Massenentlassung im Berner Jura

Die US-Medizinaltechnikfirma Greatbatch Medical will einen grossen Teil ihrer Produktion in  den Gemeinden Orvin und Corgémont (Berner Jura)  nach Mexiko und in die USA auslagern. Der «Vorschlag», wie Mauricio Arellano, Präsident der Medizinischen Greatbatch die Massenentlassung nennt, wird 180 ArbeiterInnen den Job kosten. Die Gewerkschaft Unia hat ein «Treffen mit den Führungsverantwortlichen» angekündigt.

Die Sätze sind in etwa immer die gleichen: «Diese Konsolidierung würde die Auslastung unserer bestehenden operativen Infrastruktur optimieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen», sagte Mauricio Arellano. Er beklagte sich dann über «schwierigen Marktbedingungen im Bereich Orthopädie zu hohen Produktionskosten», die er als Gründe der Massenentlassung nannte.

Die US-Medizinaltechnik-Firma will grosse Teile der bisherigen Aktivitäten im Jura nach Mexiko und in die USA verlagern. Betroffen vom Abbau sind die Standorte Orvin und Corgémont im Kanton Bern, die insgesamt 196 Personen beschäftigen. «Bis zu 90 Prozent der Stellen könnten bis Ende 2013 ausgelagert werden», wie Greatbatch Medical bekannt gab. Greatbatch Medical, eine Tochterfirma von Greatbatch, hatte 2008 das Medizinaltechnikfirma Precimed mit seinen zwei Fabriken in Corgémont und Orvin für 125 Millionen Dollar übernommen

Auf zum Streik!

Die Gewerkschaft Unia wirft den Behörden hingegen «Lethargie» vor. Die Gewerkschaft erwarte von deren Seite klare Signale angesichts einer drohenden De-Industrialisierung der Schweiz. Die Unia will am Dienstag und am Mittwoch vor zwei Standorten in Orvin und Corgémont «aufmarschieren und ein Treffen mit den Führungsverantwortlichen bei Greatbatch erreichen», wie auf www.tagesschau.chund weitere Medienportale zu entnehmen war. Auf der Homepage war gut sechs Stunden nach der Bekanntgabe der Massenentlassung noch nichts nachzulesen. Dass die Unia handeln wird, ist sicher. Zu hoffen ist, dass das «Treffen mit den Führungsverantwortlichen» genau so lange dauert, um der Führungsetage den Streik anzukündigen: Erstens um Druck während des  Konsultationsverfahren aufzusetzen, das bis am 20. Juli abgeschlossen sein muss. Und zweitens um sofort klar zu machen, dass der Beschluss von oben nicht einfach so hingenommen wird!

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