Amerikas: Militäreinsätze, Wirtschaftskrieg – und ein Orientierungsansatz

Dieter Drüssel. Bekanntlich kann es heikel oder einfach falsch sein, was uns nicht passt, als (prä-) faschistisch zu bezeichnen. Noch schlimmer wäre allerdings, den Begriff dort zu vermeiden, wo er sich aufdrängt. Aktuelle Aspekte der militarisierten US-Politik in Lateinamerika.

Die US-Armee hat bisher nach eigenen Angaben über 70 Menschen auf Booten primär in Gewässern nahe von Venezuela umgebracht. Immer lautet die nie mit Beweisen unterstützte Erklärung, es habe sich bei den Ermordeten um Drogenhändler:innen gehandelt. Die Fischer:innen, die traditionell zwischen Trinidad und der venezolanischen Küste hin und her pendeln, unterlassen dies jetzt. Das hat unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen für die Küstenbewohner:innen.

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«Wir müssen diese koloniale Logik stoppen»

Kostia Jaboyedoff. Rima Hassan, Europaabgeordnete für La France Insoumise, war für eine UNO-Sitzung in Genf zu Besuch und sprach mit uns über die Zukunft des palästinensischen Volkes, das vom israelischen Staat unterdrückt und entrechtet wird. Sie betonte, dass die internationale Gemeinschaft nicht länger wegschauen dürfe und politische Lösungen nur möglich seien, wenn die Rechte der Palästinenser:innen anerkannt werden.

Das israelische Parlament hat vor Kurzem eine Massnahme zur Annexion des Westjordanlands verabschiedet. Ausserdem nimmt die Besatzungsarmee ihre Angriffe wieder auf, sowohl gegen Gaza als auch gegen das Westjordanland. Kann man daraus schliessen, dass Israel jede Möglichkeit von Frieden für das palästinensische Volk ablehnt?

Ich denke, das fügt sich in eine Kontinuität von Handlungen und politischen Absichten ein, die seit der Nakba von 1948 bestehen. Die Oslo-Abkommen waren eine Klammer, die einen möglichen politischen Ausweg eröffnet hat – und dennoch gehöre ich nicht zu jenen, die denken, dass Oslo eine gerechte Lösung für die Palästinenser:innen hätte sein können. Die Blindheit Europas und der internationalen Gemeinschaft besteht darin, die Absichten Israels gegenüber den Palästinenser:innen nicht zu verstehen, obwohl sie klar angekündigt wurden.

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Ein Park für Rosa Luxemburg in Zürich

Gerhard Oberkofler. Die Revolutionärin Rosa Luxemburg ist eine der bedeutendsten Frauen der internationalen Arbeiter:innen- und Friedensbewegung. Sie war mit der mit der Stadt Zürich eng verbunden – nicht nur, weil sie dort ihre Zeit als Studentin verbrachte. Endlich wird sie von der Stadt gebührend geehrt.

Rosa Luxemburg (1871–1919) ist eine zentrale Figur der europäischen Bewegung der Arbeitenden, des Antimilitarismus, des Marxismus und des proletarischen Internationalismus. Neun Jahre lang, von 1889 bis 1898, lebte Rosa Luxemburg in Zürich, bevor sie in Berlin zur Anführerin der deutschen Bewegung der Arbeitenden wurde. In Zürich studierte Rosa Luxemburg an verschiedenen Fakultäten, bevor sie ihr Studium der Volkswirtschaftslehre abschloss und eine Dissertation zum Thema «Die industrielle Entwicklung Polens» schrieb. Während ihrer Jahre in der Schweiz war Rosa Luxemburg politisch aktiv. Sie publizierte zusammen mit ihrem Lebenspartner Leo Jogiches (1867–1919)], den sie in Zürich kennenlernte, Schriften gegen Imperialismus und Militarismus und gab die polnische marxistische Zeitschrift «Sprawa Robotnicza» (Sache der Arbeiter) heraus. Im August 1893 sprach sie auf dem III. Internationalen Kongress der Arbeitenden in Zürich vor einem grossen Publikum und begeisterte die Massen mit ihrem Redetalent mit einer Rede, in welcher sie für das Recht ihrer eigenen Zulassung am Kongress plädierte. Emotional blieb Rosa Luxemburg der Stadt Zürich verbunden. Auch nach ihrer Auswanderung nach Berlin sprach sie über die schönen Jahre, die sie im «heiteren, Gott begnadeten Zürich» verbracht hatte.

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Kinder und Frauen als Ware?

sah. Leihmutterschaft ist eine direkte Ausbeutung von Frauenkörpern: Mittels Vertrag werden Kinder und Frauen zu Handelsobjekten, so dass ein Kind bestellt, storniert oder bezahlt und abgeholt wird. Diese Art von Verlauf verstärkt patriarchale Normen und schafft schwere Menschenrechtsverletzungen.

Der Begriff Leihmutter bezeichnet eine Frau, die gegen Bezahlung eine Schwangerschaft durchlebt, um ein Kind zu gebären und es nach der Geburt den «richtigen» Eltern abzugeben. Die Befruchtung passiert mit dem Verfahren der «In-Vitro-Fertilisation». Samen und Eizelle werden hier oft von den Auftragsgeber:innen gespendet. In wenigen Fällen passiert dieser Akt rund um die Schwangerschaft auch aus altruistischen Gründen.

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Ich bin fast identisch

sit. In seinem neuen, autobiografischen Buch geht der Schriftsteller Manfred Vischer der Frage der Identität nach. Er tut es mit Erzählungen, wie etwa über die Entstehung des Dokumentenbands «Schweizerische Arbeiterbewegung», und Begegnungen, die sein Leben prägten – und die zum Nachdenken und Erforschen anregen.

«Leider hat es der vorwärts versäumt, dieses Ereignis zu würdigen. (Welche Zeitung hätte es sonst tun sollen?) Das Jubiläum sollte nicht ins neue Jahr
verschleppt werden. Der Kampf um die Emanzipation der Arbeiter:innenbewegung ist doch ein wichtiger Teil unseres politischen Kampfes», schrieb mir kürzlich mein Freund und Genosse Manfred Vischer in einer E-Mail. Danke Manfred, denn offen gesagt: Es wäre vergessen gegangen, was doch peinlich gewesen wäre.

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