotz deutlicher Niederlage der Halbierungsinitiative an der Urne arbeiten sich Bürgerliche weiterhin an den öffentlichen Medien ab. Mit dabei in erster Reihe ist der SVP-Bundesrat Alber Rösti, der die Niederlage kurzerhand zur Schlappe für die SRG umdeutet.

Es wäre ja lustig, wenn es nicht zugleich so gottserbärmlich traurig wäre, rechte Männer in den Medien beobachten zu müssen, wie sie sich an der Realität ihrer Niederlage abarbeiten: Am 8.März fuhr die «Halbierungsinitiative» eine heftige Schlappe ein. Gerade einmal 38 Prozent der Abstimmenden wollten die Vorlage unterstützen. Zwar ein besseres Resultat als noch 2018, als die No-Billag-Initiative von gerade einmal 28 Prozent der Stimmbevölkerung unterstützt wurde. Aber eben, auch der aktuelle Versuch, die öffentlichen Medien in der Schweiz finanziell auszuhungern, schlug fehl. Kein Kanton nahm die Initiative an.

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Niemand schliesst jemanden aus – oder doch?

sah. Ohne Diskriminierung das Leben selbstbestimmt leben können: das ist das Ziel vom Netzwerk Avanti. Tatsächliche Gleichstellung soll für alle unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Herkunft, sozialer Stellung oder anderen persönlichen Merkmalen gelten.

«Soziale Selbsthilfe» war der Motor von Avanti, als der Verein 2002 von einer Gruppe körperbehinderter Frauen gegründet und am Internationalen Tag der Frau, am 8. März, offiziell lanciert wurde. Avanti ist Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen. Ein Kernteam informiert und vermittelt Kontakte zu spezialisierten Stellen, stellt Grundlagen zur Information zusammen, die Menschen mit Behinderung betreffen. Und es formuliert aus: Behinderung sei kein «individuelles Defizit», sondern Folge einer Wechselwirkung zwischen der Beeinträchtigung und Barrieren in der Umwelt. » Weiterlesen

Authentisch über die Schmerzgrenze

Dominik Dübi. Marty Mauser (Timothée Chalamet) hat den grossen Traum, als Tischtennisspieler seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der Weg dahin wird zur Achterbahnfahrt, auf die Joshua Safdie das Publikum in seinem Film «Marty Supreme» mitnimmt.

Nach langen Jahren der künstlerischen Zusammenarbeit als Regieduo entschieden die Brüder Josh und Benjamin «Benny» Safdie 2024, nunmehr individuelle Projekte verfolgen zu wollen. Die New Yorker Brüder gründeten dazu je eine eigene Produktionsfirma für ihre zukünftigen Filmprojekte. Benny Safdies «Out for The Count Productions» brachte seinen Debütfilm «The Smashing Machine» in die Kinos, während Josh Safdies «Central Pictures» neben anderen Projekten seinen Solofilm «Marty Supreme» produzierte. Auffallend ist, dass sowohl bei Josh Safdies Firma als auch bei seinem Film der langjährige Partner der Brüder, Ronald Bronstein, wieder involviert ist. Dieser hatte bei den gemeinsamen Filmen der Safdies jeweils an den Drehbüchern und am Schnitt der Projekte mitgewirkt. «The Smashing Machine» und «Marty Supreme» hatten sowohl an den Kinokassen als auch bei der Kritik ziemlichen Erfolg.

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Stadtbus streikt

flo. In Winterthur kämpfen die Busfahrer:innen für Verbesserungen bei den Arbeitsplänen sowie bei den Zulagen für Nachtdienste und Sonntagsarbeit. Ihr Warnstreik verlief erfolgreich. Der verantwortliche Departementsvorsteher in der Stadtregierung echauffiert sich derweil über den Zeitpunkt des Streiks.

Das gibt es in der Schweiz nicht oft zu sehen – und nordöstlich der Stadt Zürich in der Regel sogar noch weniger. Die Rede ist von Streiks bei städtischen Angestellten. Und der aktuelle Streik dieser Art in der Schweiz ist eine waschechte Premiere: Noch nie zuvor hatten die Angestellten von Stadtbus Winterthur gestreikt. Und trotz etwas beschämender Sabotageversuche seitens der Stadt fuhren am Dienstag, den 3.März, von 4.30 bis 9.30 Uhr die meisten Busse nicht. Taxis klapperten die Bushaltestellen ab, um Pendler:innen, die noch auf einen Bus hofften, einzusammeln. » Weiterlesen

Die PdAZ gewinnt deutlich an Stimmen

Die Genossinnen Rita (links) und Sevin stossen auf ihr tolles Wahlergebnis an.

Die Genossinnen Rita (links) und Sevin stossen auf ihr tolles Wahlergebnis an.

sit. Die Kandidat:innen der Partei der Arbeit für die Stadtregierung in Zürich und Winterthur erreichen ein unerwartet gutes Ergebnis. In Zürich bleiben im Stadtparlament die Kräfteverhältnisse unter dem Strich gleich wie vor der Wahl – zumindest für den Moment, denn ganz ist die Messe noch nicht gelesen.

«Wir haben ein erfreuliches Ergebnis erzielt, vor allem wenn man bedenkt, dass unser Wahlbudget 15000 Franken betrug und wir von den Medien kategorisch totgeschwiegen wurden», kommentiert eine junge Aktivistin am Wahlfest der PdAZ am Sonntagabend im Punto d’Encuentro im Zürcher Kreis 5. Sie fügte hinzu: «Ohne die undemokratische Wahlhürde von fünf Prozent in einem Wahlkreis wären wir im Parlament vertreten.»
875 Personen gaben der PdAZ ihre Stimme – das ist ein Plus von 351 Personen im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen 2022. In sämtlichen Wahlkreisen konnte die Anzahl der Wähler:innen erhöht werden – teilweise markant. Und mit diesem Ergebnis ist die Partei «sehr zufrieden», wie sie in ihrer Medienmitteilung festhält. » Weiterlesen

Feminismus ist kein Feiertag

lmt. Am internationalen feministischen Kampftag gingen in mehreren Schweizer Städten Tausende Menschen auf die Strasse. Die Demonstrationen richteten sich nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen Krieg, Aufrüstung und Sozialabbau.

Mehrere Tausend Menschen gingen am Wochenende in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse. Offizielle Berichte sprechen von «bunten Demonstrationen», von «Provokationen Vermummter» und einem «Katz-und-Maus-Spiel» mit der Polizei. Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt etwas anderes: Der 8.März ist längst mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er ist ein politischer Kampftag – und die Forderungen werden radikaler.

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Zwischen Washington und Teheran

dom. Die USA reagieren auf die eigene ökonomische Schwäche und den Aufstieg Chinas mit militärischem Druck. Wie stellt sich die Schweiz dazu? Ganz einfach – ginge es nach der SP: rhetorisch gegen die USA, politisch gegen Iran, strategisch für Europa.

Schon wieder Krieg im Nahen Osten, schon wieder ein Krieg unter Führung des «Friedenspräsidenten». Trump zieht missliebige Staatsoberhäupter mit chirurgischer Präzision aus dem Verkehr. Zur Kompensation seiner ökonomischen Schwäche mobilisiert er sein ganzes militärisches Potenzial, mit aller Gewalt soll der Einfluss Russlands und Chinas aus geopolitisch umkämpften Zonen zurückgedrängt werden. Maduro weg, Khamenei weg – wer ist der nächste auf der Abschussliste? Díaz-Canel?

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Bestmöglichste Behandlung!

sah. Das neue ambulante Tarifsystem Tardoc unterstützt patientinnen-freundliche Brustkrebsdiagnostik kaum. Nun erfolgen Abklärungen wahrscheinlich wieder operativ. Eine nationale Petition kämpft dagegen. Und das ist noch nicht alles…

Tardoc ist ein neues ambulantes Tarifsystem, das Tarmed abgelöst hat. Es soll eine präzisere Abrechnung ärztlicher Leistungen ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt auf einer differenzierten Vergütung nach Art und Aufwand der erbrachten Leistungen. Fachspezifische Anforderungen werden dabei besser berücksichtigt, was zu einer «gerechteren Verteilung» der Mittel führen soll. Tardoc wird im Zusammenhang mit dynamischer Kostenneutralität eingesetzt. Dynamische Kostenneutralität meint, dass das neue Tarifsystem keine Erhöhung der Gesamtkosten im Gesundheitssystem produziert. Falls es dann doch zu höheren Kosten kommt, sind diese planbar beziehungsweise kontrollierbar. » Weiterlesen

LGBTIQ+-Personen in einem feindseligen Asylsystem

King O. Sibo und Marc Cyrill Baumgartner. Trotz wiederholter Verurteilungen durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wendet die Schweiz weiterhin diskriminierende Praktiken in Asylverfahren von LGBTIQ+-Personen an.

Dreimal wurde die Schweiz vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bereits verurteilt, weil sie in Asylverfahren von LGBTIQ+-Personen das Argument der Diskretion geltend gemacht hatte: Im Jahr 2018 im Fall I. K. gegen die Schweiz, im Jahr 2020 im Fall B. und C. gegen die Schweiz und im Jahr 2024 im Fall M. I. gegen die Schweiz. In jedem der drei Fälle bekräftigte der EGMR, dass es mit der Anerkennung eines so grundlegenden Merkmals der Identität unvereinbar ist, von Personen zu verlangen, dass sie diskret leben, um Verfolgung zu vermeiden. » Weiterlesen

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