Flashmobs für 4’000 Franken

Die neue nationale Aktionsgruppe für den «Mindestlohn 4’000 Franken» hat in der ganzen Schweiz einen Aufruf lanciert und in neun Städten gleichzeitige Flashmobs durchgeführt, um für einen gesetzlichen Mindestlohn zu werben. Jede Person die arbeitet, hat das Recht auf einen Lohn, der ein Leben in Würde erlaubt.

Ein einzelne Trillerpfeiffe hallte heute am späteren Nachmittag unter dem Baldachin beim Berner Bahnhof. Eine Person spannte ihren schwarzen Schirm auf. Darauf prangte in weisser Schablonenschrift eine grosse Ziffer «4». Anschliessend setzte Sie sich trillerpfeiffend in Bewegung. Dann mischten sich mehrere Trillerpfeiffen ins Konzert ein und weitere Personen mit aufgespannten Schirmen mit der aufgesprayten  «0» kamen  pfeiffend aus verschiedenen Richtungen des Berner Bahnhofs. Nebeneinanderstehend ergab sich die Zahl «4000». Ein Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten verteilten anschliessend den überraschten und neugierigen Pendlerinnen und Pendlern kleine Flyer. Darauf stand: Fr. 4000.–, Alarm! Mindestlohn jetzt!
Diese Aktionen, auch Flashmobs genannt, fanden mehrere Male wiederholt zwischen 17 und 19 Uhr statt. Es handelte sich um die erste Aktion der sich kürzlich formierten nationalen Arbeitsgruppe für einen Mindestlohn von 4’000.- Fr.  Diverse Organisationen kämpfen so für die Mindestlohn-Initiative, welche frühestens nächstes Jahr zur Abstimmung kommt. Das Ziel ist, mit öffentlichen Aktionen auf den Skandal der Tiefstlöhne in der Schweiz aufmerksam zu machen und die Bevölkerung von der Notwendigkeit der Einführung eines minimalen Schutzes für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu überzeugen.
Jede und jeder muss in Würde von ihrem/seinem Lohn leben könnten, jedoch ist dies bei 400’000 Personen in der Schweiz nicht der Fall. Manche von ihnen arbeiten 45 Stunden pro Woche und verdienen lediglich 2’700 Franken. Dies kommt vor allem in Schuhläden oder in kleinen Boutiquen vor. In der Uhrenindustrie existieren noch Löhne unter 3’000 Franken. Das ist in einer Branche, die gute Gewinne schreibt, ein Skandal.
Die gewerkschaftliche Initiative für einen gesetzlichen Mindestlohn will diese unwürdige Situation in einem Land wie der Schweiz beendigen. Der Mindestlohn fördert zudem eine bessere Verteilung des Reichtums. Er ist auch der beste Schutz gegen Lohndumping und Druck auf die Löhne. Weiter ist er ein geeignetes Mittel, um die Lohnspanne zwischen Mann und Frau zu reduzieren.
Weitere Informationen über die nationale Aktionsgruppe und ihre heutige- sowie zu weiteren Aktionen finden Sie auf dieser Facebook-Seite:
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