Rubrik | Kultur

Pascale Fontaines vierter Streich

05.10.2009

Der kürzlich verstorbene Literaturkritiker Marc Reinhart aus La Chaux-de-Fonds hat den bereits legendär gewordenen Pascale-Fontaine-Krimis jeweils eingehende Besprechungen gewidmet, und eben ist eine chinesische Übersetzung der Kriminalstory «Betonkönig» aus dem ersten Band «Sechs Fälle für Pascale Fontaine» in Vorbereitung. Wo traditionelle Techniken der Kriminalistik versagen, da ist die attraktive Kommissarin gefordert, mit den spezifischen Waffen einer Frau. Seit der Kreation der Kommissarin Pascale Fontaine durch H.P.Gansner ist die Attraktivität Frankreichs für nicht französischsprachige Krimi-AutorInnen stetig gestiegen: Barbara Traber liess ihren Berndeutschen Krimi «Poulet im Chörbli» (Licorne) im Burgund spielen, während der aus dem nebligen und kühlen Schottland stammenden, in Washinton DC als Journalist tätige Martin Walker seinen «Bruno, Chef de Police» (Diogenes) in der beliebten englischen Ferienregion des Périgord angesiedelt hat.

Tödliches Tête-à-Tête – mit erotischem Vorspiel…

Nun hat die französischen Kommissarin Pascale Fontaine wieder zugeschlagen: «Tödliches Tête-à-Tête auf Guadeloupe» (Edition Signathur, Dozwil 2009), es ist ein spannender Krimi über die Schrecken des Kinderhandels und der Kinderpornographie. Die Zerschlagung einer besonders brutalen Mafiaorganisation durch Pascale Fontaine, einer unerschrockener Kommissarin der französischen Brigade criminelle.

Der Boss einer gefürchteten Kinderhändler-Bande hat sein Domizil ausgerechnet auf der paradiesischen Insel Guadeloupe aufgeschlagen. Von diesem Hafen des Friedens und der Ruhe in der traumhaft schönen französischen Karibik aus hofft der Mafioso, unbemerkt seine Fäden um die Welt spinnen zu können. Doch da hat er die Rechnung ohne Pascale Fontaine, der französische Kommissarin für spezielle Aufgaben gemacht. Denn sie heftet sich ihm unerbittlich an die Fersen und geizt wie üblich nicht mit ihren Reizen, bis der Fisch im Netz zappelt. Denn nach vier weiteren Kindsentführungen nur auf der Insel selbst gelingt es ihr, mit einer ungewöhnlichen, sehr weiblichen Kriegslist, den Mafia-Boss an die Angel zu bekommen und ihn und seine kriminelle Organisation unschädlich zu machen.

«Tödliches Tête-à-Tête auf Guadeloupe» des in Genf und Hoch-Savoyen (Frankreich) lebenden Krimiautors H. P. Gansner ist eine spannende Kriminalnovelle, die man in einem Zug von der ersten bis zur letzten Seite liest. Sie vereinigt alle Qualitäten der klassischen Novelle: exotische Schauplätze, aussergewöhnliche Begebenheiten, sich überstürzende Dramatik, spannende Dialoge. Zudem ist die Story nach den schier unglaublichen Verbrechen der letzten Jahre im Bereich der Kinderpornographie von geradezu erschreckender Aktualität. Tödliches Tête-à-Tête auf Guadeloupe ist H. P. Gansners vierter Krimi mit der französischen Kommissarin Pascale Fontaine, die besonders verzwickte Fälle mit den ungewöhnlichen Methoden einer Frau zu lösen imstande ist.

«Grossartige Kriminalnovelle»

Jean Ziegler schrieb zu diesem ganz speziellen Krimi: «Eine grossartige Kriminalnovelle, brillant und faszinierend! – Guadeloupe, seine düstere, gewalttätige Vergangenheit, die Deportation, die Sklaverei sind wie Gespenster – un-heimlich – stets an den Stränden, in den Luxushotels präsent und verwandeln das singuläre Verbrechen in eine Nacht von Gewalt und nie überwundener Angst. Ein ausserordentlich spannendes und eindrückliches Buch.» Den Kontrast zwischen dieser «düsteren, gewalttätigen Vergangenheit» und dem exotischen Charakter der Karibikinsel hat die Grafikerin Belinda Oetterli mit grossem Einfühlungsvermögen und künstlerischem Flair in der Umschlaggestaltung dieser Meisternovelle dargestellt.

«Sechs Fälle Für Pascale Fontaine», «Mein ist die Rache» und «Frivole Fälle für Pascale Fontaine» sind im Karin Kramer Verlag, Berlin, erschienen; «Tödliches Tête-à-Tête auf Guadeloupe» in der Edition Signathur, Dozwil, 2009.

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Die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in den kollektiven Unterkünften sind miserabel. Eine Koalition von politischen Organisationen und sozialen Bewegungen mobilisieren sich in Bern an der Seite der Sans-Papiers für eine unmittelbare Verbesserung der Situation. Im Zentrum der Kritik stehen schliesslich die Fremdenhetze und das Asylbusiness. Bericht der letzten Mobilisierungen.


Der Evergreen «Lohnschere»

Die Einkommens- und Lohnschere öffnet sich seit den 1990ern in der Schweiz zusehends. Dies belegt eine aktuelle  Studie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Um diese Entwicklung einordnen und über den blossen Befund hinausgehen zu können, muss man einen Blick auf die Entwicklungsgesetze des Kapitals werfen.


Antworten und Botschaften

Es war ein kämpferischer und starker 1. Mai in Zürich. An der Demonstration nahmen rund 12 000 Personen teil. Ein voller Erfolg und der Beweis, dass der internationale Tag der Arbeit an seiner Aktualität nichts eingebüsst hat.



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