PatientInnen aller Länder, vereinigt euch!

sah. Bereits Marx und Engels beobachteten, dass viele Krankheiten einen gesellschaftlichen, nicht individuellen Ursprung hatten: Krankmachende Produktionsmethoden und Elendsquartiere. In den 70er Jahren versuchten Zürcher MedizinerInnen, im Dienste der ArbeiterInnen zu wirken.

Obwohl Gesundheit eigentlich ein wichtiger Faktor für das Kapital ist, gehen die KapitalistInnen nicht übermässig achtsam damit um. Die Realität zeigt: die Gesundheit der ProletarierInnen wird indirekt geopfert, um den Mehrwert zu steigern. Minimaler Schutz wurde den KapitalbesitzerInnen sogar per Gesetz und Arbeitsbestimmungen aufgezwungen. Umso mehr ist der Schutz von Gesundheit ein wichtiges Thema in der marxistischen Agenda. Es gibt nicht wenige Schriften zum Thema Krankheit/Gesundheit und Klassenmedizin bei marxistischen AutorInnen.

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Weder Freihandel noch Protektionismus!

Willi Eberle. Es ist ruhig geworden um das multilaterale Freihandelsabkommen für Dienstleistungen (Tisa). Dessen ProtagonistInnen haben ihre Strategie geändert, die Kräfte, die den Widerstand dagegen tragen, sind seit dem Februar 2012, der Lancierung des Projektes, schwächer geworden.

Die bisher über 25 geheimen Verhandlungsrunden, die über das Freihandelsabkommen Tisa geführt wurden, haben das Projekt nicht wesentlich weitergebracht. Der Druck aber in Richtung Privatisierung des Gesundheitswesens, der Altersvorsorge, des Verkehrs, der Bildung und weiterer Pfeiler des öffentlichen Sektors, aber insbesondere der Garantie des kapitalistischen Privateigentums, dem Kern von Tisa und weiterer Freihandelsoffensiven, hat weiter zugenommen;

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Menschen gehen vor Profit

Maximilien Dardel. Die belgische Partei der Arbeit (PTB) hat 2008 einen strategischen Bruch vollzogen und versucht, eine neue Sprache und Gegenkultur zu entwickeln. Dabei verzichtet die Partei jedoch nicht auf den marxistischen Inhalt. Interview mit David Pestieau, Vizepräsident der PTB. Erster Teil.

Die PTB ist eher in jüngerer Zeit als grössere politische Kraft in Belgien aufgekommen. Doch dieser Aufstieg beruht auf einer tatsächlich schon im Jahr 2008 begonnenen Arbeit, als die PTB eine Art von strategischem Bruch vollzog. Sie sprechen seitdem nicht mehr direkt von der ArbeiterInnenklasse, sondern von «Menschen», mit dem Slogan «Die Menschen gehen vor Profit». Es wird oft populistischen Parteien in Europa vorgeworfen, die Klassenanalyse aufgegeben zu haben, um das aufzubauen, was man «neue Lateralitäten» nennt. Wie sehen Sie die Verbindung zwischen der Umgestaltung ihrer Ausdrucksweise und der Aufrechterhaltung eines intellektuellen Klassenkampf-Schemas?
David Pestieau: Wir haben die Klassenanalyse de facto nicht aufgegeben: Die Klasse der Werktätigen bleibt im Zentrum der Überlegungen.

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Rätsel: Wie Reichtum Armut schafft

Michael Parenti. Wie kann es sein, dass Unternehmensinvestitionen, Entwicklungshilfe und internationale Darlehen an arme Länder in den letzten 50 Jahren enorm zugenommen haben ebenso wie die Armut? Die Zahl der in Armut lebenden Menschen wächst schneller als die Weltbevölkerung. Wie ist das zu verstehen?

Im Laufe des letzten halben Jahrhunderts haben US-amerikanische Industrien und Banken (und andere westliche Unternehmen) stark in die ärmeren Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas investiert, die als «Dritte Welt» bekannt sind. Die transnationalen Konzerne werden vom Rohstoffreichtum, den hohen Renditen, die durch schlecht bezahlte Arbeit erzielt werden, sowie dem fast vollständigen Fehlen von Steuern, Umweltvorschriften, Sozialleistungen und Arbeitsschutzkosten angezogen.

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Rechtsextreme Umdeutung

sah. Die «Weltkrieg»-Kioskhefte schreiben propagandistisch Geschichte um. Ihre AutorInnen unterschlagen und beschönigen die Schandtaten der rechts-extremen Freikorps bei der Niederschlagung linker Aufstände.

Die obligatorische Schulbildung und somit indirekt die herkömmliche Geschichtswissenschaft wird von den MacherInnen der «Weltkrieg»-Hefte kritisiert und infrage gestellt.

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Fragwürdige Kriegserinnerungen

sah. Landser-Groschenromane und pseudohistorische Militärmagazine gibt’s viele am Kiosk. Mit Hilfe dieser Hefte wird mit «alternativen Fakten» Geschichtsaufarbeitung betrieben, deutsche Soldaten, rechtsextreme Offiziere und Freikorps-Paramilitärs der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden idealisiert. Zweiter von drei Teilen der Artikelserie.

Nationalsozialismus, Holocaust und Waffen-SS werden verherrlicht und verharmlost. Es ist eine alternative Darstellung der Vergangenheit – vergleichbar mit «alternativen Facts» – mit Aussparungen, Übertreibungen und viel Erfundenem. Eine grosse Zahl von LeserInnen dieser Magazine wollen und können diese Abweichungen von den anerkannten geschichtswissenschaftlichen Arbeiten nicht unterscheiden. Bereits in der vorwärts-Ausgabe vom 15. Februar 2018 (Nr. 5/6) wurde der Groschenroman «Weltkrieg-Erlebnisberichte» vorgestellt.

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Bewusstes Wahrnehmen und Handeln

dab. Tschingis Aitmatow aus Kirgistan, Juri Rytchëu aus Nordsibirien, Galsan Tschinag aus der Westmongolei: Drei Autoren aus Gebieten, in denen sich nomadische Lebensweise länger als andernorts erhalten hat, erzählen ausführlich und publikumswirksam von ihren schamanischen Wurzeln, ohne darüber und über unsere heutige Welt gross nachzudenken.

Der Band hat ein handliches Format wie ein Gebetbuch, ist eingebunden mit einem weichen Stoff und gestaltet und bedruckt mit schamanischen Zeichen. Die Beschäftigung mit fremden Kulturen in der Literatur- und Sachbuchwelt nahm zu seit den 80ern, als mit fortschreitendem Neoliberalismus die Beschäftigung mit politischen Inhalten aus der Mode kam und viele sich bevorzugt mit Krimi, Exotik, Abenteuer, Action und Schicksalen von Prominenten wie Auswanderer General Suter und aussergewöhnlichen Frauen wie Annemarie Schwarzenbach oder Anna Göldi beschäftigten.

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«Wir machen den Weg frei»

Nina Hager/UZ. Zwei Drittel der SPD-Basis haben bei einem Mitgliedervotum der Fortsetzung der Grossen Koalition zwischen SPD und CDU unter Merkel zugestimmt. Die GegnerInnen der sogenannten GroKo konnten keine überzeugende Alternative anbieten.

Nach dem Mitgliedervotum in der SPD ist der Weg frei für die Fortsetzung der Grossen Koalition (GroKo). In diesen Tagen will auch die SPD ihre Minister benennen – Olaf Scholz scheint als Finanzminister gesetzt –, am 14. März soll Merkel im Bundestag zur Kanzlerin gewählt werden und die neue Regierung möglichst noch vor Ostern stehen. Die ersten Glückwünsche an die SPD kamen deshalb von Angela Merkel.

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«Lobbygruppen verbieten!»

Peter Nowak. In Deutschland empörten sich Medien und Politik über Abgastests an Menschen. Der wirkliche Skandal liegt woanders. Ein Gespräch mit dem Arbeitswissenschaftler und Medizinsoziologen Wolgang Hien.

Die Abgastests an Menschen haben Schlagzeilen gemacht, PolitikerInnen aller Parteien äusserten sich empört und der verantwortliche Konzern sagt, dass soll nicht mehr vorkommen. Warum diese Aufregung?
Ich befasse mich als Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler seit Jahrzehnten mit Gefahrstoffen und Belastungen am Arbeitsplatz.

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Zwischen Opposition und Affirmation

tai/Salomé Voirol. Während sich der Veganismus zum blossen Lifestyle entwickelt, versuchen marxistische TierbefreierInnen, eine strategische Ausrichtung zu finden und die Bewegung wieder zum Erfolg zu führen. Ein Gespräch mit dem Bündnis Marxismus und Tierbefreiung.

Über Ostern veranstaltet ihr in Hamburg eine «Akademie» über die Zukunft der Tierbefreiungsbewegung. Zuerst einmal: Wer seid ihr bzw. was ist das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung und was sind eure Anliegen?
Wir sind ein Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen aus der Schweiz und aus Deutschland, die in der Tierbefreiungsbewegung und in der marxistischen Linken aktiv sind. » Weiterlesen

Es ist immer auch eine Klassenfrage

Harald Lukes. An der letzten Sitzung der Bildungsgruppe der PdA Zürich (BG PAT) haben wir unseren Austausch über das Buch «Niederlage und Zukunft des Sozialismus» von Hans Heinz Holz weitergeführt. Der Autor geht sehr dicht auf zentrale Punkte kommunistischer Politik ein. Entsprechend viel gab es zu diskutieren, zu hinterfragen und zu lernen.

Gleich zu Beginn des Abschnitts «Einheit, Pluralität, Pluralismus» hält Hans Heinz Holz fest: «Es hat sich gezeigt, dass der Kapitalismus über Reserven und Strategien verfügt, die ihm erlauben, noch aus der allgemeinen Krise, in die er geraten ist und aus der kein Weg herausführt, die Mittel zum vorläufigen Überleben zu ziehen.»

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Arbeitsfrieden statt direkte Aktion

Die Arbeiter machen keine Überstunden, der Patron mahnt vergebens. Plakat der autonomen Gewerkschaft der Maurer und Handlanger. 1.Mai 1926

dab. Durch einen Streik erreichte der Bau- und Holzarbeiterverband Genf 1928 einen Gesamtarbeitsvertrag, die Aktionsliga der Bauarbeiter setzte ihn mit direkten Aktionen durch. Ein politisches Geschichtsbuch aus anarchistischer Sicht.

«Jeder Arbeiter, der an einem Samstagnachmittag auf der Baustelle erwischt wird, wird als Saboteur betrachtet und entsprechend behandelt. Jegliche an einem Samstagnachmittag durch Saboteure ausgeführte Arbeit wird zerstört», erklärte der Schweizerische Bau- und Holzarbeiterverbands (SBHV) denen, die sich 1930 nicht an den GAV hielten.

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Das Erfolgsrezept der PTB

Harald Lukes. Die Partei der Arbeit Belgien (PTB) ist nach einer Strategieänderung sehr erfolgreich. Sie hat dazu ein spannendes Buch veröffentlicht, das in der Bildungsgruppe der PdA Zürich diskutierte wurde. Abgeschlossen wurde diese Diskussion mit Gaël Vuillème, der längere Zeit in Belgien lebte und im Umfeld der PTB aktiv war.

In der Bildungsgruppe der Partei der Arbeit Zürich haben wir zuletzt das Buch «Verbreitern, Verbinden, Vertiefen» der PTB gelesen. Darin zu lesen ist die Geschichte dieser Partei, ihre Einschätzung der Lage in Belgien sowie ihre politische Strategie. Anfang Dezember besuchte uns schliesslich Gaël Vuillème, der Co-Präsident der Kommunistischen Jugend der Schweiz (KJS). Der Genosse hat einige Monate in Belgien gelebt und war in der StudentInnenorganisation der PTB, der Comac, aktiv.

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Wie bin ich Jude und Sozialist?

Jochi Weil. Im Folgenden versucht Jochi Weil, Vorstandsmitglied der Religiös-Sozialistischen Vereinigung der Deutschschweiz, die im Titel gestellte Frage in acht kurzen Kapiteln aus seiner Lebensgeschichte rudimentär zu beantworten. Natürlich liesse sich noch viel mehr sagen.

Kindheit
Aufgewachsen bin ich in einer jüdischen Familie in einem Reiheneinfamilienhaus am unteren Zürichberg. Mein Vater kam aus Luzern, meine Mutter aus Hamburg-Altona. Meine Eltern waren beide Mitglieder der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ). Mein jüngerer Bruder und ich wurden mehr oder weniger jüdisch, aber vor allem weltlich erzogen. So besuchten wir den öffentlichen Kindergarten und die Primarschule. Wir waren sogenannte «Dreitagesjuden», d.h. dreimal im Jahr, an hohen Feiertagen nahmen wir am Gottesdienst in der Synagoge an der Löwenstrasse teil, wo wir mit 13 Jahren auch Bar Mitzwa wurden.

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Liberal gegen Demokratie

Alexander Eniline. Der Liberalismus hat mit Demokratie nichts zu tun. Seine VertreterInnen ziehen sogar meist eine liberale Diktatur jeder Demokratie vor, sollte das Privateigentum in Gefahr sein. Stechendes Beispiel ist dafür Friedrich von Hayek, der Pinochet unterstützte.

Der Angriffswinkel heute, der für gewöhnlich von allen liberalen PropagandistInnen gegen die KommunistInnen und KämpferInnen für den Sozialismus eingenommen wird, ist, dass der Sozialismus von Natur aus antidemokratisch und diktatorisch ist, während der Liberalismus per se die Demokratie garantiert. Das wird so oft repetiert, dass es als praktisch erwiesen erscheint.

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Von der Oktoberrevolution zum Völkerrecht

Solomon Nikritin, Das Volksgericht, 1934

Peter Alfons Steiniger / tai. Die Entstehung und Entwicklung des Völkerrechts wäre ohne den Roten Oktober undenkbar gewesen. Das Völkerrecht ist eine Waffe der Völker gegen imperialistische Kriegspolitik und geht auf das leninsche «Dekret über den Frieden» zurück.

Der Nährboden, aus dem die demokratischen Grundsätze des Völkerrechts hervorgegangen sind, war die Grosse Sozialistische Oktoberrevolution. Die Aussaat begann 1917, die Ernte – in universeller Breite – um 1945. Gleich zu Beginn der Oktoberrevolution entstand als Programm des modernen Völkerrechts das leninsche «Dekret über den Frieden». Es beruht auf der Anerkennung der Gleichheit und Souveränität aller Völker der Welt und ihrem Recht auf Leben, auf ein von ihnen selbst bestimmtes menschenwürdiges Dasein. Wenige Tage später, Mitte November 1917, wurde vom Rat der Volkskommissare die «Deklaration der Rechte der Völker Russlands» erlassen.

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«Der einzige Weg der Menschheit»

ICP/red. 103 kommunistische und ArbeiterInnenparteien sind in Russland zusammengekommen, haben diskutiert und die Oktoberrevolution gewürdigt. Die unterschiedlichsten Parteien sprachen hier auf Augenhöhe miteinander.

Während dem 19. Internationalen Treffen Kommunistischer und ArbeiterInnenparteien, das Anfang November im russischen St. Petersburg stattfand, kamen 103 Parteien zusammen. Das Treffen war dem 100. Jahrestag der Oktoberrevolution gewidmet. Die verschiedenen VertreterInnen der Parteien diskutierten das wichtigste Ereignis des 20. Jahrhunderts, wie der Verantwortliche für internationale Beziehungen der Kommunistischen Partei Kubas, José Ramón Balaguer, die Grosse Sozialistische Oktoberrevolution bezeichnete. Er erinnerte daran, dass Fidel Castro bewusst war, dass die sozialistische Revolution möglich war dank der Sowjetunion.

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