Solidarität mit Kuba jetzt! Demo am 27. Juni in Bern!

Redaktion. Kuba steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die Folgen der verschärften US-Blockade treffen die Bevölkerung zunehmend hart. Gleichzeitig bleibt das Land für viele ein Symbol für soziale Gerechtigkeit, internationale Solidarität und politischen Widerstand.

Unter dem Motto «Gegen den völkerrechtswidrigen Wirtschaftskrieg und den drohenden militärischen Angriff des US-Imperiums gegen Kuba» mobilisieren die Organisator:innen zur nationalen Demonstration in Bern auf. «Wir rufen alle solidarischen Menschen, Gruppen, Organisationen und Gewerkschaften in der Schweiz auf, zusammenzukommen und ein starkes Zeichen zu setzen. Protestieren wir gemeinsam gegen die völkerrechtswidrige Aggression und den verschärften Wirtschaftskrieg der USA gegen Kuba sowie gegen die Komplizenschaft der Schweiz», ist im Aufruf zu lesen.

Die aktuelle Lage
Mit der von der Trump-Rubio-Regierung Ende Januar verhängten totalen Ölblockade hat sich die wirtschaftliche Lage in Kuba dramatisch verschlechtert. Es droht die Gefahr einer humanitären Katastrophe.
Die kubanische Bevölkerung, mit ihrem traditionell antiimperialistischen Bewusstsein seit dem Unabhängigkeitskampf von 1868 bis 1898, widersteht dem Wirtschaftsterrorismus mit Widerstandskraft, Kreativität und konkreten Lösungen. Solaranlagen in vielen Solarparks, auf unzähligen Dächern sowie solare Wasserpumpen für die Landwirtschaft prägen zunehmend das Bild des Landes. Elektromobilität, solarbetriebene Triciclos (Tuk-Tuks) und Velos aller Art bestimmen das Strassenbild.
Trotz grosser Beunruhigung sehen viele Menschen einen Horizont. «Wenn uns die Yankees nicht bombardieren, schaffen wir es.» Doch die Befürchtungen wachsen. In der Logik der US-Macht könnte das drohende Scheitern der Blockadepolitik selbst zum Auslöser eines militärischen Schlags werden, um das Symbol Kuba auszulöschen.

Eine bessere Welt ist möglich
Seit 67 Jahren beschreitet Kuba einen eigenen souveränen Weg. Trotz der seit 65 Jahren andauernden völkerrechtswidrigen und extraterritorialen US-Blockade, die die Hauptursache für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes darstellt, gelang der Aufbau einer sozial gerechten und solidarischen Gesellschaft.
Mit der Bildungs- und Agrarrevolution wurde die Alphabetisierung vorangetrieben. Kuba verfügt über eine hochwertige und international anerkannte Gesundheitsversorgung sowie eine der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten weltweit. Der Zugang zu Bildung ist universell, die Altersversorgung funktioniert und trotz begrenzter Ressourcen konnte für die Mehrheit der Bevölkerung ein bescheidener Wohlstand geschaffen werden. Gleichzeitig blieb die Umweltzerstörung vergleichsweise gering.
Kuba zählt laut den Vereinten Nationen zu den Ländern mit der höchsten weiblichen Repräsentanz in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Institutionen. Ein flächendeckendes System kostenloser Kindertagesstätten ermöglicht Müttern die volle Berufstätigkeit. Ein einjähriger bezahlter Elternurlaub steht beiden Elternteilen offen. Frauen haben garantierten Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten, einschliesslich des Rechts auf einen selbstbestimmten und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch. Auch die queere Bewegung hat bedeutende Fortschritte erreicht. Diese wurden mit dem neuen Familiengesetz, dem Código de las Familias von 2022, rechtlich verankert und umfassen unter anderem die «Ehe für alle».

Leuchtturm des Internationalismus und Antikolonialismus
Kuba war und ist ein sicherer Hafen für politische Geflüchtete, darunter Assata Shakur. Gleichzeitig bildet das Land seit Jahrzehnten hunderttausende Medizinstudent:innen aus dem Globalen Süden aus, unter anderem aus Palästina, der Westsahara und zahlreichen Ländern Lateinamerikas. Mit Gesundheitsbrigaden – und nicht mit Militärs – leistete Kuba in über fünfzig Ländern lebensrettende Hilfe. Ob während der Ebola-Epidemie, nach Erdbebenkatastrophen in Haiti und Pakistan oder nach Wirbelstürmen in Zentralamerika: Kubanische Ärzt:innen standen dort im Einsatz, wo Hilfe benötigt wurde. Ein italienischer Gewerkschafter brachte die Bedeutung dieser Solidarität auf den Punkt: Ohne die kubanische Hilfe «müssten wir Massengräber ausheben».
Aus Dankbarkeit für den solidarischen militärischen Einsatz Kubas an der Seite antikolonialer Kräfte in Angola und Namibia, der massgeblich zum Ende der Apartheid in Südafrika beitrug, geniesst das revolutionäre Kuba bis heute hohe Anerkennung in vielen Befreiungsbewegungen weltweit. Mit der Agrarreform von 1959 wurden Grossgrundbesitzer enteignet und das Land denjenigen übergeben, die es tatsächlich bearbeiteten. Der spätere Wandel hin zur Agrarökologie war eine Antwort auf die wirtschaftlichen Folgen der US-Sanktionen und den Zusammenbruch der sowjetischen Unterstützung. Heute tragen kleinbäuerliche Kooperativen und teilweise staatliche Betriebe wesentlich zur angestrebten Ernährungssouveränität des Landes bei.

Kuba steht für ganz Lateinamerika
Die Angriffe auf Kuba sind kein isoliertes Ereignis. Was in Gaza geschieht, droht sich in ähnlicher Form auf den gesamten Globalen Süden auszuweiten. Die USA treiben in Lateinamerika den Aufbau einer militärischen Allianz, des sogenannten «Schilds der Amerikas», voran. Ziel ist es, rebellische Bewegungen zu liquidieren. Gleichzeitig werden mafiöse Organisationen zu ausländischen Terrororganisationen erklärt, um militärische Interventionen als «Selbstverteidigung» zu legitimieren. US-paramilitärische Geheimdienste operieren bereits in Mexiko, obwohl die dortige Regierung dies ausdrücklich untersagt hat. In Brasilien drohen ähnliche Entwicklungen. In Kolumbien mischen sich die USA massiv in die Wahlen ein – wie bereits zuvor in Honduras, Chile und anderen Ländern.
Auch deshalb rufen wir zur Solidarität mit Kuba – gegen Krieg und Unterdrückung – auf. Weltweit wächst die Unterstützung für Kuba. In Europa und auch in der Schweiz entstehen lokale Proteste und neue Verbindungen zwischen Gaza- und Kuba-Solidaritätsgruppen. Solidarische Brigaden unterstützen Solarprojekte in landwirtschaftlichen Kooperativen oder die Lateinamerikanische Universität für Medizin (ELAM) in Havanna. Organisationen bringen solare Wasserpumpen für die Landwirtschaft sowie weitere dringend benötigte Hilfsgüter ins Land. NGOs verstärken ihre medizinische Hilfe. In Havanna gehen hunderttausende Menschen gegen den US-Imperialismus auf die Strasse, in ganz Kuba sind es Millionen. Folgen wir ihrem Beispiel.

Nationale Demonstration in Bern am
27. Juni 2026, 14.00 Uhr, Münsterplatz
Bewilligt

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