Räumung des Lindenhofs

Die Partei der Arbeit Zürich (PdAZ) verurteilt sowohl die Räumung des Occupy-Camps auf dem Lindenhof wie auch die angewandte Gewalt seitens der Polizei.

Der Polizeieinsatz wirft ein fragwürdiges Licht auf die rot-grüne Stadtregierung. Zudem beweist es einmal mehr, dass die Polizei die Interessen der Grossbourgeoisie, der Banker und Grossaktionären verteidigt.

 

Folgend der Ablauf und eine Rekonstruktion der Polizeiübergriffe, welche wir anhand von Gesprächen mit AktivistInnen rekonstruiert haben.

Ziviler Ungehorsam

Die Polizei gab den AktivistInnen 20 Minuten Zeit, um das Gelände zu verlassen. Rund 26 AktivistInnen verharrten im Camp und leisteten aus Protest friedlich Widerstand. Sie bildeten am Boden sitzend zwei Kreise. Einen äusseren mit rund 22 Personen und einen inneren mit vier Personen.

Laut Betroffenen wurden die AktivistInnen, welche nicht freiwillig gingen, am Kiefer gepackt und ihr Kopf mit Druck auf die Nase nach hinten gedrückt. Beim inneren Kreis setzte die Polizei ohne Vorwarnung zweimal Pfefferspray ein und sprühte einem am Boden sitzenden Aktivisten aus nächster Nähe ins Gesicht. Dieser gewaltsame Übergriff wurde von einem Polizisten in schwarzer Uniform mit der Nummer 68 verübt.

Ein anderer Aktivist hat eine 5-Franken-Stück grosse Wunde am Kopf, weil er von der Polizei mit dem Kopf am Boden zum Transporter entlang geschleift wurde. Zudem hat er zwei Hämatome unter den Augen. Demselben jungen Mann wurde die Fotokamera weggenommen und auch bei der Haftentlassung nicht zurückgegeben. Gemäss unseren Informationen wurde dies ebenfalls vom Polizisten mit der Nummer 68 veranlasst.

Wir fordern eine offene Untersuchung  bezüglich der polizeilichen Übergriffe.

 

Partei der Arbeit Zürich

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6 Kommentare

  • einer der verhafteten

    ?1.: Ein Aktivist hat eine blutende Wunde am Kopf, weil er am Boden entlang geschleift wurde. Ausserdem hat er Blutergüsse unter den Augen, von der Hand des Polizisten, der ihm ins Gesicht fasste.
    2.: Ein Aktivist muss zum Arzt, weil es nicht möglich war, seine Kabelbinder vom Handgelenk zu schneiden, ohne ihn zu verletzen (sie waren viel zu eng). (Ein Polizist riet ihm zur Anzeige).
    3.: Eine Aktivistin blutete aus der Nase, nach dem ein Polizist ihr mit den Fingern hinein griff.
    4.: Einige Polizisten brauchten Handschuhe, die mit Tränengas-Substanz eingerieben waren (sie pressten als erstes ihre Finger in die Augen der AktivistInnen).
    5.: Einem Aktivisten wurde zwei Mal aus nächster Nähe Pfeffer-Spray ins Gesicht gesprüht. Dieser sah für ca. 15 Minuten nichts und hatte für längere Zeit sowohl ein geschwollenes Gesicht, wie auch tränende Augen.
    6.: Von der Kamera eines der AktivistInnen ist nur noch die Hülle da. Von der Kamera selbst und dem Chip: keine Spur.

    Keine Zwischenfälle bei der Räumung?
    Schwache Politiker, schlechte Journalisten und gewalttätige Polizisten:

    Marco Cortesi hat gesagt, es habe keine Zwischenfälle gegeben. Das ist gelogen.
    Alle Medienberichte die ich bisher sah, sagen von all den Übergriffen nichts. Die Medien haben ihr Recht, bis auf sieben Meter Distanz zum Geschehen heranzutreten, nicht wahr genommen. Ausserdem haben sie nur Cortesi sprechen lassen und nicht gewartet, bis ein abgeführter Aktivist sich hätte äussern können (z.B. Tagesschau, Blick). Sie haben also nicht alles gefilmt und nur EINE Sichtweise der Situation veröffentlicht (die der Polizei).
    Die Medien waren geil drauf, zu sagen, es sei alles friedlich gelaufen (wie bisher) und ignorierten dabei das Verhalten der Zürcher Polizei (bei welcher die Gewaltbereitschaft genau so thematisiert werden sollte, wie es bei DemonstrantInnen immer geschieht

  • mario cortesi

    na toll, „schöne“ zeiten kommen auf uns zu:
    „Allerdings kam auf dem Platz auch der sogenannte Nasengriff zur Anwendung. «Wenn Leute ineinander verhakt oder verkeilt sind und sich nicht trennen lassen, kommt er zum Einsatz», erklärt {Marco} Cortesi. «Mit diesem Griff, der einen kurzen Schmerz bewirkt, löst man den Widerstand. Das ist eine gängige Haftmethode.»“

  • Garry Kasparov

    Was bleibt dann noch als Druckmittel übrig, wenn die Staatsmacht als Handlanger der Finanzindustrie gegen seine Bürger vorgeht? Etwa Generalstreik oder gar aktiver Steuerboykott?

  • Tobias

    Wir sind die verinigten Kräfte gegen Kapitalismus. Wir werden gewaltlos bleiben. WIr werden harmlosen wieder stand leisten. Aber wir werden gewaltfreie untersuchungen über die räumung des Lindenhofs vordern.

    Wir sind die Friedlichen 99%

  • Pingback: Einfach devot? | Feldstechers Blog

  • Al

    @Garry Kasparov:
    Richtig. Gewaltfreier Steuerboykott ist das einzige was wirklich hilft. Solange man sie bezahlt, machen sie was sie wollen. Erst wenn das Volk aufhört die Re-Gier-ung zu bezahlen, kann es wirklich positive Veränderungen geben.

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